Full text: Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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Quirlgegend zeigt den Rindenwickler Tortrix dorsana, ein ähnlicher an 
Lärchen den Lärchenwickler Tortrix zebeana an, in Erlen fressen ge- 
fährlich nur zwei Insekten, an der Rinde und in Pflanzen der Erlen- 
rüsselkäfer Cryptorhynchus Lapathi, im Holz Cossus ligniperda 
Weidenbohrer. Sobald der Forstbeamte dergleichen verdächtige Er- 
scheinungen bemerkt, hat er näher zu untersuchen und die weiter unten 
angegebenen Schutzmaßregeln zu ergreifen. Die wichtigsten Vorbeu- 
gungsmaßregeln gegen die Borken-, Bast= und Splintkäfer 2rc. bestehen 
in sorgfältiger Reinhaltung der Bestände von allem kranken und trocknen 
Holze, das den Insekten beliebte Brutstätten bietet, zeitigem Abfahren 
oder, wenn dies nicht möglich, Schälen des Holzes, rechtzeitigem und 
zahlreichem Fällen von Fangbäumen, gegen Rüsselkäfer in frühzeitigem 
Ziehen von Fanggräben und in Stockrodung; ferner in sorgfältiger 
Pflege der Bestände; schließlich in der Schonung aller Insekten ver- 
tilgenden Säugethiere, Vögel und Insekten (Schlupf= und Mordwespen, 
Lauf= und Raubkäfer). 
Insektenfraß in Kiefern. 
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Die Kiefer wird namentlich von einigen Schmetterlingsraupen, 
zwei Blattwespenraupen, zwei Rüsselkäfern, dem Kiefernmarkkäfer, dem 
Engerlinge und der Maulwurfsgrille in oft verheerender Weise heim— 
gesucht. 
Der Kiefernspinner, Bombyx pini L. (Gastrôpaàcha pini O.). 
Der Schmetterling ist der größte unter den sehr schädlichen, ent- 
weder hell röthlich oder gelblich oder dunkel bräunlich oder grau ge- 
färbt; sofort kenntlich ist er an den schneeweißen Halbmondfleckchen 
der Vorderflügel und an der breiten anders gefärbten dunklen Quer- 
binde. Die Raupen sind stark behaart, meist dunkelbraun und kenntlich 
an den beiden stahlblauen Nackeneinschnitten. Die Puppe ist 
dunkelbraun und in einem festen, wattenartigen, schmutzig weißen oder 
graubraunen Cocon eingeschlossen. Die Eier sind hanfkorngroß, zuerst 
grün, später grau, zerbrochen glänzen sie perlmutterartig, der Koth ist 
sehr groß und dick, dunkelgrün. 
Der Spinner fliegt Mitte Juli, legt 100—250 Eier in kleineren 
Häufchen an die Rinde, an die Nadeln oder auch um Aestchen, woraus