II. Die Zeit des Schwankens und die Rückkehr zum Reich. 187
Republik und Spanien gemeinsam an Ausrüstungegeldern
200 000 Thaler, an Unterhaltungegeldern aber nur das für
8000 Mann Nötige. Was er über 16000 Mann aufbrachte,
sowie die Beschaffung der gesamten Artillerie fiel ihm allein
zur Last. Doch verblieb ihm der Oberbefehl, auch wenn die
Armee in dem Gebiete eines Alliierten operierte. Was sie
unternehmen sollte, hatte ein Kriegsrat nach Stimmenmehrheit
zu verfügen. Auch verpflichteten sich die Verbündeten ausdrücklich,
Brandenburg bis zur Erlangung voller Satisfaktion
beizustehen, falls es während dieses Krieges von wem immer
angegriffen würde. Dagegen war der Kurfürst selbst darauf
bedacht, sich nicht so an die Alliierten zu binden, daß er im
Fall eines unglücklichen Verlaufe vor die Wahl gestellt sein
könnte, entweder um der eigenen Rettung willen den ihm schon
einmal gemachten Vorwurf der Bundbrüchigkeit auf sich zu nehmen
oder seine Bundestreue mit der Gefährdung von Staat und
Dynastie zu entgelten. So entstand der 24. Artikel, der ihm
selbst dereinst verhängnisvoll werden sollte: er gab jedem der
Verbündeten den Abschluß eines Sonderstillstandes oder -friedeus
frei, wenn derselbe den übrigen die gleichen Rechte und die
gleiche Sicherheit ausbedang; nur eine Minderung seines Besitzes
durfte keinem der Verbündeten durch ein solches Separatabkommen
der übrigen anferlegt werden.
In dem diplomatischen Wettstreit unterlegen, versuchte
Frankreich Brandenburg wenigstens an der Erfüllung der eingegangenen
Verbindlichkeiten durch Schweden hindern zu lassen.
Bereits im Juni hatte dieses den Kurfürsten ersucht, sein Heer
doch noch nicht aus den Marken zu entfernen und gleichzeitig
Beihilfe zu seinem Unterhalt, das heißt französisches Geld angeboten.
Friedrich Wilhelm hatte das abgelehnt: jetzt thue
schnelle Hilse not. Damals bereits wies Verjus auf die Gefahren
hin, denen er sich aussetzte, wenn er Preußen und Pommern
so ganz entblößte: Schweden habe in Pommern bedentende
Streitkräfte stehen, und Polen könne jeden Augenblick mit den
Türken Frieden machen, um Preußen anzugreifen. Zetzt verfocht
der schwedische Oberst Wangelin die Ansicht, daß Branden-—
burg, indem es allein vorging, den Vertrag vom I1I. De-