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Geselle hat nicht alle vier Wochen einen neuen Meister, und ein
rechter Lehrling hält bei einem rechten Meister aus, bis er ausgelernt
hat. Er weiß es, daß es ein köstliches Ding ist, in der Jugend
sein Joch tragen. Ein Baum, der öfters verpflanzt wird, schlägt nie
tiefe Wurzeln.
Dem rechten Gesinde ist der Herrschaft Ehre seine Ehre, der
Herrschaft Schande eigene Schande. „Unser Haus" sagen rechte
Knechte und Mägde. Ordentliches Gesinde läuft nicht fort, wenn
ihm irgendwo ein Taler mehr geboten wird; es zieht nicht fort,
wenn Gott schwere Tage über die Herrschaft schickt. Es spricht:
„Haben wir Gutes mitgenossen, wie sollten wir das Böse nicht mittragen?“
Treue Diener finden ihren Lohn oft schon bei Meuschen,
aber den rechten Lohn gibt ein anderer. Der lohnt nicht mit kaltem
Gelde, sondern mit seiner Gnade, nicht vierteljährlich, sondern täglich.
Dem treuen Diener gibt er am Morgen Kraft zum Schaffen,
zum Dulden und Tragen. Während der Arbeit ruft er ihm zu:
„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir!" Am Abend schenkt er
ihm Frieden, und des Nachts nimmt er ihm seinen Kummer vom
Herzen. Wenn dann der ewige Feierabend kommt, spricht er:
„Wohlau, du guter und getreuer Knecht, weil du über weniges
getreu gewesen bist, so will ich dich über vieles setzen; gehe ein in
die Freude deines Herrn!“
73. Das wohlbestellte haus. von Sriedrich Rüchert.
Um die Geduld zu dir ins haus,
Sie hilft dir stets am besten aus;
Doch hüt dich, wenn sie herrschen will,
Sonst steht die ganze Wirtschaft still.
5 Kls Hausarzt nimm den Sleiß dir an,
Der Nranhheit fernehalten hann.
Kuch wähl dir gute Dienerschaft:
Die Knechte heißen „Selbst geschafft“
Und „Spät zu Bett“ und „Auf bei Seit“,
10 Die Mägde Ordnung, Reinlichkeit.
Durst, hunger heißen Schenk und Koch.
Halt auch zwei Edelknaben noch,
Eenannt Gebet und gut Gewissen,
Die, bis du schläfst, dich wiegen mülssen.