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und seinen Aufschwung. Die ausschließliche Wahrung des einen von
beiden Interessen müßte seine Entwickelung lähmen.
Sie alle, geehrte Herren, haben den ernsten Willen, diese Entwickelung
fördern zu helfen, und wenn es bisher nicht gelungen ist,
eine Verständigung über den Weg, auf welchem jene beiden berechtigten
Interessen auszugleichen sind, herbeizuführen, so vertraue Ich, daß bei
Ihrem nächsten Zusammentreten den vereinten Bemühungen der verbündeten
Regierungen und des Zollparlaments der Erfolg auch nach
dieser Seite hin nicht fehlen werde.
Nicht minder darf Ich hoffen, daß die Session des deutschen Zollparlamentes,
welche Ich heute schließe, dazu gedient hat, das gegenseitige
Vertrauen der deutschen Stämme und ihrer Regierungen zu kräftigen
und manche Vorurteile zu zerstören oder doch zu mindern, die der einmütigen
Bethätigung der Liebe zu dem gemeinsamen Vaterlande, welche
das gleiche Erbteil aller deutschen Stämme ist, etwa im Wege gestanden
haben; Sie werden alle die Ueberzeugung in die Heimat mitnehmen,
daß in der Gesamtheit des deutschen Volkes ein brüderliches Gefühl
der Zusammengehörigkeit lebt, welches von der Form, die ihm zum
Ausdruck dient, nicht abhängig ist, und welches gewiß in stetigem Fortschreiten
an Kraft zunehmen wird, wenn wir allseitig bestrebt bleiben,
in den Vordergrund zu stellen was uns eint, und zurücktreten zu lassen,
was uns trennen könnte.“
Ein glänzendes Banket, welches die Mitglieder der Berliner Kaufmannschaft
in der neuen Börse veranstaltet hatten, folgte den Sitzungen.
Bei demselben richtete Graf Bismarck an die Süddeutschen die Worte:
„Die kurze Zeit unseres Beisammenseins ist schnell vergangen, wie ein
Frühlingstag; möge denn die Nachwirkung sein wie die des Frühlings
auf die künftige Zeit! Ich glaube, daß Sie nach der Gemeinsamkeit
der Arbeit für die deutschen Interessen die Ueberzeugung mit nach Hause
nehmen werden, daß Sie hier Bruderherzen und Bruderhände finden
werden für jegliche Lage des Lebens, und daß jedes erneute Beisammensein
dies Verhältnis stärken wird und muß! Lassen Sie uns dies
Verhältnis festhalten, lassen Sie uns dies Familienleben pflegen. In
diesem Sinne rufe ich den süddeutschen Brüdern ein herzliches: Auf
Wiedersehen! zu.“
Stürmischer Beifall von allen Seiten folgte diesen Worten.
Der bayrische Minister-Präsident Fürst Hohenlohe erwiderte den
Scheidegruß des Bundeskanzlers wie folgt:
„Die Begeisterung, welche die Worte des Bundeskanzlers in den
Herzen der Süddeutschen hervorgerufen haben, mag Ihnen beweisen