Vorwort.
E' ist wohl nicht mehr nötig, die heranziehung der Quellenlehtüre
im GEeschichtsunterricht zu verteidigen. Selbst
diejenigen, welche schon eine zu starke Quellenbenutzung
befürchten, geben doch zu, daß durch die Quellenlektüre die
Selbsttätigkeit und das Interesse der Schüler gefördert und
ein Eindringen in das Denken und Fühlen vergangener
Seiten ermöglicht werden kann. Ich will daher in wenigen
Worten nur erklären, warum und wozu ich meine Sammlungen
in der vorliegenden Weise zusammenstellte.
Der moderne Staat unterscheidet sich von den Staaten
früherer Seiten besonders in zwei hauptpunkten: einmal
darin, daß selbst die breiten Massen des Volkes für die
Politik interessiert sind und durch das Wahlrecht sowohl wie
durch ihre Vertreter ihre Wünsche stets, mit mehr oder minder
zwingender kraft, auf dem durch die Derfassung vorgeschriebenen
Wege zum Zusdruck zu bringen vermögen,
und zweitens darin, daß der Staat nicht mehr bloh ein
Macht- und Rechtsstaat sein will, sondern auch nach der
Derwirhklichung nationaler und allgemein menschlicher Kulturideale
strebt. Wer daher die Geschichte der letzten zwei
Jahrhunderte und unser heutiges Staatsleben recht verstehen
will, der muß darüber klar werden, warum und wie diese
beiden Saktoren sich in dem modernen Staate durchsetzten:
die Knteilnahme des Volkes an dem politischen Leben und
die Macht der Ideen, die dem Staatsbegriff einen immer
reicheren und differenzierteren Inhalt gaben.
Als hilfsmittel, um diese Entwichlung in ihren Hauptphasen
besser verstehen zu lernen, ist die vorliegende Jamm-*