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wesen, selbst Benediktiner zu werden; er ist aber trotzdem zu
dem Schluß gekommen:
„Ich habe den Geist christlicher Selbsttötung ahnen gelernt, aber
ich bezweifle, ob bei einer derartigen asketischen Richtung wahrhaft
große Leistungen auf dem Gebiete des tatkräftigen Geistes, namentlich der
Wissenschaft, möglich sind.“
„Soviel ich weiß,‘‘ fügt Baumstark in seinem ‚Plus ultra‘
hinzu, „hat Beuron mich noch nicht widerlegt.‘ Seitdem ist ein
weiteres Menschenalter ins Land gegangen, ohne daß der Welt
von den „wissenschaftlichen‘‘ Leistungen der Beuroner Mönche
etwas bekannt geworden wäre. Der weltberühmte ‚Benediktiner‘‘
ihrer Brüder in Frankreich zeugt von einer andern Art Geist“.
Die ‚„wissenschaftliche‘‘ Leistung im Kloster hält übrigens
keineswegs nur religiöse Asketik hintan. Wenn sich römischkatholische
Ordensleute oder Priester mit ‚Wissenschaft‘ abgeben,
so kann dies nur in apologetischem Sinne geschehen,
jedenfalls nur soweit, als dadurch die kirchlichen Glaubenssatzungen
nicht erschüttert zu werden drohen. Insofern es sich um
Wissenschaft als solche, um Erkenntniswerte handelt, dient das
wissenschaftliche Rüstzeug der Betreffenden nicht nur nicht dazu,
die wissenschaftliche Erkenntnis zu fördern, sondern diese zurückzudrängen,
womöglich im Keime zu ersticken. Dies gilt zumal
auch von jenen Jesuiten, welche sich mit ihren ‚‚wissenschaftlichen‘‘
Leistungen so gern brüsten und ihretwegen so
gerühmt zu werden pflegen. Bedarf doch jede Publikation,
und wenn es sich um ein mathematisches oder astronomisches
Problem handelt, der Genehmigung der kirchlichen Zensur!
Wem würde es denn auch heute beikommen, ein Kloster zur
Förderung der Wissenschaft zu gründen? Die Klöster sind vielmehr
längst dazu da, den Glauben und mit ihm den kirchlichen
Aberglauben zu pflegen und zu züchten, der Wissenschaft zum
Trutz! — Eben weil sie sich hierzu besonders eignen, erachtet sie
die Ecclesia militans als ein so wertvolles Rüstzeug.
Vor allem möchte das päpstliche Rom wieder dieSchule
an die Klöster bringen! Nicht nur dadurch, daß Erziehungsanstalten
innerhalb ihrer Mauern erstehen, sondern auch durch
Heranbildung von Schulbrüdern und -Schwestern, welche in
„freien“, womöglich auch in staatlichen Schulen Anstellung
finden und sich so derselben tatsächlich bemächtigen. Reichensperger
wies, um der Ausschaltung dieser römischen Schul-