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V. Totgeburten, Lebendgeborene, Geburtenüberschuß.
Von den 2021577 Kindern, welche nach obiger Tabelle G in den 21 Staaten des
Reiches im Laufe des Berichtsjahres geboren wurden, sind 63253 als totgeboren eingetragen;
es kamen also auf je 100000 lebendgeborene Kinder 3230 totgeborene, gegen
3276 im Vorjahre, 3316 im Jahre 1898 und 3345 im Jahre 1897; das Zahlenverhältnis
der Totgeborenen zu den Lebendgeborenen hat sich danach von Jahr zu Jahr günstiger
gestaltet, was ja auch der Rückblick auf einen weit längeren Zeitraum in Jahrgang 23 des
Statistischen Jahrbuches f. d. Deutsche Reich (S. 11) bestätigt, denn die Verhältnisziffer der
im ganzen Reiche totgeborenen Kinder ist danach im Laufe der letzten 26 Jahre ziemlich
stetig von 41% auf 31% sämtlicher Geborenen zurückgegangen. Besonders ungünstig
war das Verhältnis u. a. in Schaumburg-Lippe, wo nicht weniger als 44 Totgeborene auf
je 1000 Lebendgeborene kamen, während im benachbarten Westfalen nur 28 auf je 1000
entfielen. Mutmaßlich werden in Schaumburg-Lippe mitunter auch solche Kinder als totgeboren
eingetragen, welche anderwärts erst als lebendgeboren, dann als gestorben gemeldet
und eingetragen sind; dies geht daraus hervor, daß im benachbarten Westfalen 159 und im
Reiche durchschnittlich 225 Kinder des ersten Lebensjahres auf je 1000 Lebendgeborene
gestorben sind, während in Schaumburg-Lippe den vielen „totgeborenen“ Kindern eine äußerst
geringe Zahl von im 1. Lebensjahre gestorbenen Kindern entspricht, hier starben nämlich
nur 96 derselben auf 1000 Lebendgeborene. Diese so geringe Säuglingssterblichkeit in
Schaumburg-Lippe gewinnt auch noch dadurch eine eigenartige Beleuchtung, daß 1. die
Summe der lebend= und totgeborenen Kinder bezw. die Geburtsziffer in Schaumburg-Lippe
(28)9%% 0) weit geringer als im benachbarten Westfalen (42)) und im gesamten Reichsgebiet
(36,8 7%//00) ist, 2. die Verhältnisziffer der an Kindbettfieber gestorbenen Wöchnerinnen
auf je 1000 geborene Kinder in Schaumburg-Lippe mehr als doppelt so groß wie in Westfalen
und im Deutschen Reiche war (vgl. Tab. G).
Die Zahl der lebendgeborenen Kinder war im Verhältnis zu je 1000 Bewohnern wie
gewöhnlich am höchsten in den von slavischen Elementen stark durchsetzten Regierungsbezirken
Oppeln (44/6 % ), Bromberg (43,2% 0), Arnsberg (43,1%% ), Posen (41,, %), Marienwerder
(41,, /, Danzig (40,7 %0), ferner in Süddeutschland in der Oberpfalz (89,1 0/00) und in Niederbayern
(39,8% 0), am niedrigsten in den großstädtischen Gebieten von Berlin und Bremen,
ferner im Bezirk Lothringen (29,0% 0), sowie in Mecklenburg-Schwerin und in dem seiner
ungewöhnlichen Geburtsziffer wegen eben erwähnten Fürstentum Schaumburg-Lippe.
(Siehe die Übersicht H auf Seite 150.)
Schlußsätze.
1. Während des Jahres 1900 sind im Deutschen Reiche um 465% mehr Personen
als während des Vorjahres gestorben, dagegen hat die lebende Bevölkerung nach
der üblichen Schätzung nur um etwa 15 % innerhalb Jahresfrist zugenommen.
2. Die Zahl der Sterbefälle hat hauptsächlich unter betagten Leuten von mindestens
60 Jahren, demnächst unter Kindern des ersten Lebensjahres zugenommen. Für
Kinder von 1 bis 15 Jahren war die Sterbeziffer etwas geringer als im Vorjahre.
3. Soweit Angaben über die Todesursachen vorliegen, sind an entzündlichen Krankheiten
der Atmungsorgane um 7,10% mehr Personen als während des Vorjahres
gestorben, davon in der höchsten Altersklasse um 14,6% mehr. Diejenigen Monate,
welche im Vergleich zum Vorjahre das beträchtlichste Ansteigen der Sterbefälle zeigten,