Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

7

E

Aummer  247

Ein  im  Brandtal  gegen  die  Talstellungen
angesetzter  feindlicher  Angriff  wurde  abgewiesen.
  Wir  haben  zwei  Offiziere,  159  Mann  gefangen
  genommen  und  zehn  Maschinengewehre
und  sonstiges  Material  erbeutet.

Sabselicker  Kriegeschaup#n
In  Albanien  nichs  Neues.

Etellvertreter  des  General
n  Sbter.  —  15

·  ·  #.  #

WIB.  Wien,  22.  Ol##.
bart:

Amtlich  wird  verlaut-Mestlicher

  Kriegsschaupletz
Mh  des  benerals  #ei  Bsllerie
  GraherloKarl.

An  -  ungarisch-rumänischen  Grenze  dauern
  die  heftigen  Kämpfe  unvermindert  fort.
An  mehreren  Stellen  wurden  die  rumaänischen
Truppen  geworfen.

Heeresfront
des  Generalfeldmarschalls
rinzen  Leopold  von  Bayern.

An  der  oberen  Strypa  erfolgreiche  Vorfeldkämpfe.
  Deutsche  Truppen  erstürmten  die  rufüschen
  Stellungen  am  Westufer  der  Narajowka
und  warfen  den  Feind  über  den  Fluß  zurück.
Nur  ein  kleines  Geländestück  ist  noch  im  Besitz

des  Oegners,  An  Gefangenen  wurden  3  Offi

ziere  und  745  Manmn  eingebracht.

Italienis######  Kriegss##aupla.
Der  Tag  verlief  ruhig.  Südlich  des  Toblino-Zees
  wurde  die  anscheinend  vom  Sturm
losgerissene  Hülle  e  ines  italienischen  Fesselballons
  angetrieben  und  geborgen.

Sflösstlicher  Kriegsschanplatz
Bei  den  k.  u.  k.  Truppen  keine  Ereignisse.

Der  Stellrertreter  des  Chefs  des  Generalstads.
von  Sdset,  Felbmarschalleulnant.

 

Die  Etmordnng  des  õserreichischen
Minssterpräsidenken

Wien,  22.  Oktober.
Ministerpräsident  Graf  Stürglh  wurde  am
Samstag  mittags  das  Opfer  eines  Attentats.
Wättend  Graf  Stürgkh  im  Hotel  „Merßl  und
Schadn“  das  Mittagessen  einnahm,  trat  der
Schriftsteller  Friedrich  Adler  an  den  Tick  heran
  und  gab  in  rascher  Aufeinanderfolge  drei
Schüsse  auf  den  Ministerpräsiden:  en  ar.  Graf
Stürgkh  wurde  in  den  Kopf  getroffen  und  war
sosort  tet.

Graf  Stürgih  saß,  wie  alltägli  ch,  im  Speisesaal

  des  Hotels  Meißl  u.  Schadn  in  Gesellcchaft

des  Statthalters  Grafen  Toggenbura  sowie  des
Barons  Aehrental,  des  Bruders  zres  verst.
Mmisters  des  Aeußern.  *  oar  en  hatten  die
Mohlzeit  gerade  b.e  d  te.kscenetSchk.ft·
iteller  Dr.  Frie)  !•s2  der  Sohn  des
Neichsratsabgeor###..  Dr.  D#ktor  Adler,  der
drei  Tische  en.  ferrt  taß.  piögzich  auffi  nd,  und
drei  Schritte  rorwärts  auf  den  Tisch,  wo“  Graf
Stürglh  saß,  zuging  und  drei  Nevolverichöise
abfeuerte.  Graf  Stürglh  sank  sofort  tot  zusam.
men.  Graf  Toggenburg  drang  mit  einem  Sessel
  auf  den  Täter  ein  und  der  Oberkellner  ver-Morgenrot!



2#
Roman  von  Wilhelm  v.  Trotha.
4  (Va#bri  p#s#en.,
„Soiiite  cc  Müter  3nn.  wenn  ich
mal  aue!“
-  in  ruht  das  brare  Weib  schon

den  in  der  örde  unjeres  lieben

Pomme:ll!  Hier  kte  sie  sich  nie  mohlgefühlt
  ur  kden  Weischen  zurechtgefunden.“
Bal  illstanden  die  beiden  ror  dem
Lokale  um  ½m  irunden  mit  anderen,  gleichesinnten
  au  nilchen  Männern  in  dessen
Innern.
VLoitte  u.ar  nach  dem  Abgang  der  beiden
Männer  a#.  nes  der  offenen  Fensier,  das
rach  dem  V  enwalde  zu  lag,  geireten  und

sah  hinaus  in  -u  linkenden  Sommertag.  Die
Schwalben  zr-  Ferten  und  sihten  au  un  Aluge
ihre  kunsten  isn,  die  aien  dusteien  stark,
und  die  Berge  winkten  ven  "5n  drüben  olluntch.
gedämpit  berüber.

Ploplich  äuckte  sie  in  Fuig  fmmen,
und  ihr  Gelcht  belan  ###n  schurigeipganten
Ausdruck,  denn  in  die  friedliche  Sie  der
Natur  erscholl,  alles  dieses  êurückdrängend,
droben  vom  Kranzosenkrenz  her  ein  scharfes,
hartes:

Toc  —  tack  —  tack  —  tack  —  tack  —  tad
—  1

Das  waren  die  Töne  deutscher  Malchinengewehre!


Drüben  non  der  Abeinseite  kommend,  ver.
nahm  sie  deutlich  scharfes  Pferdegetraopei.  Rich  ·
lig.  da  bagen  sie  schon  um  die  Echke:  eine
Schwadron  deutscher  Dragoner  lam  von  einer

 

suchte,  Adler  den  Revolver  zu  entwinden.  Dabei
  gingen  zwei  weitere  Schüsse  los,  von  denen
der  eine  den  Kellner  und  der  andere  den  Baron
  Aehrental  leicht  am  Fuß  verletzte.  Baron
Aehremal  fing  den  Grafen  Stürg  auf.  Als
die  Schüsse  sielen,  stürzten  sofort  die  anwesjenden
  deutschen  und  ösierr.=  ung.  Offiziere  auf
den  Täter  und  zogen  ihre  Säbel.  Der  Tüter
gab  seinen  Namen  an  und  sagte:  „Ich  bitte,
meine  Herren,  ich  weiß,  was  ich  getau  habe.  Ich
lasse  mich  ruhig  verhaften.  Auf  die  Frage  eldes
Offiziers,  warum  er  dies  getan  habe,  antwortete
  er:  „Das  werde  ich  vor  Gericht  selbst
zu  verantworten  haben.“

Graf  Stürgih  hatte  unmittelbar,  nachdem
er  von  der  An  gel  getroffen  worden  war,  ausgelitten.
  Die  Lescie  blieb,  so  wie  sie  nach  dem
Niederstürzen  gefallen  war,  liegen,  bis  eine
behördliche  Kommission  erschien  und  den  Tatbestand
  aufnahm.  Indessen  wurde  Frhr.  von
Aehrental  verbunden  und  der  Attenläter  abgeführt.
  Die  Nachricht  verbreitete  sich  mit
Blitzesschnelle  durch  die  Stadt  und  hat  überall
die  tiefste  Teilnahme  mit  dem  Getöteten  und
die  größte  Entrüstung  gegen  den  Attentäter
hervorgerusen.  Dem  auf  so  tragische  Weise
aus  dem  Leben  Geschiedenen  wird  die  gesamte
Bevölkerung  der  Monarchie  ein  ehrendes  Andenken
  bewahren.

Dr.  Fritz  Adler  ist  in  Wien  1879  geboren,
lonfessionslos  und  verheiratet.  Er  hatie  in
Wien  und  im  Ausland  siudiert  und  sich  auch
zu  Studienzwecken  in  der  Schweiz  aufgehaiten.
Sein  Vater  ist  der  Reichsratsabgeordnete  Dr.
Viktor  Adler.  Die  Famisie  des  Attentäters  befindet
  sich  seil  zwei  Jahren  in  der  Schweiz-Fritz

  Adler  war  Chefredakteur  ver  Zeilung
  „Das  Voll“,  die  bei  Kriegsausbruch  eingestellt
  wurde  und  gab  nunmehr  die  Monatsschrift
  „Der  Kampf“  heraus,  deren  Chefredalteur
  er  war.  „Der  Kampf“  war  eine
wissenschaftliche  Zeitschrift.  die  sich  mit  den
Problemen  der  sozialdemokratischen  Bewegung

befaßt.  Fritz  Adler  war  auch  Sekretär  der
deutsch-sozialdemokratischen  Partei,  befand  sich
aber  in  vielfacher  Beziehung  im  Gegensatz  zu
ihr.  Er  ist  wohlhabend  und  gilt  als  besonders
radilaler  und  exaltierter  Eigenbrödler.  Mit  seinen
  radilalen  Anschauungen  hatte  er  nur  wenige
Anhänger  und  wenig  Anklang  bei  der  Parlei
und  war  deshalb  zur  Aktionsunfähigkeit  nerdammt,
  die  er  sehr  schwer  empfand.  Mit  seinen
  Ansichten  stand  er  fast  immer  im  Widersvruch
  zu  der  sozialdemokratischen  Parteileitung
und  war  sogar  mit  seinem  Vater  zerworfen.
Nach  all  seinen  Anschauungen  und  seinem  Verhallen
  ist  nur  der  Schiuß  zulässig,  daß  es  sich
bei  dem  grausigen  Mord  um  die  Tat  cines  Fanatilers
  handelt.  Er  ist  mit  einer  Russfin  verheiratet.
  Er  hat  sicherlich  keine  Mitwisser  oder
Mittäter  gehabt  und  das  Attentat  siehl  n  keinerlei
  Zusammenhang  mit  eltwaigen  Strömungen
  oder  Stimmungen  in  Wien.

Graf  Stürgkh  war  am  30.  Oltober  1859  in
Graz  geborgen.  Er  gehörte  früher  im  Abgecordnetenhaus
  der  Vereinigten  deutschen  Linken  an,
wiurde  1909  Unterrichtsminister.  Im  Jahre
1911  trat  er  mit  dem  Kabinett  Bienerth  zurück
  und  wmurde  am  3.  November  1911  Ministerpräsident.
  Seine  Aufgabe  bestand  in  erster
  Linie  darin,  die  mißlichen  Zustände  im
österr.  Parlament  zu  befestigen,  die  Arbeitsfähigleil
  des  Hauses  wieder  herzustellen.  Man
darf  wohl  sagen.  Oesicrreich  dankt  es  ucht  zum
lleinsten  Teil  der  versöhnlichen  Tätiglkeit  jeines
verstorbei#en  Minssterpräsidenten,  wenn  allmählich
  normale  Zustände  in  den  parlamenlarischen
Verhälluissen  und  damit  eine  wesentliche  Besserung
  in  der  gesamten  innerpolitischen  Lage  im
Lande  eintraten.  Auch  in  schwerer  Zeit  hat  der
2  Staatsmann  sich  mit  hingebender

½½  *
2.12  ’nt  keeiden  Freunde  um  Mitternacht
mit  noch  anderen  Alldeulschen  aus  dem

auf  die  Sla#se  tren,  marschierte  ein  #.
lallon  Infanterie  unter  den  Klängen  des  Torgauer
  Marsches  in  seine  Kaserne  zurück.  Mit
LKennerblick  musterten  die  deutschen  Männer  da
am  Wegerand  die  vorbeitiehenden  Reihen,  eine
nach  der  anderen.  Sie  waren  zusrieden,  denn
beim  Scheine  der  elektrischen  Bogenlampen
saben  sie  hier  nur  frische.  lachende,  braungebrannte
  Soldatlengesichter,  und  die  Gewehrläufe
  blipten  so  hart  und  stählern.  als  wollten
sie  jagen:  Seid  unbesorgt,  wir  sind  in  guten
Hünden.  Hin,  das  waren  Soldaten!  Soldaten
eines  Vollsheeres,  eines  Heeres,  dessen  Volk
weiß,  was  seine  Armee  ihm  bedeutet!  Lusiig
und  munter  sauten  sie  alle  aus  ihren  iliichen
Augen  heraus,  und  doch  ging  ein  Hauch  nefen
Ernstes  von  lolch  einem  im  festen  Gleichschrüt
vateriarschicrenden  Bataillon  nus.  Wenn  man
ich  die  Jungens  ansah,  daun  hatte  man  das
beruhigende  Gesihl,  die  warten  nur  auss  Dreinhauen,
  denn  sie  beizen!  —  Nimm  dich  in  acht,
Franzmann,  bandele  mit  denen  lieber  nicht  on!

Der  in  einen  Talt  übergehende  hundertfältige
  Gleichschritt  der  dahinmarschierenden
Kolonnen  war  im  Schweigen  der  Nacht  verballt,
  als  noch  einmal  von  den  Bergen  her,
wie  mahnend,  das  Knattern  der  Maschinengewehre
  erklang  und  den  Deutschen  zurlef:
nur  ruhlsg,  wir  sind  da,  und  dle
Grünen  balten  Wache

Und  1  Westen  hieb  die

Hüte  d  "ä  Wer  mein
en  —  e

 

222
-

Srcer
ereich  kommt

 

S  3  aber  mit  hochschlagenden
herzen  einen  die  deutschen  Männer  ausein

 

 

Dl#  24.  Oktober  er  1816

Pflicht  der  Leitung  der  großen  usgeben  unter-  ueverwinterung  nach  Südfrankreich  und  Mazogen,

  vor  die  der  Krieg  ihn  stell  Shaiegen
  auch  während  des  Kolpashherr=  die  na
lionalen  Gegensätze,  die  durch  die  Sorge  um
das  gemeinsame  Vaterland  und  durch  die  Treue
gegenuber  dem  ehrwürdigen  Träger  der  Krone
überbrückt  wurden,  so  gab  es  doch  der  erosten
Fragen  genug,  denen  die  österr.-ung.  Reglerung
  unter  den  Wirkungen  des  Weltkrieges
Herr  werden  mußte.  Hatte  Graf  Stürgth  in
den  Jahren  ’sener  W  vor
dem  Rriege  mit  manchen  Gegnerschaften  zu
lämpsen,  waren  die  Urteile  über  seine  Matzregeln
  zur  Herstellung  des  inneren  Friedens
Frleitz  so  wird  eine  ruhig  abwägende  öffent-Meinung

  in  Oesterreich-Ungarn  ihm  die
schrreenairut  schwerlich  versagen,  daß  er  den
Ansorderungen  der  Kriegszeit  zur  Abwendung
der  Nöten  im  Rahmen  des  Möglichen  im  reichen
  Maße  gerecht  geworden  ist.

Mit  dem  Anschlag  auf  Graf  Stürgkh  feel  in
Oesterreich  im  Zusammenhang  mit  diesem
Krieg  der  zweite  politische  Schuß.  Der  erste
traf  den  Erzherzog-  Thronfolger  und  gab  das
Signal  zur  A#ion.  Der  zweite,  der  den  Ministerprdsidenten
  Grasen  Stürgkh  traf,  läßt,  so
laut  er  durch  den  Tag  gellt,  doch  keine  allgemeine
  Deutung  zu.  Es  ist  ein  erschütternder  Einzelsalk
  vor  dem  Hin.erg  und  der  gewaltizen  Tiogödie,
  mit  der  sie  nur  äußerlich  durch  die  überreilen
  und  schwachen  Nerren  eines  von  politischen
  Mihverständniseen  besangenen  krankhaften
  Gehirns  verlnüpft  ist.  Mögen  die  Beweggründe
  des  Mörders  nun  auf  persönlichem  oder
politischem  Gebiele  zu  suchen  sein,  oie  Entrüstung
  darüber,  daß  ein  ver  lommenes  Subjekt
den  Staat  in  schwerer  Stunde  des  Leiters  seiner
  Regierung  beraubt,  ist  allgemein.  Graf
Stürgkh  hat  sich  als  treuer  Verbündeter  des
Deutschen  Reiches  in  der  schweren  Zeit  des
Weltkrieges  bewährt.  Die  Trauer  über  sein  tragisches
  Ende  ist  auch  bei  uns  groß,  und  bie  Kunde
  von  seinem  gewalisamen  Tode  wurde  in
ganz  Deutschland  mit  tiefer  Bewegung  ausigenommen.
  Wir  empfinden  schmerzliches  Bedauern
  über  das  so  jäh  herbeigefuhrte  Ableben
des  ösierr.  Staatsmannes  und  sprechen  der  verbündeten
  Monarchie  wärmstes  Beileid  aus.

 

Allgen  emes  vom  Krieg.
Der  RKaiser  an  der  Westfront.

WTB.  Berlin,  22.  Olt.  (Amtlich.)  Der  Kaiser
  besuchte  am  20.  Oktober  an  der  Westfront
in  Flandern  wir#itembergische  u.  sächs  sche  Truppen,
  sowie  Teile  der  Garde  und  anderer  preusischer
  Truppen.  In  Brügge  und  Zeebrügge
begrüßte  Seine  Majestät  Marinetruppenteile  il.
besichtigte  Anlagen  der  Marine.

Kriegsrat  in  Boulogne.

London,  21.  Okl.  (Amtlich.)  wird  mitgeteilt,
  daß  am  20.  Oktober  in  Boulogne  zwischen
  französischen  und  englischen  Regierungsvertretern
  eine  Besprechung  zum  Austausch  von
Ansichten  über  die  militärische  und  politische
Lage  slattgefunden  hat.  Anwesend  waren:  die
französischen  Minitter  Briand,  Ribot,  Bourgeois,
  Noques.  Lacaze  und  Thomas,  General
Joffre,  die  englischen  Minister  Asquith,  Grey,
Balsour  und  Lloyd  George,  der  Chef  des
Neichsgeneralslabs  General  Nobertson  und  General
  Haig.  Die  Minister  hatten  diplomatische,
militärische  und  Marine-Sachverständige  bei
sich.

Die  schwarzen  Hilfstruppen  in
Frankreich.

Genf,  22.  Okt.  In  einer  Sitzung  der  Pariser
  medizinischen  Mademie  wurde  beichioffen,
zu  beantragen,  sämtliche  larbige  Truppen  zur

ander,  denn  aue  wußten  es
Ldes,  deutsche  Heer  wachtt  Bei  Tage  und
bei  Nad
-  Soe  nersonntagmorgen  war  in  seiner
ganzen  wunderbaren  Schonheit  angebrochen.
Die  Sonne  übergoß  mit  ihrem  Holdigen.  Scheine
die  Erde  weit  und  brrit,  und  nur  ein  leiser.
milder  Wind  srrich  über  die  meiten  gesegneten
Fluren  des  DOberelsah  dahin
rotz  der  späten  Heimkehr  klingelte  der
Oberleinee  schon  früh  um  neun  Uhr  bei  Blumes
und  traf  hier  den  eben  aus  Saarburg  eingetrossenen
  Ulanen,  seinen  zukünftigen  Schwager,
in  eisriger  Unterhaltung  mit  dem  Vater.
Nach  stürmilcher  Begrüfung  seitens  Lotte
sagte  g6  dann  zu  ihrem  Verlobten
„Habt  ihr  aber  heule  nacht  lange  da  oben
geschbseen!  Noch  um  Mitternacht  herum,  als
w  Aoter  heimkommen  hörte,  knallien  eure  Gebfbnoer

  hing  sie  glückseiig  lächelnd  am  Arm
deo  schmucken  Fägers,  und  ihre  Angen  schamen
stolz  und  strahlend  in  dessen  frisches,  eenes
Gesicht,  in  dem  kühn  ein  pnar  echte,  klare  Jügeraunen
  blitzten.  Höbsch  lah  ei  aber  aum  aus
in  leiner  uchigrunen  Unilorm  der  Maschinengewehr
  abteiinnn.  so  daß  Konrad,  der  Brunder,
leise  murmelte

„Do  onnerwetter,  ist  das  Mädel  aber  höllisch
berlicbt!“

Der  Bräutigam  aber  sagie  nun  eisrig:

„Muß  auch  sein,  Kleines,  denn  den  Franzmännern
  da  drüben  ist  nie  zu  trauen:  wenn
die  könnten,  wle  sie  wollten,  würden  sie  uns
heute  lieber  wie  morgen  einsoch  übersollen.  Cs
scheim  sast  so,  als  ob  wir  dem  großen  Kriege
nun  aber  doch  mit  ziemeicher  Sieherheit  entzevengehen.
  Cndlich  soll'  mal  nen  frischen,

 

rokko  zu  transportieren,  da  das  winteriiche  A
ma  in  Nordfsrankreich  bei  ihnen  fast  aus##enlos
  Lungenleiden  und  Juckerlranshe  t####
rufe.  Die  Mademie  erklörte,  die  farbigen  ½%
pen  ieien  für  einen  winterlichen  Grabenl
lotal  unbrauchbar.

In  Frankreich  zum  Tode  verurteill.

Genf,  21.  Okt.  Das  Kriegsgericht  in  Marseille
  hat  die  28  jährige  Marie  Comeno-Sauncheu.
  geb.  Liebenthal  aus  Düsseldorf,  wegen  an.
geblicher  Spionage  zum  Tode  verurleilt.

Die  deutschen  und  die  feindlichen
Piänder.

Haag,  22.  Oktober.  „Daily  Throniele“  sagt
in  einer  Abhandlung,  der  Feldzug  gegen  die
deuischen  Kolonien  werde  nun  seinem  Ende  ent-Legengehen.
  Die  englische  Presse  triumphiere.
aber  man  vergegenwärtige  sich  doch  einmal,
welchen  Wert  eigentlich  die  deutschen  Kolonien
für  das  britische  Reich  besitzen.  Der  ohnehin
schon  mäßige  Ertrag  dieser  Kolonien  werd:
voraussichtlich  auf  Jahre  hinaus  fortfallen  und
dann,  wenn  die  Kolonien  wieder  instand  gesenl
sein  werden,  werden  sie  als  Einnahmequellke  für
den  englischen  Staatshaushalt  kaum  in  Betras
kommen.  Deutschland  habe  dagegen  Belgien.
das  einen  Ausfuhrhundel  im  Werte  von  ?
Milliarden  Franken  habe,  es  habe  Teile  von
Framreich  mit  80  Prozent  der  gesamten  sran
zösischen  Zuckererzeugung,  mit  50  Prozent  der
gesamten  Eisenwarenerzeugung,  mit  70  Prozen
der  gesamten  Textilwarenherstellung  und  #unt
65  mt  der  gesamten  Kohlenförderunn
Eranlreich=  in  Besicz.  Deutschland  habe  allmit
  den  b  t  etzten  Gebieten  Frankreichs  und  Velgiens
  ein  Pfand  in  den  Händen,  das  einen  Han
dels=  und  Industriewert  in  der  „Höhe  von  achi
Milliarden  Franlen  darstellt.  So  lange  abe:
dieses  Gebiet  sich  noch  in  deutscher  Hand  befinde.
sei  das  Triumphieren  über  die  Eroberung  der
deutschen  Kolonien  sehr  verfrüht.

Ein  neuer  Hirtenbrief  d.  Rardinals
Mercier.

Berlin,  22.  Okt.  Die  Blätter  berichten.
daß  Kardinal  Mercier,  der  Erxzbischof  von
Mecheln  in  Belgien,  neuerdings  einen  Hirtenbrief
  erlassen  hat.  Es  finden  sich  in  ihm  Mir
teilungen  über  die  angeblichen  Metzeleien  ir-Armenien,
  dann  ein  Gebet  zu  den  Shuhemten
der  Alliierten;  die  Unabhängigkeit  Belgiens,  ĩo
heißt  es  weiter,  siehe  nicht  mehr  in  Frage  wegeder
  Fürbitte  dieser  Schutzengel  bei  Gott;  (
folgt  ein  Satz:  „Wir  schließen  in  unser  Gebet
vor  allem  auch  das  unglückliche  Polen  ein,
das  auf  deutschen  Befehl  nicht  einmal  von
Amerika  ernährt  werden  darf“  Wenn  der
Inhalt  des  Hirtenbriefes  den  bisher  darüber
vorliegenden  Meldungen  entspricht,  wird  ei#t
Einschreiten  der  deutschen  Verwaltung  in  Belgien
  wohl  unausbleiblich  sein.

Ein  engl.  Pensionsminist  erium.

Amsterdam.  21.  Okt.  Der  „Daily  Ch
nicle“  zufolge  hat  das  englisch:  Miniiteriun
die  Schaffung  eines  demmächst  einzurichtend:
eigenen  Ministeriums  für  Pensionen  beschloffe.

Nach  Norwegen  gebracht.

Kristiania,  21.  Oklober.  Der  norwe  il#r:
Dampser  „Rickard  With“  brachte  etwao
Mannschaften  von  den  im  Eismeer  versenkien
Sch'ssen,  darunter  die  Besatzung  des  rumän::
schen  Munitionsdampsers  „Bistritza“.  Im  zan
zen  waren  13  rerschiedene  Nationalitälen  en
Vord  vertreten,  hierunter  einige  Drutich:,  die
aus  tassischen  Gefangenenlagern  entkommen  un
ren

 

robneen  Tan,  #nr  be
.O  pfui,  Lornme'  o.  io  etruas  en  sugen,
Freust  du  diä,  denn  wirllich  aum  ei  ben  Aien?

„Aber,  Lauelind,  uy  #en#  hi
nicht  wieder  unterbrah  der  —  E
Mädchen;  in  seiner  Summe  lag  dabei  aber

ein  Erstaunen  und  Fremdertiges  daß  1
finnig  wide  und  cinlemene  eon-  ite

„Wott  ja  dach,  Fritz.  ich  110)  #a.  daß  di
als  Soidat  anders  uber  den  Krirg  denlii.  n
wir  Frauen  #s  tun;  aber  ihl  lenner
eben  immer  nur  mit  uch  —

  
  

 

beschäftigt  und  vergeßt  dc  i

Frauon,  die  wir  bei  r  men  .
Jlrtbnmnthr.ssnnscskstotu.rns,.
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dann  tretet  euren  uein  inud  #n.
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UnterBlnmecundnloinsdnnnen  Tnnxits
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Innen,IonkdedckMuklmIndseRergennkcs
keudtgeuLllsltmedsnnennnqrnsstcst
Begitigtumndcnnuk»tech-snh
hatten  balb  die  Sladt  hinter  üch:  zwar  mußten
eine  giemlich  wone  Strecke  die  gro#e
laubsg)  Landswaße  veriolgen,  um  den  Kuhlio#rg
zu  erreichen,  aber  dus  lümmerte  sie  weniy,  und
munter  flogen  die  Worte  din  und  her.
–

(Fortsequng  folgt.)

5#