Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

â—  —  —

 

 

UAummer  31.

Ueheim
  ist  im  Inseratentell  der  heutigen  Nummer
  eine  wichtige  Bekanntmachung  des  Stadtmaginrats
  veröffenklicht.  Wir  machen  an  dieser
  St#lle  besonders  darauf  aufmertsam.

—.

eFür  den  „Schützengraben“  im  städt.
Schlachthof  sind  uns  von  einer  „Eutfern—
ten“  fünf  Mart  mit  der  Bestimmung  übergeben
worden,  sie  dem  „Schützengraben“  im  städt.
Sälachtliof  auszusolgen  fur  eine  Nosenheimer
  Krie  gerfrau,  welche  an  Sielle  der  Spenderin
  fur  unsere  Tapferen  näht.  Wir  haben  den
Betrag  seiner  Beitimmung  zugeführt  und  danken
  beitens  dafür.  Diesee  Vorgehen  verdient
Nachahmung!

Der  Veteranen  und  Kriegerverein
  Tält  morgen  Sonntag  seine  ordentliche  Generaire
  erfammiung  in  „Bräu  am  Anger“  ab.
Mit  Rücksicht  auf  die  kirchliche  Andacht  um
4  Uhr  is  der  Beginn  der  Versammlung  erft
auf  5  Uhr  sengesetzt  worden.

Eine  M  iraliederversammlung!  häit
der  Sterbelasseverein  des  in
Rosenbeim  cm  Somtag,  den  134.  Februar  ab.
Sie  findet  nachm.  3  Uhr  iu  Thaliers  Brauerei
  natt.

Bahnunfall.  Am  1.  Februar  wurde  vom
Lolalbadnzug,  der  um  7.25  Uhr  aus  Frasdorf
in  Rosenheim  eintrifil.  in  der  Nahe  der  Station
Land!  auf  der  Straßenüberfahrt  zur  Kunstmühle
  Niniierwalder  ein  Schlirtenfuhrwert  über
falre#Verlet  wurde  niemand.

5  DBindenlurg  denkmal  in  Rosen
brim.  Dem  Mussenlezu#nger  Hindenburg  iin
jezt  nuck  in  Nosenheim  ein  Denl#ai  gesetzt.
Draui  en  am  Kix  serling  sieht  es,  Lei  allen  einen
tressischen  Cindruck  hinterlasiend.  DLervorgegan

gen  inn  es  aus  der  Kunulerlland  des  Lotomo-!
tioführers  D  an.,  weli###e#  in  4-ralterifchent
Zügen  aus  Schne:  Zeschaffen  hal.  Es  wirlt!
fra#####ut  und  sendet  der  Bemenderer  gar  viele.“
Desh..  l  maximu-IMl·«kd«1-1Iis«althlcrlsam»Nichtinskrlssastnklsdauum
  Ben

flügelten  Rad“.

Für  die  Kriegzlücre.  Aus  Haussrauenkreiten
  wird  und  ge-  rieben:  In  ver  gegenwäriigen
  Haut-en  der  Karvioleinfuhr  sei  darauf
  aufmertliam  gen  bacht,  daß  die  Blätter  und“

tiele  dier  ei  WHUsel»ourtemtlrmucnd—·
bu-  undtc  Blatter  werden  fein  gescknitten.)
die  Stiele  von  allen  Faiern  befreit  und  gleich,
dem  Strunt  in  Jleine  Stucke  geschnitten,  mit!
oder  ohne  Röecken  gut  #  weichgekocht  und  mit  heller
  Mehlsck-witze  als  Suppe  oder  Gemüse  an-,
gerichtet.  Es  empfiehlt  lich,  etwas  retzen  Specke
mitzuloch  en.

Ricchliche  Nacheichten.

Das  päpfstliche  Friedenusgebet.
Den  rap#tlichen  Anordnungen  entsprechend
bleibt  morgen  Sonntag  vom  Beginn  des  Pfarramtes
  an  bis  zur  Schlußandacht  um  4  Uhr  das
Allerheiligste  ausgesetzt.  Nach  dem  Pfarramte
wird  der  Pialm  Miserer#  mei  Deus  gesungen!
Um  4  Uhr  wird  der  hl.  Rosenkranz  gebetet  und
das  vorgeschriebene  päpi#tliche  Gebet  verrichtet.  -
Denn-HainlilcklzulsqenltlasuLskotcfton
und  Segen.  Belitunden:  1Uhr  latb.  Männervercine,
  2  Uhr  Kinder.  3  Uhr  kath.  Frauenvereine.
  Wer  die  hl.  Sakramente  empfängt,  kann

einen  volllommenen  Ablaß  gewinnen.
Kath.  Stadipfarramt.

Maßt  und  Thealecr.

Fohbttätigteftstons
nier  die  drei  Künstler

er  noch  übert
und  des

 

–  —

 

Zum  großen
êzert#.  Es  in  111
Schmid-Li#ndner,  Pelsahnte  *ise
scknonglicke  Worle  er  Anert.  nun

Lobes  auszufprecken;  rue  sie  ich  doch  in
der  deurscken  Musikwelt  des  besien  NRuses.  Um
ubrigens  jedweoem  Irrtum  vorenbeugen,  möch
ten  wir  solgendes  zur  Kenntnis  bringen:  *
Nanie  Petschnitoff  ibnnte  in  Manchem,  der  da
Kon:  zertprogtamm  für  den  großen  baterländi:
scken  Abend  liest,  der  am  .  Februar  hier  statt
findet,  zZweifel  erwecken,  ob  der  Träger  dieses
Namens  aud  ein  Deutscher  ist.  Demsegenüber
können  mir  mirt  Bestimmtheit  feinneiien,  daf
Alerander  Peticknikoff,  der  weltberuhmte  Geie
ger,  seit  22  Jahren  Reichsdeutscher  und  seit
mehreren  Jalren  Münchener  Burger  is,  dem
der  Titel  „Kal.  bayer.  Professor  der  Mufit“
verliehen  wurde.  Wir  freuen  uns  außerordent
lich,  diese  gottbgnadeten  Künstiier  in  znisn
Stadt  begrüßen  zu  dürfen  und  zolien  dem  Drei
gestirn,  das  jeine  vwilt  auch  hier  in  Rosenheim
dem  wohltätigen  Zwecke  in  uneigennützigstet
Weise  zur  Verfügung  siellt,  im  Voraus  unseren
innigsten  Dank  «

—  —  —

Aus  dem  GSerichtnlasle.

-trafkammer  des  Landgerichts  Traunstein.

Traunstein,  4.  Febr.  Am  Kirchweihsonn
tag  kam  es  im  Gasthaus  zu  Farnach,  Gde.
Söllhub#en,  Uu  einem  Streit,  bei  welchem  der
Dienstknecht  Ludwig  Aichinger,  der  zuvor  von
einem  Gast  ins  Ohr  gebissen  wurde  und  sicht
bedrän  ugt  fühlte,  mit  dem  Messer  um  si  slist
Der  Sckreiner  Leopold  Steiner  von  Farna
erhielt  einen  gefährlichen  Stich  in  den  Unter-Wachen

  arbeits

leib,  der  ihn  mehtert  unfhi

 

rrden  Mehlverkauf  in  Nosen- 



machte;  der  Dienstlnecht  Felir  Hochleilner  wurde
durch  zwei  Stiche  leichter  verletzt.  Da  Aichin
ger  vorgab,  duß  er  in  der  Aufregung  handelte
und  einen  Ueberfall  zu  befürchten  hatle,  wurde
er  freigesprochen.  Auch  der  Gütlerssohn  Jhsef
Maier,  welcher  ihm  das  Messer  lich,  ging  straf.
frei  aus.  Der  VBauer  Luduig'  Hillebrano
von  Mehlweg  laufte  im  Ot#toder  auf  dem  Viehmarkt
  in  Saltturg  eine  Kalbin  um  3/(010)  Kro
nen,  ohne  sie  ror  dem  Heimtrausport  von  dem
Tierarzt  untersuchen  zu  lassen.  Er  zahlt  jetzt
50)  Marl  Geldserale,  außerdem  wurde  die  Kalbin
eingerogen.  Der  Taglöhner  Johann  Gabler
aus  Roi  jenheim  sta  im  Stochammer  ein  Hemd,
as  von  einer  Wädicherei  überbracht  morden
mar.  Da  er  rückfällig  ist,  bünzt  er  den  Diebstahl
mit  drei  Monaten  und  15  agen  Gesängnis.
gen  Beumtenbeleidigung  wurde  Ludwig
Mezenleitner  von  Großkar  l.nenseld  vom  Schöffengericht
  Aibling  zu  drei  Wochen  Gefängnis
derurteilt.  Seine  gegen  dieses  Urteil  einge
legte  Berusung  wurde  verworfen,  da  Metzen—
leimer  zum  Termin  nicht  erschienen  war.

 

Vergnügungsenzeiger.

Lichtspiele  Helios  (Deulscher  Kaiser,

rdkeben  in  Italien“,  diese  neueste  altnetle

Darbielung  auf  dem  Gebiele  der  Kinematogra

#ie  gelangt  Samolag  und  Sonntag  zur  Vorjabrung.
  Der  Film,  ausfgenommen  ron  E.  On
bert,  seigt  die  schreckliche  Katafrrophe  in  den
Abru.  en,  bei  welcker  zirka  311000  Menuschen
ums  Leben  lamen.  Man  sieht  die  Orte  der
Katastroxhe,  Ueberreste  ron  Häusern,  Straßen,
Rettungsversuche  an  lebendig  Begrabenen  u###.
Ferner  lommt  zur  Vorführung  Wlictels  esserne
Faust“  Kriegs-  Aliegorie  191.]  15,  sowie  auf
rielsadles  VBerlangen  zum  ur#ederhelten  Maie
„Puloerdunpf  und  Kugelregen“,  außerdem  noch
interessante  alluelle  Ansnalmen  vom  Krlegsschaupkatze.


Der  Welltkrieg.

Der  amtliche

Großen  Hauptquartier

 

Tagesbericht  aus  dem
war  bei  Redaktionsschluß

  um  3.15  Uhr  noch  nicht  eingetroffen.

Holland  und  die  Blodierung
Englands.

Am  sierdam,  6.  Febr.  Gestern  vormittag
javd  eine  Sserordenllche  Sigung  des  Minilerrats

  statt,  in  welcher  die  amtliche  deutsche
Veianainachum,  wodurch  die  englischen  Gewäf.
ser  als  Kriegsgebiet  erllärt  werden,  besprochen
  wurde.  Wie  man  erfährt,  legte  die  Regierung
  noch  nicht  endgültig  ihre  Stellungnahme
sest,  da  über  einige  Punkte  der  beutschen  Denkschrift
  noch  Aufllärung  erbeten  werden  müsse.
Die  holländiscke  Presse  äußert  Besorgnisse  vor
den  neuen  Gesahren  für  die  neutrale  Schiffaß  rt.
„RNieuws  van  den  Dag“  sagt:  Wir  sigen  zwi—
schen  zwei  Feuern.  Der  Haager  „Niews  Coulan“
  weist  auf  die  heute  gemeldete  englische
Diohung  schärferer  Maßregeln  gegen  den  deutschen
  Handel  hin,  die  auch  nur  auf  die  neutrale
Schiffahrt  Bezeug  haben  könne.  In  den  Blättern
iommt  jedock  die  Auffassung  um  Auodruc,
dab  man  die  -iffahrt  nicht  einstellen  werde.

Der  „Roterdamsche  Courant“  schreibt,  daß

man,  wie  eine  Frlundigung  bei  den  großen
Schiffahrtögesellschaften  ergeve,  vorlaufig  eine

abwartende  Haltung  einzunehmen  wünsche.  Die
engleische  Regierung  werde  wahrscheinlich  Gegenmaßregeln
  ergreifen.  deren  Umfang  und
MWerlung  auf  die  Sicherheit  der  Schiffahrt  sich
angenblicklit,  noch  nicht  beurteilen  lasse.  Es
sei  besonderd  zu  berücksichtigen,  dah  die  Maßregeln
  Deutscklands  gegen  die  Inleressen  Englands
  und  nicht  gegen  neutrale  Handeleschiffe
an  sich  gerichtet  seien,  und  daß  Deutschland  geneigt
  sein  dürfte.  auf  die  Interessen  der  Neutralen
  soweit  wie  möglich  Rücksicht  zu  nehwern.

(
Die  Blodade  und  die  Neutralen.
Basel,  6.  Febr.  Zu  der  Vlockadeansage
der  deutschen  Regierung  schreibt  der  „Baseler
Anzeiger  :  D##Deheimbefehl  der  englischen
Admiralität  muß  die  Lage  außerordentlich  komplizieren.
  Die  Aussichten  sind  nicht  sehr  erfreulich,
  aber  vielleicht  führt  gerade  die  Verschärfung
  der  Situation  schließlich  dazu,  daß  sich  die

Neutralen  endlich  aufraffen  und  auf  der  Achtung

  ihrer  Rechte  bestehen.  Es  handelt  sich  um
ernstere  Dinge,  als  bisher  angenommen  wurde.
  Die  zunehmende  Teuerung  spricht  eine  deutliche
  Sprache.  (3)

England,  Hollano  und
e  Rheinmündung.

London,  5.  Foan  In  der  gestrigen  Sitzung
  des  Unterhauses  wurde  die  Frage  an  die
Regierung  gestellt,  ob  die  holländiscke  Regierung
  vor  dem  Ausb  ruch  des  Krieges  der  deutschen
  Negierung  die  holländischen  Rechte  in  den
Gewässern  des  Rheines  abgetreten  hätte,  ferner,
5  und  was  für  eine  Wirkung  in  diesem  Falle
nach  der  Ansicht  der  britischen  Regierung  dies
auf  die  Stellung  Hollands  als  neutralen  Staat
hätte.  Grey  erwiderte:  Die  freie  Schiffahrt
auf  dem  Thein  wuxde  durch  drei  Verträge  ge- 



 

sichert,  1.  durch  einen  Anner  zu  der  Wieue
Kongreßalte  von  1815,  2.  durst  den  Vertrag
vom  31.  März  1831  zwischen  Baden,  Bayern,
Frankreich,  Hessen,  den  Niederlanden  und  Preußen
  und  endlich  durch  den  Vertrag  vom  17.  Ok.
tober  1368  zwischen  Frantreich,  Bayern,  den
Niederlanden  und  Preußen.  Die  britische  Regierung
  kennt  kein  anderes  Abtommen  über
die  Rechte  der  Uferstaalen.  (N.  I

Ein  gemeiner  Vorschlag.

—
Basel,  6.  Febr.  Der  Zorn  unserer  Feinde
üler  die  neue  Tätigkeit  der  deutschen  Unterseeloote
  dußert  sich  in  frechen  Vorschlägen.  So
emsehlen  mehrere  Leser  des  Pariser  „Temps“,
auf  englische  PTampfer  ie  einige  deutsche  Rriegsgesangene,
  vor#zugsweise  Offuiere,  einzuschifsen,
da  die  Untersechoote  diese  kaum  dem  Tode
PFreisgeben  würden.  Der  „Temps“  schämt  lich
nicht,  diesen  Gedanlen  als  gut  zu  bezeichnen
Cr  sürchtet  aber,  daß  Deutschland  sich  an  Kran.
“bösischen  Gesongenen  rächen  würde.  Außerdem
würde  die  Ausführung  des  Vorschlages  so  komklizierte
  Vorbereitungen  in  den  Hasenstädten
erferdern  und  schließlich  sei  cs  nicht  einmal
sicher,  daß  die  deutschen  Unterseeboote  aus  einem
  solch  een  Grunde  wirklich  auf  einen  Angriff
verzichten.  (J.)

 

Aus  der  letzten  Seeschlacht.

Basel,  6.  Febr.  Leutnant  Allen  von  der
Indomitable“  lerichtet  in  einem  Vrief  an  seine
Mutter,  den  die  „Basler  Nachrichten“  millei
len,  über  die  Seeschlacht  bei  Helgoland:  Es
siecht  sest,  daß  um  11  Uhr  15  Minuten  die
„Lion“  ausscheiden  mußte,  da  sie  auf  eine  Mine
Leraten  war.  Ein  Torpgedoschuß  des  sinlenden
.  Biücher“  ging  um  Haaresbreite  an  dem  Bug
der  „Indomitakle“  vorbei.  Die  „Tiger“  be
kand  sich  insolge  des  Feuers  der  Deutschen  wiee
zin  der  Hölle.  Die  „Nem  Zeeland“  war  nich!
ichnell  genug  und  beteiligie  sich  sast  gar  nichl
an  dem  Kampf.  Auch  die  „Indomitable“  und
die  „Princeß  Noyal“  blieben  hinter  „Lion“
und  „Tiger“  zurüd.  (J.)

Deutsche  Gesangene  in  Marokko.

Genf.  6.  Febr.  Von  deutschen  Kriegsgesangenen
  sind  4000  Soldalen  nach  Marokko
transportiert  worden,  wo  sie  sich  in  den  westlichen
  Gegenden  befinden.  Sie  sind  in  Effek.
liodetachements  verteilt,  100-  300  in  Choonia
  und  Doukalla,  2000  in  Rabat,  1500  in
Fez  und  500  in  Mekinee.  Die  Gefangenen
werden  mit  Erdarbeiten  und  Pflasterung  von
Wegen  und  Eisenbahnlinien  beschäftigt.  ()3.)

Japanische  Instrukteure
für  die  Verbündeten.

(„wenf,  6.  Febr.  Blätlermeldungen  aus  Pontarlier
  zufolge  sind  in  Marseille  118  japanische
  Instrukteure  eingetroffen.  Ein  Teil,  von
ihnen  ist  für  England  bestimmt.  Die  anderen
Verden  der  franz.  schweren  Artillerie  zugeteilt.
  (Z.)  1

Hilse  von  Japan  abgelehnt
Köln,  6.  Febr.  Die  „Kölnische  Zeitung“
gibt  eine  längere  Erklärung  der  in  Yokohama
erscheinenden  „Japan  Daily  Mail“  wieder  zur
Frage  der  japanischen  Bundespflicht,  die,  wie  die
„Kölnische  Zeitung“  annimmt,  nicht  ohne  nähere
  Fühlungnahme  mit  den  amtlichen  Siellen
veröffentlictt  wurde.  Der  Artilel  lommt  zu
dem  Schluß,  daß  jeder  Versuch,  japanische  Truppen
  nach  Europa  zu  senden,  im  ganzen  Lande
auf  heftigste  Gegnerschaft  stoßen  werde,  besondere
  bei  den  führenden  gebildeien  Schichten.
Der  Vorschlag  einer  militärischen  Mitwirkung
Japans  auf  dem  europäischen  Kriegsschauplatz
habe  somit  keinen  Zweck  und  in  leiner  Weise
irgendwelche  Aussicht  auf  Verwirklichung.  (J.)
Die  russische  Finanznot.
Genf,  6.  Febr.  Rußland  lonnte  die  Fortsetzung
  der  Pariser  Finanzministerkonferenz  nicht
erreichen,  weil  sich  Ribot  und  Grey  jeder  wirklichen
  Zusage  wegen  des  für  Rußland  dringend
notwendigen  Anlehens  enthalten  mußten.  Das
Datum  der  Londoner  Konferenz  ist  noch  unbestimmt.
  (3.)
Die  RKriegslage  in  Rußland.
RNotterdam,  6.  Febr.  Die  „Times“  meldet
  aus  Petersburg:  Die  Angriffe  der  Deutschen
  gegen  die  russischen  Stellungen  an  der
Bsura  und  Rawka  nehmen  einen  Umfang  und
eine  Heftigkeit  an,  die  sämtliche  früheren  Operationen
  an  jener  Front  nock  übertreffen.  Die
Aufsassung,  die  in  amtsichen  Kreisen  herrscht.
geht  dahin,  daß  man  einer  neuen  Entwicklungsbhase
  der  deutschen  Pläne  gegenüberstehe.  Während
  man  noch  vor  einigen  Tagen  voll  Vertrauen
  annahm,  daß  der  Stoß  gegen  die  österreichische
  und  deutsche  Offensive  im  Zentrum
der  Karpathen  fühlbar  werden  sollte,  um  eine
Erleichterung  für  den  russischen  Vormarsch
gegen  Siebenbürgen  zu  schaffen,  halte  man  es
für  wahrscheinlich,  daßh  die  enstrengungen  der
Oesterreicher  und  Deutschen  zu  gleicher  Zelt  in
Galizien  und  im  Weichlelgebiet  ihren  Höhepunkt
errsichen.  13.1

 

Sonntdg,  7.  Februar  1013

Die  ru  ssischen  TViedeer  lege
in  den  Karpathen.

Budapest,  6.  Febr.  Ueber  den  vor  einigen
  Tagen  gemeldeten  Angriff  der  Russen  auf
Jakobeny,  der  mit  einer  Niederlage  der  Russen
  endete,  wird  jetzt  bekannt,  daß  die  Russen
zu  diesem  Schritt  durch  ihre  frostlose  Lage  gezwungen
  gewesen  sind,  um  sich  irgendwie  Luft
zu  schaffen.  Der  mißlungene  Versuch,  der  mit
der  Niederlage  der  Russen  endete,  kostete  ihnen
über  500  Tote  und  Verwundete.  Die  Verfolgung
  dauerte  bis  Pozsorila.  Der  Besitznahme
des  Moldawaer  Terrainabschnittes  in  der  Bukowina
  gingen  erbitlerte  Kämpfe  voran,  welche  in
einem  durch  Schnec  und  Eis  schwierig  gewordenen
  Terrain  vor  sich  gingen.  Unsere  Truppen
griffen  zwischen  den  Gemeinden  Moldawa  und
Jzor  an  mehreren  Punkten  an  und  jagten  die
NRussen  in  die  Flucht,  wobei  über  600  von  ihnen
gesangen  wurden.  (.

1500  Nufsen  gefangen.

Budapest,  6.  Febr.  In  den  auf  der
Toronyer-Linie  in  den  letzten  Tagen  gemeinsam
  auesgetragenen  Kämpfen  wurden  etwa  1500
Russen,  darunter  mehrere  Offiziere,  gefangen  genommen.
  Die  meisten  rufsischen  Gefangenen  gehören
  dem  Landsturm  an.  (.3.)

Portugals  Neutralität.

Mailand,  6.  Febr.  Nach  einer  Lissa
Loner  Meldung  des  Madrider  „El  Liberale“
haben  sich  die  Ojfiziere  der  portugiesischen  Flotte
den  Forderungen  der  Offiziere  des  Landheeres
ongeschlossen  und  den  Ministerpräsidenten  Ca-Uro
  um  Maßnahmen  ersucht,  die  Portugale
Michtbelesligung  am  eurogpäischen  Kriege  sicher
pellen  sollen.  (J.)

Türkiscke  Gefangene.

Mailand,  6.  Febr.  „Corriere  della  Sera“
neldet  aus  Kairo:  Gestern  sind  die  ersten  tür
lischen  Gelangenen.  hier  eingetroffen;  40  Sol
daten  und  ein  Offizier.  Sie  waren  mit  Strik.
len  zusammengebunden  und  von  englischen  Soldaten
  umgeben.  Eine  grote  Menge  folgte
ihnen.  (3.)  "

Erhebung  der  nordpersischen
Stämme.

Konstantinopel,  5.  Febr.  Aus  Tehelan
  wird  gemeldet,  daß  Fargam  Salana,  das
Oberhaupt  des  Stammes  Talas,  welcher  die
Gegend  von  Enzeli  am  Kaspischen  Meer  bewohnt,
  sich  mit  dem  ganzen  Stamm  gegen  die
Russen  erhoben,  Enzeli  angegrifsen,  den  Zentralposten
  der  russischen  Autompbilgesellschaft
eerstört  und  sich  darauf  ins  Gebirge  zurück.
gezogen  habe.  Auch  ein  Teil  des  berühmten
kriegerischen  Stammes  der  Schachsewennen  habe
sich  erhoben  8  egen  icꝛn.  d.e  Russen  anzugreisen
  und  s#  ·-  ein.  Die  Erhebung
sämtlicher  -  Noropersiens  gegen  die
Russen  siche  bevor.  (Z.)

 

Zurückgebliebenen  sind  bei  der  Stadtkämmerei
  weiter  eingegangen:

Uebertrag:  Mk.  30  797.20
Reinertrag  des  Theaters  Bach  am

Für  die

15.  Januar  321.15
40.  Kirchenlammlung  des  k.  Frauenbundes
  45.—
Enag  des  EGlückshafens  194.11
.  40.—
9  %  der  langen  Tischgesellschaft  im
neuen  Flöhinger  Keller  und  von
24.—

den  Gästen
A.  B

z:
i

Für  Zahlblöde  19.—
Ungenannt  10.—
Von  den  Gäsien  des  neuen  Flötzinger

  Kellers  10.
41.  Kirchensammlung  52.—
42.  Kirchensammlung  48.—
Direktor  Hutten  100.—
Rosenheimer  Amzeiger  11.—
Vom  Fünferlverein  patriot.  Abend  200.=Für
  verk.  Eßwaren  u.  Hundefutter  21.80
43.  Kirchensammlung  89—
Kath.  Gejellenv#erein  100.—
Nauckklub  des  kath.  Gesellenvereins  20.—
V.  P.  im  kath.  Gesellenverein  0.—

Aus  Sühneversuch  5.—

Otto  Huber  Einquart.-Gelder  109.20
Kath.  Mädchen-Jugenoverein  20.—
Ungenannt  50.—
Assistent  Haindl  3—
Bon  den  Gäsien  des  neuen  Flötzinger-Kellers

  10.—
Wunibald  Kalteis  150.
Von  langer  Tischgesellschaft  und  von

den  Gästen  im  neuen  Flöhinger-Keller

  15.—
A.  J.  weitere  Zuwendung  50—

·  32644.46
Weiteren  Gaben  sehen  wir  gerne  entgegen.

Für  die  Angehörigen-Unterstützung  lind  ferner
  bei  unserer  Inseratenverwaltung  eingeg
Uebertrag:  50

Summa:  357.  0

Weiteren  Gaben  sehen  wir  gerne  entgegen.

Wetterbericht  für  Sonntag,  Februar:

Fecktel  Nordbayern  wo#  6.  W  noc
end  sohnig.

*

rngenannt