Aummer 126
stener gelten. Was bei dieser Stener jetzt noch
anfällt, sind nur lleine Beträge, die Hochkonfunktur
ist vorüber. Es ist zu wunschen, daß
der Entwurf nicht Gesetz wird. Was den Entwurf
über die Gebühren anbelangt, so coot es
darunter Gebühren, denen man vielleicht zustimmen
könnie. In der Gesamtheit aber ist
die Vorlage unannehmbar. Zum Schluß wird
nihl biel dabei herauslommen. Daher sell
der Finamiminister nur suchen, wie er auskommt.
6 ist nicht die Aufgale des Landtages und
enn es auch nicht sein.
Die Schulfrage.
Zum Schluß streiste Abg. Scharnagl noch
die Schulfrage. Angestrebl wird, daß dort, %%
die Gemeinde= oder die Kinderrerhättnfe
rsordern, die Halbtagsschule erhalten vioen
soll. In Betracht kommen hier ha uptüächsich
Vie oderbayer#ischen Verbällnitse, die wesentlich
anders gelagert sind wie in anderen Kreisen.
Das Einödwesen bedingt weite Entsernungen
von der Schule, die ramentlich im Winter recht
mißlich für #1: Kinder werden lönnen. Dreba#b
wurte bcantragt, für die Gegenden, in denen die
Verhälinisse J% gelagert Iind, den Abteilungsunterricht
einmführen. Daß den Kindern da-Hurch
eine bessere Ausbildung entzogen werden
ünil, daron lann keine Rede lsein.
Die Zukunft.
Elbg. Scharnagl schloß sein Reserat mit einem
den Aus#ick auf die Zulunft. Für die
age Finanzlage nimmt er noch die Fähr-
i# leilen der ungünstigen Zeiten in Anspruch.
Wenn die Verhällnisse sich bessern, werden wir
auch eine aeinnde MWeiterentwicklung wieder hahen.
In ollen Sparten is aler eine grosse
Maßtgleit in den Forderungen enseten.
Dann muß auch ein Ausgleich auf nakürlihem
Wege wieder möglich seie. Graßtmog-I’he
Sgarsamkeit muß dabei mmer m ben
VNordergrund gestellt werden. viedner schloß
nüt ver Bitle. dem zentrum Verttauen ens
Genzudringen.
Neicher Heifall solgte den interessanten Darlioungen,
ute frei von jedem polemischen Chata’'ter
waren. Es war lediglich ein instruitirer
und orienticrender Vortrag über mancherlei pslitische
Fragen der Jetztreit, über di: Nähercs
zu erfahren allen Versammlungsleilnehmern gewi#
willkommen war. Abg. Scharnagl hat eine
urnaliche Darstellung darüber geneben. Der
(eschäfteführer schloß die Versammlung mit
eEiinem empfehlenden Hinweis auf den VBolksborein
und die Parteipresse.
Kommunales.
Sttng des Magistrats-Koegiums
Rosenheim.
Freitag, den 29. Mai 1914,
vormittags 9 Uhr.
(Schluh.)
Die Schmiede' Vuangeinsung bPalt vom 6.
Juni bis 5. Juli einen Kurs für Schmiere
lehrlinge ab, der seden Sonntag nachmitiags
ron 2 4 Uhr staltsindet. Der l.eine Rathausjal
konnte dafür nicht zur Verfügung geseellt
erden. Die Eingabe wird an den Allg. Gewerbererein
verwiesen. Die Kurie leitet Be-
Firlotierar2t Rasberger.
Der Errichtung einer Straßenkraverse beim
Awtegericht um 216 Ml. wird zugenimmi.
Vor dem Anwesen Ellmaterraße 2 ist
Rinnenrflasterung be antragt: die Kosien bekragen
54 Mk. Das Trotloir ist mit Bäittchen
iu belegen. Auch die Garteneinsahrt wird geneimigt.
Die Abänderungen am Statut des Elektrizllätewmerkes
wurden von der Regierung genehinigt.
Die Cemeinde Frasdorf dankt für lleberlassung
des Delorationsmateria: 5 und die Bewi--iung
der Schullinder an Tage der Bahneröffmung
mit dem Wunsche zur Aufrechterhaltung
der guten freundnachbarli chen Beiiehungen zwischen
P%n jenheim und Fraskors.
Die Regierung rer- tangt die Ausgießung der
Praastersehen bei den Verladerampen und die
Verlleidung der Verlatcchrücken mit Bied, Die
Konen mit 75 Mk. werden genchmigt.
Die freie Turnerschaft erbitiet für das fünfishrige
Stiftungsfest am 15. und 16. August
einen Zuschuß und die Enlfsend ung eines städtischen
Vertreters. Da fünfjährige Sftungsfeste
noch nie mit Zuschüssen bedacht wurden, wurde
das Gesuch abgejebnt, aus dem gleichen Grune
I die Entsendung eines stäect. Vertreters.
# Beschluß wurde der Konsequenzen halber
vesfaßt.
Weißbierbrauereibesitzer Schmitt in der Heiliggeinstraße
ersuchte um Genehmigung des Ausschanles
von Braunbier. Der Magistrat lehnte
das Gesuch ab. Die Beschwerde Schmitts hiergegen
wurde von der Regierung und vom Vermaltungsgerichtshof
abgelehnt; erenso oi: Beschwerde
des Hammerwirtes gegen die Höhe der
Staatsabgabe für die Konzession.
Gemäß einer ministeriellen Anregung wurde
dem Distriktsausschuß ein gewerblicher Ausschuß
angegliedert, der sich aus den Mitgliedern
der Handelskammer und den Vorstäuden
der Fachkorporationen aufammensetzt. Das Magistratslollegium
beschließt, in den Ausschu##
nur die Stadt Rosenheim und nicht das Land
einzubegehen.
' Rosenheimer Anzelger
25 Jähre bürgermeister.
Rosenheim, 30. Mai.
Am 14. Män 1914 waren zweieinbalb Dedennien
verflossen, seltoim Bürgermeister Friedrich
Stoll, der erste Bürgermeister von Rosenbeim
rach Erbebung des Markes zur Stadt, aus
bieser Zeitlichleit geschieden ist. Am 29. April
18839 vereinigten sich die städtischen Kollegien
zur Wal! des neuen Bürgermeisters. Die Wahl
siel unter acht. Bewerbungen auf den damaligen
rechtekundigen Bürgermeister von Lauf bei
Nürnberc, Herrn Josef Wüst. Wenige Wochen
darauf erbielt dase Wahl ihre Bestätigung.
Am 31. Mai 1889 traf der neue Stadtvorstand
in Rosenheim ein und am 1. Juni 1889 wurde.
er von Bezjzirksamtmann Auer feierlich in sein
Amt installiert. Herr K. voftat Bürger meister
Wüst begeht also an diesem 1. Jumi sein 28.
jähriges Jubilaum als Bärgermeister der Stadt
Rosenheim. Es lrifft mit der goldenen Jub belseier
der Stadt Nosenheim zusammen, die sich
des leltenen Ereignisses freuen fann, in den
50 Jahren, bir seit ihrer Erhebung zur Stadt
verfrrichen lind. nur zmei Vorjlände an der Spitze
inrer Verwalkung gesehen zu haben.
Als die burgerlichen Kollegien im Jahr 1883
ihre Stinr., uf unseren segigen Stadloers.and
EEIIIIEIEIIII
ten im Autie ##ues rechtskundigen Bürgerm#-siers
tätig. Vem städtischen Verwaktungsweseie
sland er a.so leineswegs mebr fremd gegenuver.
Er war rielmehr damats ichon als ein auege-Khnichneter,
lenniereiker und gewissenhafter
Verwan. igsramter bekannt und erprobt. Zu
Forchheim iri Jagre 19602 geboren, ist er jetzt
54 Jahre att. Fali. bi: Hälfte sein# Leres
rerbrachte er im Dienste unserer Stadt. In
diesem Viertelsarhundert im er den vor- nnich'n
Charaktereigerschaften, die man ihm bei Kiner
Wahl schon nachr# hute, unberrü it treu geblie
len. Pfüchteifer und Gewissenhaftigleit, Arbeitssreudiglent
und Zurork'mmenbekt begiei e,
ten stets sein Schaffer n und Wir Dahß es
wie im gewöhul chen Leben so auch einem Stadtrvorstand
selbn: leim besten Willen nicht möglich
ist, immer und überal' so zu wirken, daß alle
und jeder daron befriedigt sind, ist seistrer--ständlich.
Eines aber rechnen wir Herrn K. Hofrat
Bürgermeitn er Wüst. sehr hloch an: all den
rielen Fragen, die im Laufe der langen Jahre
seiner Lesigen Tätigleit an ihn herant’aten,
widmete er sich mit dem be#n Wis en. Dabei
Zrichnete sich seine Amtziührnng immer durch
red'e Unparteilichleit oaus. Wir wiffen: in
den Verbhandlungen in den Hollegie n oder in
Kanklleivrerlehr gibt es manchmol der Augeinandersetzungen
geung, weische nicht inumer #0 geführt
werden, wie cs vtelleicht erwartet oder
vorausgesetzt werden möchte; allein Herr K.
Hofrat #hust ließ sich ourch nichts von einer
unpartcit schen Leitung abbringen. Er fand siets
das rechte Wort zu rechter Zeit. Immer ließ
er sich leiten von sirena obsfeltiver Beurteilung,
die frei war von jeder Voteingenommenhe t. Er
üellte sich in der uneigennützigsten Welse in den
Dienst der Stadt, nur eines halte er sjlets vor
Augen: das Wohl und die Intereisen der Gesamtheil.
Dabei war ihm an der Pflege des
Zuien Einvernetmen= zwischen Stadt und Lan?
beson: ders gelegen.
In diesem seinem Wirlen und Schaffen waslen
ihm Ersoipe nicht rersant., Unter seiner
Leitung ar N#enrim einen unerwarkelen Aufichwung
genommen. Da; gefamte Gemeinwesen
nahm eine überraschende Cnwicklung. In
den eimelnen Verwaltungszweigen warer gar
manche Erweiterungen erforderlich. Wir sehen
die Volkoschulen sich rorkelbaft ausgestalten, wir
nerfolgen mit ifrendigem Interesse die Aufwöärtsbewegaung
de Viitlelchi sen und der inen an—
geglicder: en Inj itute, wir sehen unter ihm noch
in den lesten Zayren die Errichtung unterer
Töchterichule. In die Zeit seiner Vetwallung
sälit weiter die Errichtung des städt. Elekteibeitätewerkes,
dessen Leitungenetz heute berets
eine so Lroße Ausdehnung erfaßren hat, daß
ein Mehr aum och möglich L glei herWeise
EIIIIIIXX Gaswert, deisen Erträgnisse
nicht wenig 3u den Finanzen der Start
beitragen. Gerne erinnern wir uns auch daran,
daß die musterhafie elektrische Beleuchlung,
welcher sich unsere Stadt erfreut, mit auf seine
Initiative zurückzuführen ist, dah die prächtigen
Anlae en. die das Innere unserer Stadt ichmüden
und ihren Gartencharalter wesenllich erhöhen,
daß die schattigen Alleen, welche in so reicher
Mannigfaktigkeit den Gürtel der Start umsäumen,
ihm zu danken sind. Die Hoch'ruckwasserleitung,
die Kanalisierungsan agen, der innere
Ausbau des Krankenhauses, und wie die srädtischen
Werle und Einrichtungen auch a#le brißen
mögen, sie alle sanden in unserem Stadtrorsland
einen eifrigen Pfleger und Förderer.
In dieses Vierteljahrhundert fällt auch die
Zeit reichen wirtschaftlichen Lebens für die
gekamte Stadt. Handel und Wandel, Handwerk
und Gewerbe haben mit profitiert von dem
Ausschwung, der unserer Stadt in den verlostenen
zweieinhalb Dezennien beschieden war.
Das beimi Gewerbe, das ansässige Handmerk
sand von Herrn Bürgermeister Wüst stels
die eifrigste Förderung. Immer ist er darauf
bedacht, alle Zweige nach Möglichkei 6 zu berütlichtigen
und Peruslichtigt zu lehen auch durch die
rĩen.
beiden Kollegien und die einzelnen Verwallungen.
Wir meinen, daß gerade dieses sein Bestreben
uneingeschränkt Tenn finden wird
in den Reihen des hiesigen Gewerbes.
Diese Anerkennung ist wiederhol! chon sichllich
zum Ausdruck gebracht worden. Das Vertrauen
der Bürgerschaft entfandte Herrn K.
Hofrat Bürgermeister Wüstl vor tlichen Jahren
schon in den oberbayerischen Landrak, in
dem sein Wort gar große Geltung bat. In
dieser Korporatton hat er noch immer eine für
Rosenheim Stadt und Land erspriesliche Tärigkeit
a# entfalten gewußt. Steht er doch an
der Spitze des ersten Ausschutses und ist auch
Mitolied des ld n Landrat? ausschuĩses. In
September 1899 war es, als das großze
Hochwasser die Stadt heimsuchte. Aklen ist
noch in Erinnerung, we "Sch eifrige Tätigkeit in
der Behebung der Schären dieser Kataßt ophe
er entwidelte und in der unermüdlichen Weiter
verfolgung der Hochwasserdammfrage in er
beule noch rastles tätig. ie Döchsie Stelle
anerkannte dieses sein Wirken damals mit einer
elrenden Auszeichnung, durch die Verleihng
des St. Micha#lsordens 4. Klasse. In besonn erer
Würrigung seines bieiseigenSchafiens
murde ihm zum 1. Jannar 1905 der Tileiluins-Nang
eines K. Hoftates verliehen. Und alsder
verewigie Re gent am 12. März 1906 seinen
85. Geburts: a jeiert e, wurde Hett K. Hoirat
Wöß mit der Prinzregent Lultpold Merai#le
in Silber ausg#e: eichnet. Am 90. Geburtsfest
des Regenten wurde ihm noch der Verdien·
orden rom hl. Michael 3. Klaise verlieten. Das
sind ehrende Auszreichnungen, an deren Verleilung
die gesamte Einwohnerschoft herzliche
Freuode mitempfand.
Aus dem geschäftllichen Leben wissen wir, da#
nicht alle Bestrebungen zum Qiele führen. In
einer Stadtverwaltung ist es nicht anderr., Wern
nun das eine oder andere im Laufe der Jahre
innerhalb der siädt: schen Verwalzung nicht so
Crotückt sein sollte, wic es vieileicht bei seiner
Etrierung crhofft oder in Aussicht genelll werden
lonnte, so dürfte dies keinesfalls in persönlicher
Hinsicht gelenn: eichet. werden. Da wirten
Vex leitumstände mit und (end Mamee zu beräcsichtigen,
welche in ihrer Gesamheit ein wesenich
anderes Bild entsichen laisen, als man
bei nur oberflächlicher Betra: btung erhilt.
Wir können unserem Stastvorstand das Zeugnis
aussiell n, daß er stets das beite Woi
len in den Dienit der Stadt gesteli: hat and daß
Rosenhrim mit den dabei errungenen Erfolgen
sich gerro#st in die vorderste Reihe der bayccischen
Städte stellen lann.
Doch in seiner Verwaltungstätigleit sieht
Herr K. # Wün sein Schaffen noch nicht
erichövft. Seit vicien Jahren schon Pheht er an
der Spize des Verschön crungsvereines, auf deijen
Initiative die Schaffung gar vieler unserer
berelihen Alleen zurüct zuführen ist, die benne
Einei: nisch: wie Fremde in gleichem Maßze
freuen. Zn gleich unei genn üßiger Weise wir er
Herr K. Lofra- Wün seit langen Jahren schon
an der Spitge des Männervereins vom Roten
Kreuz; all dessen Bestrebungen wandte er sein
Krösites Interesse zu. Wir denken da namentlich
auch an die Sanitätslolonne und auch an
die Feuerwehr, welch beide in ihm einen eifri Jen
Förderer verehren. Wir erinnern auch an die
Förderung der Kunft in unserer Sla'ss.
Käll! doch die reiche Stiftung der Gemälde=Laleri:
und ihre geschmadvolle Einricheung ge ·
rade in seine Jeit; auch der Kunftverein verehrt
in ihm einen verdiensvollen Förderer. Und
der Historische Verein verdankt feine: Anregung
car mancherlei. In diesem Zutammenhange
möchten wir auch der mustierauttigen Neuordnung
des Stadtarchio? gereulen. die nanmehr
#em Abschluß gediehen #n. Der Liedertafel
Lehört Herr K. Hofrat Wün bereits seit seinem
o ersein an; in ihren Annaten sinden wir feinen
Namen schon seit dem Jahre 1869 in den
Reihen der außeror denilichen Mitaglieder verzeichnet.
Auch in vielen anderen Vereinen wird
er gern als Mitglied und Förderer gefübrt.
Im persönlichen Verlehr isr Herr K. Hofra#
Wäst liebenswürdig und zuvorkommend. Sphweit
er in den verschiedenen Fragen entge genlommen
kann, tut er es gern und bereitwillig'
in amilichen wie im außerdienstlichen Verkehr.D Der
besse Beweis dafür ist wohl in der allgemeinen
Verehrung und Hochschätzung zu erblicken, der er
sich nicht nur in den Reihen der slär licchen
Bramtenschaft sondern auch ailenthalben in der
Einwohnerschaft Rosenheimo erfreut. Nicht zuletzt
ist diese Tatfache sowohl auf seine enerzirran
Umsicht in der inneren Verwaltung, als auch
auf seine scharf ausgeprägte Gerechtigkeitsliebe
dcgenüber allen zuülzufähren.
An seinem Jubkläum nimmt die ganze Staot
freudigen Anteil. In der Anerkennung seiner
vielsachen Verdienste schließt sie sich den sött.
Kollegien gerne an und entbietet Hrn. K. Hofrat
Wüst zu seiner Jubelfeier die hergiichsten
Glückwünsche. Auch wir stellen uns zu den Gratulanten
mit dem Rufe: Ad multos annos! Mögen
der Stadt Rosenheim die Erfolge seiner ersprießlichen
Tätigkeit auch in Zukunft in reichem
Mahe zuteil werden! A. U. B.
Sonntag, 31. Mai 1914
Vorbereitungen füc die Jubiläums-Gewerbeausstellung.
Rosenhelm, 30. Mal.
Der Allgemeine Gewerbeverein Rosenheim hatle
für Freitag zu einer Plenawersammlung im
Ztockhammerbräu Einladung ergehen lassen, der
von der Geiamtmitgliedschaft wie auch von allen
Auestellern von hier und Umgebung sehr hll.
reich entsprochen wurde. Verdienen doch die
ürchungen des Jubelvereins allgemeines Irterese.
Und was lönnte anregender sein, als
eine Ausstellung in den Mauern unserer Stadt?
Der 1. Vorsitzende, Herr Acchitekt Schreitenseger,
eröffnete die von zirka 50 Herren besuchte
Versammlung und hieß alle im Namen
des Ausschusses herzlichst willkommen. Aus den
ron Hrn. Schlossermeister Koch als Schriftführer
verlesenen Protokollen erfuhren wir nachmals
die Beschlüise des Vereins über die Ver
anftaltung der Ausstellung. Das Ar rbeitelammiler.
setzt jich aus den Herren Koch, Maier und Giell
miammen. Wir erfuhren serner, daß der Entkzurf
zu der wirkungsvollen Rellamemarke des
Vereins von Hrn. Malermeister Probst stammt.
Neken dem Arbeilslomitee besteht noch ein Aussiellungskomitee,
in welches Herr Schlossermeister
Wolf als 1. Ebrenvorsfitzender und Herr Weißgerbermeister
Bauer als 2. Ehrenvorsitzender gemählt
wurden. In di: Ausstellungsleitung teilen
sich Herr Hafnermeister Greadl und Herr
Architelt Schrellemeger. Auch mit dem Finanzwesen
hat sich ein eigener Ausschuß zu befassen.
Dann wurde noch bekanntgegeben, daß die
Anchung des Fremdenverkehrsvereines, ein od.
hrere Musterzimmer zur Ausßellung zu brinder
Schreinewereinigung hinübergeleitet
irde.
Hierauf ũbertrug Herr Schrettenieger mit Einrorändnis
der Versammlung den Vorsiz Hrn
Hosschlaisermeister Wolf, welcher zunächst fũc die
Ernennung zum Ehrenvorsitzenden dankte und
als Gegenleistung seine ganze Kraft in den Dienst,
ieines Ehrenamtes zu seßen vorsprach. Dann
betonte er, daß die glänzene Turchführung der
letzten Ausstellung vor allem dem einigen Zusammmenwirien
der ausstellenden Handwerksmeister
zumschreiben i##l. Im heurigen Jahre steh
der Verein wiederum vor wichigen Aufgaben,
gediegene Arbeiten der Teffentiichkei zu unterbreiten.
Leicht in die Aufgabe, weil das
senheimer Handwert, wie auch seine Industrie
auf der Höhe der Zeit steht; schwer ist sie in
Himict auf die verworrene wirtschaftliche und
politische Lage. Redner schleß mit der Furersichtlichen
Hoffnung, daß auch die neue Ausstellung
wieder ein gänzendes Zeugnis von dem
Fleiße und Können des Hamndwerks und der
Industrie Rosfenheims ablegen wird. Im Anschluß
daran übergab der Ehrenvorsitzenoe dem
Verein den ersten Jahresbericht des allgemeinen
Gewerberereines aus dem Jahre 1865, auf den
wir noch zurückkommen werden.
Da#n rerlas Heir Gradl die Bestimmungen
über die Ausstellung, an denen im Laufe der
vacholgenden außerst lebhaften Debatte maners
geändert wurde. Betitreit in das Unternehmen
„Juliläumsausst ellung des allgeneinen .
brerbevereins Rosenheim 1864 1914.7 Der Zweck
der Ausszellung it, anläßlich des 50jähr. Beshchens
des Vereins und des Stadtjubiläums
die Erzeugnisse des Hanzwerks, der Indnstrie
und sonftigen Erwerbemeige vor Augen zu führen.
Die Aussiellung findet vom 5. bis 20. Sept.
in der Turnhalle und den annoßenden und ange-auten
Raumlichteilen stalt. Eingeteilt wird
die Aussiellung in vier Gruppen: al Gewerbe,
I) Sport, c) Industrie und fabrikmaßig hergeüelite
Maren aller Ark, d) gewerbsmäßiger Handel
mit Artilein des Gewerbes und der Indntrie.
Zugclassen werden alle Gewerbetreibenen,
die ihren Siz in Rosenheim Baben und
Mirelied des Vere'nes find, und alle Auswär-=lipen,
wenn sie Mitglieder des Vereines werden
und auf 2 Jahre den Beitrag entrichten. Die
Platzgebübren waren schon festgesetzt; es entsfrann
sich indessen eine lebhafte Debatte. Zum
Schuuß wurde solgendes feugesetzt: Der vollständig
freistehefide Matz loftet pro Quadratmeier
1 Ml. und wird nur an Mitglieder abgegeben.
Die Boden= und Wandflächen weroch
an Mitolieder um 1.50 und an Nichtmitglieder
um k. pro Quadratmeter abgegeben,
ohne jeglichen Rabatt.
Auch die übrigen Bestimmungen über die
Ausstellung wurden noch festgesetzt, o über die
Zulassung von Arssiellungsgegenständen, über
bie Rellame, über die Firmenschilder usw
Schluh der Ausstellung sindet eine Warenverlofung
a#, die unler magistraticher Kontrolle
sieht und deren Ergednisse in den Lokalblättern
bekanntgegeten wird. Bei Meinungsverschiedenheiten
entscheidet ein Schiedsgericht, das sich aus
je einem Vertreter der Gegenparteien und des
biesisen Stadtmagistrats zusammensetzt. Für alle
Ferderungen steht dem Verein kas Pfandrecht
auf die Aussiellungsgegenstände eines fäumigen
Zahlers zu. Die Anlieferung zur Ausstellung hat
vom 1.—3. Sept. zu geschehen.
Ferner wurde beschlossen, an die uRüussteller
eine Auszeichnung zu gewähren. Welcher Art
diese Auszeichnung sein soll, ob Diplom vder
Medaille, darüber hat der Ausschuß 3
den. Auch ein Antrag, den Ausstellern bei günstigem
Abschluß 50 Prozent des Ueberschussen
Iöcuvergüten, wurde angenommen. Der
gen.
wiu