Full text : Die Wappen und Siegen der deutschen Staedte/Flecken und Doerfer. Erstes Heft. (1)

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Orovinz  Brandenburg.  Negierungsbezirk  Hotsdam.

Trebbin.  unter  silbernem  Schildeshaupr  von  Ror

und  Silber  dreimal  gespalten  und  zweimal  gereilt.
Nach  dem  „Neuen  Siebmacher"“  stammt  das  Schach  aus

dem  Wappen  der  ausgesterbenen  Familie  v.  Torgowe  (Torgau),

welche  die  Stadt  im  Anfang  des  15.  Jahrh.  in  Hfandbesin  hatten.
Fidicin  führt  dasselbe  auch,  aber  als  eine  Dermutung  an  und  will
auf  einem  nicht  näher  bezeichneten  Siegel  des  I6.  Jahrh.  den  Schild
von  dem  brandenburgischen  Adler  „an  Fäden“  mit  dem  Schnabel
gehalten  sehen.  Ein:  „  SIGILLVM  DER  STAT  TREEN  “
mmn)  vom  Ende  des  16.  Jahrh.  zeigt  auch  den  nach  links
schauenden  brandenburgischen  Adler,  sptere  den  preußischen  über
dem  wappenschilde  der  Stadt.

Treuenbrienzen,  Stadt.  In  Silber  auf  grünem
Boden  eine  zweitürmige  rote  Zurg  mir  geschlossenem
Thore;  zswischen  den  Türmen  der  fliegende  preußische
Adler  mir  allen  Attriburen.

Doßbergs  Mstkpt.  bringt  das  für  1351  nachgewiesene:
„LSGGBR/GOVNKN·  IUIVIÖNHTIS-BRIGGR“(IAmm)),  welches
eine  Burg  mit  Doppelthor  und  zwei  Jinnentürmen  zeigt;  zwischen
diesen  schwebt,  nach  links  blickend  der  brandenb.  Adler,  während
jederseirs  die  ihm  nächste  Zinne  mit  einem  ganz  kleinen  brandenb.
Helme  mit  dem  Flug  besent  ist.  Letztere  läßt  das:  „S·-CIVIATIS„
BRIEECZEN  JS6I“  (25  mm)  weg.  Ebenso  die  erhaltenen  Stempel
des:  „STAD-  TREWENBRIZEN  1641“  (oval  25:24  mm,)  und  des:
„*  SIGIL  ·  DER  STAD  TREWENBRIZEN  -  1642-“  (Iömm),  welche
zwischen  den  Türmen  den  Adlerschild  haben,  welch  legterer  im
Anfange  dieses  Jahrh.  dem  mit  Schwert  und  Wage  begabten
preußischen  Adler  weichen  mußte.  Oie  neuesten  Siegel  haben  dann
obiges  Bild.

Dierraden,  Stadr.  In  Grün  eine  silberne  Rose

mit  goldenem  Butzzen.

Ein  wohl  dem  Ende  des  16.  Jahrh.  angehbriges  aber  anscheinend
  einem  frühern  nachgeschnirtenes:  SIGII-VMCTVITATIS-VIRAENS1|8“
  (27  mm)  mit  der  das  ganze  Siegelfeld  ausfüllenden
Nose,  bringt  Ooßbergs  Mskpt.  Bei  dem  neueren  Stadtsiegel  ist
die  Rose  in  einem  von  Dalmzweigen  umrahmten  und  von  einer
Krone  überhöhten  Schilde  zu  sehen.

Wendisch-Suchbholz,  Stadt.  In  Silber  auf

Rasen  eine  grüne  Suche.

Erhalten  ist  der  Stempel  eines  Siegels  mit  der  Umschrift:
„DAS  STZETLEIN  BVCHHOLTZ  (im  Selde:)  1645“  (30  mm)  mit
derselben  Oarstellung.  Vorübergehend  erscheint  in  einem  Stadtverordneten-Siegel
  von  1802  rechts  ein  Berg  mit  der  dahinter
aufgehenden  Sonne  und  links  einem  ganzen  walde.

Werder  an  der  Savel,  Sradr.  In  Silber  gespalren,
rechts  der  halbe  brandenburgische  Adler,  linke  drei  grüne
Aleeblätrer  übereinander.

So  auch  auf:  %DER·’  STADT’IWERDER’  INSIEGEI.“

(30  mm)  aus  dem  I7.  Jahrh.  und  auf  dem:  „7  SlEGEL  DER
STADT  WERDER  1777“  (24  mm).

Werneuchen,  Stadt.  In  Silber  auf  grünem

Boden  ein  grüner  Eichbaum.

Alte  Siegel  sind  nicht  bekannt  geworden.  Zwei  Siegel  vom
AUnfange  dieses  Jahrhunderts  zeigen  beide  einen,  einer  stilisierten
Linde  ähnlichen  Laubbaum;  das  Farbsiegel  trägt  die  Umschrift:
„STADT  SEGEL  VON  WERNEUCGCHEN  (unten  noch  cimnal:
VoN  WERNEUCHEN“  (1  also  der  Ortenamen  doppelt!  32  mm).
Die  neuen  Siegel  haben  einen  naturalist.  Sichbaum.

Wilsnack,  Stadr.  In  Blau  auf  Rasen  eine  stlberne

Rirche  mit  zwei  hohen  und  einem  niedern  Turme.

Die  wilenacker  Kirche  war  vor  der  Neformation  eine  der
berühmtesten  wallfahrtskirchen,  daher  das  Bild.  Die  Stempel
des  im  Jahre  I886  gebrauchten:  „SIGILVM:  WIZNACK“  (2Imm)
wie  der  eines  ähnlichen,  dem  I7.  Jahrh.  angehbrigen  Siegels  mit
derselben  Umschrift  (aber  „WIESNACK“  )  (Somm)  haben  sich  erhalten.

Wirrenberge  R.  B.  Potsdam,  Stadr.  In  Rot
eine  silberne  Zurg  mit  sechseckigem  Mittel-  und  zwei
runden  Seirenrürmen;  auf  dem  Knopfe  des  erstern  eine
flugbercite  nach  links  gewendere  silberne  Gane.

Ein  altes  HLauptsiegel  ist  mir  nicht  zu  Gesichte  gekommen;
Die  noch  vorhandenen  Stempel  eines:  „*  SECRETVM-CIVIrA-TIS
WITTENEBERG“  (35  mm)  und  eines  ahnlichen,  nur  18  mm  großen
Siegelchens  mit  gleicher  Legende,  beide  aus  dem  I7.  Jahrb.,  zeigen
über  dem  Mittelturme  den  schwebenden  brandenburgischen,  spaͤtere
den  preußischen  Adler;  der  Magistrat  beschloß  aber  am  J.  Maärz

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1892  den  Adler  durch  die  Gans  der  Edlen  Gänfse  von  Hutlitz,
welche  in  wittenberge  ihre  Stammburg  gehabt,  zu  ersenen.  Sodenn
  auch  die  bereshan  Stempel.  wer  aber  weiß,  wie  schwer  ein
Magistrat  sich  entschließt  einen  einmal  gefaßten  Adler  gegen  eine
andere  heraldische  Figur  abzugeben,  der  wird  die  Hoffnung  nicht
verlieren,  daß  es  mit  der  zeit  gelingen  werde,  auch  diejenigen
Stadtbehörden,  die  jegt  noch  das  wappen  des  Staates  im  Siegel
führen,  durch  unwiderlegliche  Gründe  und  urkundliche  Belege  zur
Wiederaufnahme  ihres  alteigenen  Siegelbildes  zu  vermögen.

Wirtstock,  Stadr.  In  Blau  eine  silberne  zweitürmige
  Zurg  mir  gezinntem  Thorrurm,  geöffnerem  Thor
und  Fallgatter;  über  den  Finnen,  zwischen  den  Türmen
ein  goldengekleiderer  Zischof,  in  der  Rechren  den  goldenen
Stab,  in  der  Linken  ein  aufgeschlagenes  Buch  halrend.

Auf  dem  von  Voßberg  in  den  Siegeln  der  Mark  Brandenburg
  gebrachten:  „X  S  CUIVUITRKTIS-  WIEZSTOG“  6Gy  mm)
aus  dem  13.  Jahrhundert  (1324  urkundl.)  thront  der  Bischof  auf
einem  Sessel  über  den  Thorzinnenz  von  einem  zweiten  alten:
„S-GIUTTRTS  WITZSTOGRIGTIISIS  ist  mir  nur  eine
ganz  unzuverlássige  Abbildung  bekannt,  die  den  Bischof  wachsend
über  dem  Thore  zeigt.  EEin:  „+  Sccrctum###atw’utoh“"  (30mm)
aus  dem  18.  Jahrh.  zeigt  denselben  mit  Stab  und  Buch  auf  einem
verzierten  Sessel.  Ein  noch  erhaltener  Stempel  des  I7.  Jahrh.:
„SECRETUM  CIVITATIS  WirSTOK“  (30  mm)  mit  dem  über
der  Burg  wachsenden  Bischof  har  allen  nachfolgenden  Siegeln
in  Darstellung  und  Umschrift  zu  einem  fast  fklavisch  copierten
Vorbilde  gedient.  Es  liegen  davon  10  Srtücke  vor,  die  nur  sehr
wenig,  hauptsächlich  in  der  Grôße  und  dadurch  unterschieden  sind,
daß  bei  den  neuesten  der  Stadtname  mit  doppeltem  I  geschrieben  ist.

Wriezen,  Stadt.  In  Silber  der  rore  brandenburgische

Adler.

So  auch  das  in  Doßb.  mistpr.  nach  einem  Abdruck  v.  J.  1513
gezeichnete:  „  S'IIUITNTIS  WRI(GR“  (35  mm)  vom
Unf.  d.  14.  Jahrh.,  es  ist  darauf  der  Adler  im  Felde  nach  links
blickend  gegeben,  während  ihn  ein:  „S  CIVITATIS-WRICINENSIS“
(27  mm)  nach  rechts  schauend  und  im  Schilde  bringt.  Ein  Siegel
des  vorigen  Jahrhunderts  wiederholt  die  Darstellung  eines  Gerichtssiegels
  des  17.  Jahrh.:  in  einem  von  drei  Eugeln  gehaltenen  Schilde
der  Adler,  dessen  Brust  aber  bei  beiden  mit  einem  steigenden  Halbmond,
  in  dessen  Hôöhlung  ein  Stern  schwebt,  belegt  ist.  Ein:
„o  SECRETVM,e  IVllle  WwhIGZENN“  (30  mm)  des  16.  Jahrh.
zeigt  dagegen  einen  von  einer  Pfahlleiste  gespaltenen  Schild,  worin
schte  eine  Rose,  links  der  halbe  Adler.

Wusterhausen  an  der  Dosse,  Stadt.  Gespalren
von  Silber  und  Nor;  am  Spalt  rechts  halber  roter
Adler,  links  eine  halbe  goldene  Lilie.

Voßb.  A#spr.  bringt  das:  „SIGILLVWSTGRBhUSG“
(spigoval,  c.c.  70:  45mm)  des  14.  Jahrhunderts  nach  Abdruck
von  1551  im  Geh.  Staatsarchiv  in  Berlin.  Ein  zweites,  wohl  als
Sekret  benugtes  spigovales  Siegel  erwähnt  G.  G.  Winkel");  bei
dem  einzigen  bekannten,  in  demselben  Archiv  an  einer  Urkunde  von
1306  hängenden  Exemplar,  ist  der  untere  Teil  weggebrochen  und
sind  von  der  Umschrift  nur  wenige  Buchstaben  zu  erraten  (Größe
ungefähr  50:  30  mm).  Beide  haben  im  Siegelfelde  frei  nebeneinander
rechts  die  halbe  Lilie  (Herren  v.  Hlotho),  links  den  halben  Adler
(Brandenburg?  Grafen  v.  Arnstein  2).  Ein:  „X  SIGILLVMO  CIVI-TA(TIS,
  o  WVSTERHVSENSI“  (38  mm)  des  16.  Jahrh.  hat,  wie
auch  ein:  „.  SIGIL  CIVIT:  VVSTERH  I88“  (24  mm)  und  die
spcteren  Siegel  die  Stellung  der  Figuren  verwechselt;  nur  bei
ersterem  sinden  sie  sich  in  einem  Schilde.

echlin,,  Kecken.  In  Silber  auf  dlauem  mir  Schilf
bewachsenem  wasser  ein  rorer  Kahn  mir  einem  blaubekleideren,
  sein  Llecz  aufziehenden  Fischer.

So  mehrere  neue  Siegel  und  Gblaten.  Dies  gute  Genreund
  weniger  gute  Siegelbild  wurde  von  Hastor  Ragoykp  für  den
Ort  entworfen  und  vom  Landratsamte  genehmigt  ((.  S.  40  oben).

Jehdenick,  Stadt.  In  Silber  ein  gekrönrer  schwarzer
Adler,  im  rechren  Fang  ein  Schwerr,  im  linken  ein
goldenes  Sceprer  halrend,  auf  der  Brust  die  goldenen,
verschlungenen  Initialen  FR  tragend.

So:  „DERSTAD-ZEDENICK  INSTGEL,  ‘  (oval  42:  3Gmm)
an  einer  Urkunde  von  1796;  ein  Siegel  des  Magistrate  v.  J.
1802  und  die  neuen  Siegel  haben  den  fliegenden  Adler  mit  Schwert
und  Scepter  in  den  Fängen.  Das  im  „rleuen  Siebmacher“  erwähnte
  Wappen:  gespalten.  rechts  gekrönter  haldber  Abdler,  links
halbe  Lilie,  ist  das  Bild  des  Gerichtssiegele.  Es  soll  auch  ein
Zehdenicker  Siegel  mit  dem  Gotteslamm  geben  (7).

*)  Die  Siegel  der  brandendurgischen  Städte:  Freienstein,  Havelberg,  Kyritz,  Lenzen.

##epenburg,  Herleberg,  Hrigwalk,  Hutlig,

Wilsnack,  Wittenberge,  Wittstock  und  wusterhausen,  werden  auch  beschrieben  in  dem  demnächst  erscheinenden  werke:  „Die  wappen  und
Siegel  der  Städte.  Flecken  und  Dörfer  der  Altmark  und  Hrignitg“  von  Regierungs-Assessor  G.  G.  Winkel  (Derlag  v.  Eman.  Baensch,
Magdeburg).  Der  Herr  Verfasser  hatte  die  Freundlichkeit,  mir  den  betr.  Teil  seines  Manustripres  einzusenden,  wofür  ich  ihm  auch  hier

meinen  besen  Dank  auespreche.

Sehr  scháänbar  sind  in  dem  werke  die  historischen  Notizen,  die  in  knapper  Form  die

eschichte  der

Stadt  unter  Berücksichtigung  der  wappen  der  jeweiligen  Herrschaft  geben.

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