Nummer 140
———““s "
Als nächsten Gegenstand wurden die Kreisbesehle
und Anordnungen des Landesaueschusses
bekanntgegeben. Vom 24.—26. September sinden
auf der Hauptfeuerwehrwache in München
die Führerkurse statt, zu dem jeder Bezirk mindestens
einen Chargierten abzuordnen hat. Für
jeden Teilnehmer sind von der Bezirksverbandslasse
5 Mk. zu leisten. Die Kursteilnehmer erhalten
freie Hin= und Rückfahrt und Verpflegung
in einem Gasthof; sie sollen nicht über 40
Jahre alt sein. Der Kurs umfaßt einen prakülchen
und theoretischen Teil. Für etwaige Unfälle
und Erkrankungen erhalten die Teilnehmer
Unlerstützungen aus der Landesversicherungslasse.
Von dem Bezirksverband Rosenheim meldelen
sich Vertreler- der Feuerwehren Kiesero#selden
und Niederaudorf, Riedering und
Prien.
Bei Landbränden haben nur 1 —15 Mann
ausmrücken; es sind zu diesem Zweck Auerüstungsplãne
anzufertigen und einzuführen. Der Vorsigende
wird in nächster Zeit cinen Ausrückungsplan
für die einzelnen Feuerwehren ausstellen.
Daun mussen auch in Luruoft die Feuerwehrlommandanten
zur Feuerbeschau in den Gemeinoen
iugezogen werden. Das Bezirksamt
versichert, die Gemeinden davon zu verständigen.
Weiler wurde Beschwerde geführt, daß Gemeinden
oft leinen Pennig für das Feuerlösch:
wesen aufwenden wollen. Die Feuerwehren lönnen
das Bezirksamt verständigen und dieses
wird dann die Gemeinde zwingen, die erforderlichen
Löschgeräte zu schaffen.
Enolich sieht sich die Lnberunterftuhungskaf
Kezwungen darüber zu klagen, daß die Anmeldungen
zur Sterbekasse so spärlich. eingehen. Das
iĩt Sache der Kommandanten, die zum Beitritt
einladen sollen. Ferner werden die Kommandanlen
veranlaßt, in Brandberichten genau zu delaillieren,
inwieweit durch Verhandensein elektrischer
veitungen die Löscharbeiten verzögert oder
erschwert werden, wobei man Innen-- und Ausenleilungen
wohl zu unterscheiden hat. Die rler.
trischen Leitungen sind den Feuerwehren viel zu
wenig bekannt. Der Vorsitzende betonte, daß
gerade bei dem Brande in Altenbeuern in dieĩer
Hinsicht Schwierigkeiten und Unannehmlichleiten
z. Tage getreten sind. Die Feuerwehren
durfen in Gebieten mit elektrischen Anlagen
die Leitungen nur im äußersten Falle stromlos
machen. Redner berichtete, daß die Obüz Beschwerde
geführt hat, daß in Allenbeuern die
Leitungsdrähte zerschnitten wurden. Die Inflruttionen
der Ueberlandzentrale stehen aber
mit den Vorschriften des Landesverbandes im
krassesten Widerspruch. Es sei daher notwendig,
daß die Feuerwehren über die Leitungen aufgellärt
werden. Vor Niederspannungen haben die
Feuerwehrleute die gleiche Scheu wie vor Hochspannungen.
Kommerzienrat Kröner steilte den
Antrag, es möchte in den Sahungen die Bestimmung
gelroffen werden, daß in dem Moment,
in dem ein Brand ausbricht, dem Kommandan
len eine Person beigegeben wird, die in den Lei
tungen erfahren ist. Ebenso sollen die Brumnwarte
der Hochdruckwasserleitungen bei Brandfällen
dem Kommandanten unverzüglich zu Rate
jlehen.
Die Feuerwehr Happing be rantragte, daß vom
Bezirksamt aus verboten werden soll, daß Hochfrannungsleitungen
ganz nabe oder durch Ortschaften
führen. Die Leitungen müßten unbedingt
außerhalb der Ortschaften vorbeiziehen,
camit sie mit Feuerwehren nicht in Berührung kämen.
Ferner führt die Feuerwehr Happing Beschwerde
über das Verhalten der Distrittsbehörde
bei dem Brande in Happing am J. Jan. ds. J.
Herr Regierungsrat Baur erwiderte darauf, daß
die Hochspannungsleitungen und ihr Weg nach
den einzelnen Ortschaften von der Regierung
Szrütt und genehmigt werden; ferner, daß die
Oberleitung bei Brandfällen noch immer die Distrittsbehörde
habe und dafür auch die Verantworlung
trage. Auch der Bezirksvertreter pflichlete
dem bei und betonte, daß der Verwaltungsbeamte
am Brandplatze etwaigen Besprechungen
mit den Chargierten gern zugänglich ist.
Zum Schlusse erteilte der Vorsitzende der Westerndorfer
Feuerwehr eine scharfe Rüge. Die
Justände und Zwistigkeiten in den Reihen der
Mitglieder und Chalg asgierten ls seien heunhalkbar geworden.
Der Bezirksausschuß r beschiofsen,
in der Feuerwehr ad d Mrie.
hofen eine Generalversammlung einzuberufen,
in der die Angelegenheiten geregelt werden follen.
Sollte dann noch nicht Ruhe sein, dann
wird sich das Bezirksamt damit beschäftigen.
Wer sich den Statuten des Landesverbandes
nicht unterwirft, der wird der Pflichtfeuerwehr
einverleibt.
Hicrauf erstattete der Bezirksobmann Kiener-Westerndorf
Bericht über den Stand der
Sterbekasse pro 1913. In der großen Versicherung
waren in Antwort 24, in Eggstätt 82,
Endorf 61, Halfing 42, Hohenaschau 319 Prien
54, Rimsting 23, Aising 14, Degerndorf 10,
Fischbach 17, Flintsbach 29, Happing 1, Hôbenmoos
6, Piefersselden n Marienberg 20,
Mitterhart 5, Neubeuern 74, Nußdorf 36, Oberauoorf
20, Pang 12, Pfraundorf 11, Schloßherg
50, Sochtenau' 10, Stephanslirchen 2,
Bogtereuh 5, Westerndorf. 20 und Ziegelberg
In der Keinen Versicherung sind in Antn
1, in Prien 2, in Degerndorf 8, Happing
4, Nußdorf 2, Se 1, Stephanskicchen 5,
Vogtareuth J’und terndorf 1, insgesamt 744
in der großen und -“ in der tieinen Versiche-Donnersfag,
2. Juli 7914
Eosenelrer Arzelges
Zum Inbilänm in Würfburg.
Würzburg und Unterfranken mit Aschafsenburg
begehen in diesen Tagen die hunder!
jährige Gedenlfeier ihrer Zugehörigleit zum
öoniptum Bayern. Eine eigenartige Geschichte
ist über Würzburg dahingegangen und wie
alle bayerischen Städte hat es ein gut Teil
seiner Geschichte bis in die Gegenwart herübergerettel.
Die traulichen, alten, wintligen Straben,
auf die sich noch mit großen Torwölbungen,
die wie lebendes Miltelalter ammuenden
Höse olsnen, der Vranz von nichl weniger als
40 Kopellen und Kirchen, die alte Beüce mit
den zwolf Frankenhefligen und die Feste Marienberg
mil ibeen trutzigen Mauein, die fur
eine Ewigleil gebaut sind, alles erinnert an
„eilen und Geschehnisse, die gleichsam größeren
Glonz über die Sladt geschüttet haben. Wurzburg
ist die Lieklingoresidenz der Staufenkaiser
gewesen, immer bis gegenwärtig aber eine Gelehrlenstadt
erster Linie, reich an Sehenewurdigleiten
und alten Erinnerungen. Unser heuliges
Bild zeigt die Feste Marienberg oberhall
der Stadt Wurzburg.
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*—
–
rung. Der Bezirlsvertreter, wie auch He#r Kommerzienrat
Kröner bedauert, daß noch so viele
Feuerwehren fehlen. In der Sterbegeldversicherung
sei das wenig ersparte Geld am sichersten
angelegt.
Geslorben sind 15 Versicherte, welche zusammen
5100 Mk. ausbezahlt erbielten, in Wirklichleit
aber nur 2019 eingezahlt hatten.
Auch den Vericht 1913 14 der gesamten Sterbelasse
des Bayer. Landes-Feuerwehrverbandes,
Versickerungsrerein auf Gegenseiligkeit, brachte
Hert Kiener zur Verlesung. Wir entnehmen ihm
Folgendes: 117016 Mitglieder waren in der
großen und 3181 Mitglieder in der kleinen Versicherung.
Gestorben sind 2053, eingetreten 57
und ausgetreten 419. Der nunmehrige Stand
ist: 115 650 in der großen Versicherung, 1607
in der lleinen, 467 Mitglieder sind prämienfcei,
weil über 75 Jahre alt. Sie haben noch vollen
Versicherungeanspruch, während 173 prämienfreie
Mitglieder nur reduzierten Versicherungsanspruch
haben. An Sterbegeldern wurde ausbezahlt
702 105 Mk., während der Beitcag nur
318 012 Mkl. war
Herr Regierungsrat VBaur gab dann noch
eine Ministerial- und Regierungsentschliei zung
bekannt, in der gegen die „Demolierlust“ der
Feuerwehren bei Brandfällen Stellung genommen
wiro. Wenn auch die Frage nicht für den
Bezirk Rosenheim attuell sei, so müsse doch
oarauf besonders hingewiesen werden. Wenn
die Feuerwehr oder die Chargierten im guten
Glauben die Mauer eingerissen haben, so lonne
auf Schadenersatz nicht gellagt werden, wohl
aber, wenn dies aus lauter Lust getan werde.
Die Mannschaften haben den Anordnungen des
Kommandanten oder des von der Distriktsbehörde
abgesandten Verwaltungsbeamien strikie
Jolge zu leisten. Der Vorsitzende dankte Hrn.
NReg.-Nat Baur für seine instruktiven Auefülrungen.
Als letzter Punkt stand die Erledigung von
Anträgen zur Beratung und Abstimmung. Hr.
Kommerzienrat Kröner- Kieferefelden brantran
ke, daß den Feuerwehrleuten, die bei einen
Brande verhindert sind, ihrer Arbeit nachzunr.
hen, und somit in ihrem Verdienst und Vermogen
oft nicht unbeachtenswert geschädig t sind, der
entgangene Lohn ersetzt wird. Der Vorsitzende
sympathisiert mit dem Antrag. Bei der 9 islussion
wurden jedoch Stimmen laut dahin, daß der
Charakter des Dienstes aus Nächstenliebe Einhuße
erleide. Der Antrag wurde mit großer
Mehrheit abgelehnt. Der Vorsitzende gab seiner
lebhaften Freude Ausdruck, daß noch der alte,
gule Geist in den Reihen der Feuerwehrleule
herrsche.
Einen zweiten Antrag stellte Herr Kommerzienrat
Kröner, es möchte das Ehrenzeichen für
25jähr. Mitgliedschaft in eine Medaille umgewanoelt
werden. Hr. Seitz-Traunstein berichtete,
daß er schon früher den gleichen Antrag gestellt
habe, woraus ihm aber bedeutet wurde, es
möchte das Andenken des Stifters bewahrt bleiben.
Ter Antrag Kröner wurde einstimmig angenommen.
Die Feuerwehren Prien und Endorf beantragten,
es möchte im Bezirks. wie auch Landesverband
jeder Kompagnie einer Feuerwehr in
einem größeren Orte eine Stimme zuerkannt
werden. Der Vorsitzende erwiderte darauf, das
die Landfeuerwehren zufrieden sein solllen, daß
es bieher so war, denn wenn dem Antrag der
beiden Feuerwehren stattgegeben werde, würden
die Eroßstädte bald das Uebergewich haben.
Der Antrag wurde mit allen gegen eine Stimme
abgelehnt.
Dann folgten noch Anträge des Bezirksausschusses:
Es wird beim Landesausschuß angeregt,
daß von einem Bau eines Invalidenheimes
abgesehen und den Invaliden Geldunterstützungen
gewährt werden. Der Vorsitzende begrün-
dete den Antrag damit. eb das Invalidenheim
.
eine Menge Unterhaltungsloiten verursache-Auch
sei es für die Invaliden nicht angenehm, wenn
sie in spälen Jahren plöglich aus ihren Lebens-Lewohnheiten
herausgerissen werden und sich an
den Turnus in den Heimen gewöhnen musse:
Am besien ist es, man gibt den Invaliden uu
terstutungen, mit diesen können sie dann anfan
gen, was sie wollen. Der Antrag wurde einstimmig
angenommen. Ein zweiter Antrag, witl
die obligatorische Einführung des Feuerwehrpasses.
Die Versammlung war damit einverstanden.
Ein 3. Antrag des Bezirklsausschusses geht
dahin, es sollen zu Chargierten nur mehr solche
Herten gewählt werden, die thcorelisch und pral—
lisch den Feuerwehrdienst gut kennen. Auch dieser
Antrag wurde angenommen.
Dam wurde noch eine Be- irfslasse gegründet,
die, wie schon früher erwähnt, für jeden Teilnehmer
an den Führerkursen in München 5 Mk.
zu leisten hat. Bisher besta id im Bezirk Roslenheim
noch keine Kasse.“ Man kam überein,
daß die Gemeinden alljährlich einen Beitrag von
1 Mk. an die Bezirksverbandskaise zu leisten
baben. Der Antrag wird an das Bezirksamt
Rosenheim hinübergeleitel.
In der folgenden Diskussion bellagte sich Herr
Kogler-Pang darüber, daß die Zuschusse zu den
Montierungegeldern so spärlich ausfallen und
daß die Gesuche an die Versicherungskammer
usw. nicht beantwortet werden. Herr Reg.-Rat
Baur bedauerte ebenfalls die Spärlichkeit der
Zulchüsse; früher habe die Regierung den Feuerwehren
namhafte Zuschüsse versprochen sich aber
dabei um leine Geldquelle umgesehen, Und nunmehr
scheint Geldmangel eingetreten zu sein.
Wegen der Nichtbeantwortung der Eingaben
sollte Antragsteller sich trösten, den Bzzirksämtern
ginge es auch so. Der Vezirksverrtreter
rersprach zu versuchen, ob sich nicht der Landtag
für die Uniformierung der Feuerwehren interessieren
möchte und einen geeigneten Posten im
Etat einsetzen wird.
Die Feuerwehr Hohenaschau siellte den An
trag, die Bezirlstagung sollte in Julunft im Mast
atr#ehalten werden, weil da die Landleute besser
sortlönnen. Dem Antrag wurde flattgegeben.
Da nun die Tagesordnung erichöpft war,
ichloß Herr Apotheler Hagen die Tagung mit
dem MWunsche, es möge sich di: Angelegenbkeeit in
Wesierndorf gütlich beilegen lassen und das
Feuerlöschwesen in unserm Bezirt sich immersort
beben. Er dankte noch Herrn Reg. Rat Baur
für die Unterstützung, die er bisher der Feuerwehrsache
angedeihen lieb und bat um ferneres
Wohlwollen.
LEetalnachrichten.
Nenerungen im Telephon= und Wottschechverkehr.
Mit dem heutigen 1. Juli treten sowohl im
bayerischen Telephonverkehr als auch in der
Postsche kordnung einschneidende Aenderungen in
Kraft. Vor allem erfährt im Telephonverlehr
die Dauer der Gespräche im Bezirks= und
Fernverkehr eine wesentliche Verkürzung; sie
betrug bisher fünf Minuten, wurde aber jetzt
auf nur drei Minuten derabgeseßi. Dadurch
stellt sich von selbst eine nicht unwesentliche
Verteuecung der Telephongespräche ein. Ferner
soll für Telephonleitungen zu Nebenanschlüfsen,
wenn diese weiter als 100 Meter von der
Hauptstelle entfernt sind, für je 100 Meter
eine GebFühr von 6 Mk. (statt bisher 3 Mark)
erhoben werden; schliehlich soll für die telephonische
Aufgabe von Telegrammen, die bisher
gebührenfrei war, eine Gebühr von 1 Pig.
für dos Wort, mindestens aber sollen 10 Pfg.
für jedes derartige Telegramm bezahlt werden.
Die Fernsprechteilnehmer werden diese Gebuh-Feerhohund
empfindlich zu spüren bekommen.
Was die Postscheckordnung betrifft, die sowohl
für Bayern als auch für das Reich Geltung hat,
so treten ihre Aenderungen ebenfalle mit dem
heutigen 1. Juli in Kraft. Sie bringen eine
Reihe wichtiger Neuerungen. Für Zahllkarten,
oie jetzt bio 10000 Mk. lauten dürfen,
ist kem Hochstbetrag mehr festgesetzt. Für
Schecko wird der Meistbetrag von 10000 Mr.
auf 20000 Mk. erhöht. Zahllkarten und
Ueberweisungen bis 3000 Mk. können telegraphisch
übermittelt werden. Die Höchsigrenze für
belegroyhische= Zahlungsanweisungen, bisher
0 Mlk., beträgt künftig 3000 Mk. Der Be-8
eines Schecks kann dem Empfänger durch
besonderen Boten zugestellt werden (Eilbestelwnns.)
Der Aussteller einer Uleberweisung
lenn pbeantragen, daß das Pofstscheckamt, bei
dem sein Konto gefuhrt wird, den Gutschriftempfänger
durch Brief oder durch Telegramm
unmittelbar benachrichtigt. Um die lUleberueijung
der für den Kontoinhaber kurch Poslaustrag
eingezogenen Beträge auf fein Postsche 4#
konto weiter zu erleichtern, werden Postaufträge
mit anhängender Jahlkarle eingeführt.
4 2—
2
Rosenheim, 1. Juli 1917.
Marx Hambergerf. In weite Kreise der
hiesigen Bürgerschaft ift tiese Trauer getragen
mworden. In der Frühe des heutigen Tagetraf
qus Ziegelberg die Nachricht ein, daß rort
in der verflossenen Nacht Herr Fabrikbesiger
Mar Hamberger, der weit und breit bestbekannte
Großindustrielle und Teihaber der F. P. Hambergerschen
Fabriken aus diesem Leben geschieden
ist. Im besten Mannesalter ist er viel
zu früh den Seinigen entrissen worden; er hat
ein Aller von nur 43 Jahren erreicht und ist bereits
nach zei Jahren seinem Vater. dem
Gründer der Firma, im Tode gefolgt. Lange
Zeit schon war er schwer leidend; im vorigen
Jahre schon war er genötigt, sich in der Kli—
nit des Hofrates Dr. Krecke in München einer
schwierigen Magenoperaeken zu unterziehen. Sie
ist zwac bestens geglückt, doch vermochte ###
leider nicht, dem Patienten die erwariete volle
Gesundheit wieder zu bringen. Trotz seines
fortschreitenden schweren Leidens widmete er sich
mit beispietloser Energie bis in die öllerletzte
Zeit hinein dem ausgedehnten Fabrikbetriebe
bis ein Erneuter Schwächeanfall ihn endgüleig
zwang, das Krankenlager auszusuchen, von dem
er sich leider nicht mehr erheben sollte. Mit
Herrn Mar Hamberger ist ein von früheßer
Jugend an intensiv und erfolgreich arbeitender
Fabrikherr dahingegangen, dem die gedeihliche
Forlentwicklung der ausgedehnten Betriebe der
Firma die erste Lebensaufgabe war. Trotz
seiner manchmal etwas rauh erscheinenden Schale
schlug in ihm ein warmes Herz für die zahl
reiche Arbeiterschaft in den Hamdergerschen Industriewerken.
Ebenso gerecht und wohlwollend
war er als Vorgesegter Legenüber den Taufmannischen
Beamten der Firma. Seine Energie
und seine Charakterfestigleit. gepaart mi
edlem Sinne, sicherten ihm von ieher die
Freunoschaft und die Hochachtung all jener,
welche im geschäftlichen oder privaten Leben
mit ihm zu tun hattien. Die Firma F. P.
Hamberger verliert in dem Versftorbenen einen
treuen, bewährten Mitarbeiter, wie dies in einem
besonderen Nachruf in beutiger Nummer zum
Ausdruck komm#. Troy seiner umfangteichen
und aufreibenden Tätigkeit in den eigenen
Betrieben stand er dem öjfentlichen Leben kei—
neswegs fremd gegenüber. Allen wichtigen Vor-Hangen
brachte er regstes Interesse entgegen. Vor
allem gilt dies für den Bahnbau Rosenheim=Frosdorf.
Stellte sich schon sein Barcr lalkrafiigit
ir den Vordergrund der Altion für den
Bal nban, deisen Verwirklichung er leider nicht
mehr erleben sollte, so sente auch Oeer Mar
Hamberger seine ganze Kraft für die Bestrebungen
des Eisenbahnbaukomilees ein. Leider hat
auch er die Betriebserôöffnung nur un wenige
Wochen überlebt. Die Gemeinde Stefanskirden
verliert in ihm ein eifriges Mitglied der
Armenpflege, deren Ausschuß er seit dem Jahre
1912 angehörte. Mit besonderer Vorliebe stellle
sich Herc Mar Hamberger in den Geuerwehrdienst.
Die Feuerwehr Ziegelberg hatte in ihm
einen verdienstvollen Kommandanten, der für
die gute Schulung und die Tüchtigkeil sfeiner
Wehbrleute nach Kräften besorgt war. Auch im
Bezirks= und Kreisausschuß des Verbandes der
freiwilligen Fruerwehren hörte man seine Stimme
gern. Im vorigen Jahre noch nahm er
an der Beeirloversammlung in Oberaudorf sebhaften
Anteil, und die Bezirtsversammlung.
welche am letzten Sonntag in Endorf itattfand,
ließ ihm durch ihren Vorsitzenden noch
die besten Wünsche für baldige Genesung übermitteln.
Sie haben ihn aber kaum noch erreichen
können. Als im vorigen Jahre in
Schlohberg der Verschönerungsverein seine Täligleit
begann, stellte sich Herr Mar Hamberger
mit in die vordersten Reihen. Für seine
Famite war der Verstorbene ein treubesorgter
Sa hwasser; den Seinigen war er stets auf das
Innigste #getan. Aermählt war Herr Mar
Hamberger mit Frau Magdalena, geb. Bensegger.
Mit der schmerzgebeugten Wilwe stehen
jetzt zwei Söhne trauernd an der Bahre
des Verstorbenen. Ihnen folgen zahlreiche Bürgerssamilien
in Nosenheim und Umgebung, die
alle durch das Ableben des Herrn Homberger
in tiefe Trauer versetzt wurden. Den Hinter-
bliebenen wendet sich allgemeine Teilnahme zu.
. I. P.
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