Kufasser 100
Geschworenenauslosung. Die fünfke
bie sährige Sitzungsperiode des oberbayerischen
Schmurgericzts beginnt am 18. Mai. U. a. wurden
mig ude Geschworene dazu ausgeloh: : Kaufjaann
Jolrann März in Bergen, M G. Traunstein;
Bauer Felin Paul in Huben, Gemeinde
Crobbolhausen, A.-G. Rosenheim; Schmiedmeister
Heinrich Blank in Aufham, Gemeinde
Eggstätt, A-G. Prien; Bauer Jolef Drerl in
Degerndorf, A.-G. Nosenheim; Bauer Georg
Thurnhuber in Eschwendt, Gemeinde Guteenberg,
A.-G. Mühldorf.
Die Gastwirtsinnung hält morgen
Donnerstag ihre Generalversammlung von mit-#ags
1 Uhr an im „Schmidtbräu“ ab. Neben
der Befsprechung sehr wichtiger Einläufe sieht
die Einführung des Flaschenpfandes, der Jahresbericht,
der Rechenschaftsbericht und die Neuwahl
des Auoschusses auf der Tagesordnung.
Die Generalversammlung der Berg-#eiger=
und Schneeschuhriege des Turnver#ins
Rosenheim von 1860 konnte sich eines guten Besuches
erfreuen und nahm einen schönen Verlauf.
Dem vom Schriftführer, Herrn Erank,
rerjaßten eingehenden Jahresbericht ist zu entnehmen,
daß der frische Geist, der gleichgesinnte,
zu idealen Zielen vereinte Männer beseelt, ermöglichte,
baß in verhältnismäßig lurzer Zeit
auf dem Gipsel der Hochries eine mustergüllige
benzeitlich Stihütte vollendet werden konnte.
Der Riege gehören zurzeit 61 Mitglieder an.
An 24 Riegentouren beteiligten sich 282. Die
Riege führte im Verbande mit der Alpenvereinslektion
Rosenheim einen Skikurs auf der
Auen und rie zwei Rosenheimer Skiwettläufe
im Cebiete des Riesenkopf-Wildbarren und des
Hochriesstrockes durch. Vorträge fanden zwei statt.
Der Bericht des Kassiers, Herrn Krichbaum,
war gründlich, mit interessantem statistischem
Material ausgestattet und von Begeisterung diklier:.
Darnach beziffert sich das Vermögen der
Niege ouf elwa 635 Mark. Der Tourenwart,
Iar. Helien berichtete über die alpine Tätigkeit der
Rie und dankte den Mitgliedern fur die
Fourenberichte, welche ein Gesamtbild der bergsteigerüchen
Täligkeit geben werden, auf das die
Riege mit Recht siolssein tiann. Der Antrag, es
möchten im Jahre zwei Versammlungen stattsinden,
die eine zur Berichterstattung, die andere
zur Beratung sportlicher und technischer
UAngelegenheiten, wurde einstimmig engenommeni.
Im Laufe des Sommers finden die Zufammenkünfte
der Riege je Donnerstags auf der
Vereinsalm statt. Die Neuwahl hatte folgendes
Ergebnis: Vorsitzender Herr Hans Rummel,
tbristführer Herr Karl Frank, Kassier Hert
Krichbaum, Tourenwart Herr Heliel, Fahrwart
Lerr Madl. Dem scheidenden Vorsitzenden,
Herrn Karl Jelinek, welcher seit mehreren Jabren
dem Verrine große Opfer brachte, wurde der
Dank der Riege ausgesprochen. Damit fand
Fie von groher Liebe für die Berge und für oen
schönen und gesunden Schneeschuhsport getradene
Generalversammlung ihren Ahschluß.
Das Leiberfest auf dem Wendelfein.
Ter Besuch der ehemaligen „Leiber“ bei
ihrem Kameraden, Herrn Hotelier Fuchs auf
dee Wendelstein, welcher Ehrenvorstand cer
RKeschenhaller Leiberverein#igung ist, findet am
und 10. Mai statt; er scheint einer großen
Beteiligung sich erfreuen zu lönnen. Die
Münchner kommen am Samstag und Sonntag
den 9 und 10. Maij in Ertrazügen mit der vollständigen
Kapelle des 1. Schweren Reiter-Regi.
ments. Am Samstagabend findet Bergfeuer,
Ball auf der Alm usw. statt. Am Sonn.-tae,
vormittags 10 Uhr, zelebriert H. H.
Ste adtpsarrer Ströbel von Bad Reichenball eine
Vergmesse, bei der die Kapelle der Schwelten
Reiter die Choralmusik srellt. Die hl.
Wesie fundet um Freien statt am Fuße zum Wenkelsteingipfel
oberhalb der Klause. Im Anschluß
daran ist großes Konzert, in das ver.
schiedene Volksbelustigungen eingestreut werden.
Von 2 bis 6 Uhr nachmittags schlient sich dann
die Talsahrt an, während abends von 128 Uhr
ab im Bahnhofhotel Brannenburg die Kopelle
det Schweren Reiter konzertiert. Wenn das
Wetler günstig bleibt, dürfte sich am 9. und 10.
Mai auf dem Wendelstein Besuch einstellen, wie
er dort oben in so großer Zahl wohl noch nichl
Lgesehen worden ist. Bei schlechtem Wetter
mürde das Fest um acht Tage verschoben weroen.
Militärische Uebungereisen. Die
Zeutralstelle des Generalstabs bölt vom 4d. bis
Mai unter Leitung des Chefs des Generalhobs.
Generalmafors Krafft von Dellmensingen
eine prößere Uebungsreise, die sich über das
#böstliche Bayern erstrecken wird; als Ausgangspunlt
der Reise wurde Nosenheim bestimmt.
Im ganzen nehmen 31 Offiziere an
biejier Uebungsreise teil. Die Kriegsschüler treten
am 11. A##u eine längere Reise an, die mhäckst
der Besichtigung der Schlachtfelder ven
Weibenburg und Wörth, dann der Besichtigung
verschiedener Festungewerke um Straßburg und
am oberen Rhein gilt; am 23. Mai treffen sie
über Konstam wieder in München ein. Am 25.
Mai fahren die Kriegsschüler nach Traunstein,
in dessen Umgebung sie bis mit 19. Juni taklüche
Uebungen und Geländeaufnahmen vornehmen
„einberusungen der Reserve und
Landwehr. Die Zahl der für das Rechnungs-156.
1914(April 1914 bisEnde März1915) einzuberufenden
Mannschaften der Resexve und Land-
Rosenhelm̃er Añzelgek
Ju den Wirren in Merike: Die „Garde“ Duertas.
wehr der drei bayerischen Armeekorps beläuft
ich auf über 79 000 Unteroffiziere und Mann.
chaften, um über 24,.000 Mann mehr als im
Echnun sjahr 1913; davon entfallen allein
2' Menn auf die Infanterie und Jäger,
%% büber 20 000 Mann mehr als im Voriahre.
Der größte Teil der einmberufenden Mannschoften
wird in 14tägigen Uebungen eingezogen.
Besonders groh ist in diesem Jahre die
Zahl der aus dem Beurlaubtenstand gebildeten
Truppenteile.
Obstblüte.
für Obst= und Gemn.
cheyx, Salvatorstraße D20, be- ichtet über den i
leuf der Obsrblüte folgendes: DTer Blütenaman
isie im ganzen Lande als überreich zu nennen Die
Obstbäume versprechen eine Rekordernte zu geten,
da durch den Ausfall der Vorfahrserntdie
Bäume Reiervesroffe genug angehäuft hoden,
um eine Vollernte ernähren zu lkönner
Sreziell wird aus dem Vol acher Steinobe#gebiet
derichtet, daß der Blütenverlauf des Frühobneein
rascher, gleichmäßiger und tadelloser ist.
Aprilosen und Pfirsiche haben abgeblühe, es
lätt sich reichlicher Fruchtansatz erkennen.
Reineklauden, Mirabellen, Kirschen und Weiche
sowie Frühzwetschgen befinden sich im letzten
Blütenstadium. Birnen und Spätzweischgen
blühen vollauf und wenn die Witterung! so günsis
bleibt wie bisher, werden durch einen reichen
Erntesegen die Mißerfolge des Vorjahres
ausgerogen. Aus der Kirschengegend Loher
om Main berichtet der Obstbauverein, daß die
Kirschen bereits im Verblühen sind und sich arter
Fruchtansatz zeigt, so# dah bei Fortdauer der
gegenwärtigen guten Witterung ein reiches
Obstjahr in Aussicht slteht. Auch der Wein berechtigt
zu guter Hoffnung, da derselbe sehr
viel Blutengescheine zeigt. Die Spargelernt:
ist seit Mitte dieses Monats im vollen Laufe
und kostet zur Zeit 40—50 Pfg. das Pfun#e.
Verhaftung. Eine Kellnerin von Rosenheim
wurde zur Strafersiehung wegen Gewerbsunzucht
fesrgenommen.
HRusk und Thealer.
Operetten-Ensemble des Landshuter
Stadttheater. Für Dienstagabend
war als Benefiz für die Operetten- Soubhrete
Ida Salter die reirende „Fledermaus“ angesetzt.
Von dem gukl besetzten Hause wurde die
Aufführung mit großem Beifall ausgenommen.
Ersie Anerkennung verdient zweifellos das Orchesier,
das mit bestem Erfolge uns eines der
populärsten Werle des Walzerkönigs zu Gebör
brachte. Kapellmeisier Raab erreichte selbst.
bei der lleinen Besetzung durch unsere Sladllapelle
ein vortreffliches Gelingen des musikaläichen
Teiles. Unsere Stadtkapelle, an der
Spitze die beiden Herren Berr, leisieten darch
das aufmerksame Eingeben auf die Weisungen
ihres Dirigenten gonz Vorzügliches. Für die
Rotalinde trat ein Gast auf. Nini Matzrorif
bot vor allem gesanglich eine prächtige Ro
salinden-Partie. Ihre Stimme ist außerordentsich
voll und reich und besonders in den hoben
Lagen sehr sicher und kragfähig. Mimik und
Geste bedürfen zwar noch der Routinc, doch iönnte
zu diesem Engagement der Direllion nur
gratuliert werden. Jda Salter, als Adelc,
die Krone aller Stubenmärchen, hatte einen
sehr glücklichen Abend. Stimmlich war sie sehr
aut disponiert und an Tems'#ramen #
die Fledermaus-Adele es benötigt, fehlt es ihr
bekanntlich nicht. Dabei hat sie stets ein 92=fätlliges
Spiel, das sich vor Uebertreibung zu-D
rückhält. Ein liebenswürdiger Schwerenöter war
der Eisenstein von Leo Wanaus. Allen Situationen
gewachsen, zeichnete er in seinen Linien
den jugendlichen Lebemann. Stimmlich schien
er etwas indisponiert, doch suchte er es tapfer
niedermkämpfen. Schlimmer war es um den
Alfred des Erwin Zöschegg beslellt. Die Stimme
war sehr belegt und lonnte sich niemas F
nötigen Höhe aufschwingen; seine Darstellung
war zu farblos, ja sogar tot. Einzig seine
sompathssh Ersestrung sprach für Fihn.
WMiizzi Gruber konnte Fen Prinzen Orlofsko
zwar nicht in der sonst gewohnten temperamentvollen
Weise hinstellen, doch schuf sie aus
den ihr Gebote siehenden Mitteln eine so
hraziös zierliche Jünglingsfigur, daß der Prinz
Die baycrische „Ventralstelle
auch in dieser Weise jehr ansprechend war. Der
Gefänanisdireltor Neudecks und der Notar Wesener?
waren gut getrossen. Ernst Singer gab
eine originelte Figur für den Advokaten Blind
und Psaudler erntete großen Beifall und schuf
vriel Humor mit seinem Frosch, Auch die kleinen
Rolten waren in guten Händen. Ida Salter
ernlete ein paar Blumenarrangements zur! *
Th. 1
eriennung.
Alpines.
xAom Spitzsteinhaus. Der Alpenver=*
München- Giesing hat das Spitzsreinha#u# vor
wenigen Tagen nebst zwei bewirtschafteten Almen
und der Gipfellapelle mit 143 Tagwerk
Verpgrund von dem bisherigen bäuerlichen Belitzer
erworben. Der Verein wird a# aus
Stein erbaute Spitzsteinhaus, das heizbare Ziminer
und ein gemütliches Gastlokal besigt. nunmehr
zweckentsprechend renovieren lassen und
mit neuer Einrichtung ausstatten. Nach der
Neueinrichtung lönnen 40—50 Perfonen zualeich
übernachten. Das 1277 Meter (Gipfel
1580 Meter) hochliegende Haus gewährt eine
prächtige Fernsicht und besitzt ein ausgeieichnetes
Sligelände. Im nächsten Winter läßt
der Verein hier Stikurse abhalten. Die feierlich:
Eröffnung wird voraussichtlich Ende Juni Katlsinden.
Von der Bahnstation Oberaudorf über
den Ort Mühlgraben find 231 Stunden und von
Station Oberaudorf über das Passionsdorf Erl
drei Stunden bis mum Spitzsieinhaus.
Aus Industrie und Gewerbe.
Boyer. Wolldeckenfabril Bruckmühl
A-G. München. Die aus der Bayer.
Wolldeckenjabrik Bruckmühl, Weiler, Baur #u#
Cie G.mb. H. herrorgegangene Gesellpyhaft
hat die im vergangenen Jahre beischlossene Erweiterung
des Betriebes durchgeführt. Wena
dieselbe auch nur für das zweite Halbjahr mit
voller Wirlung zum Ausdruck kam, so war es
nach dem GEeschäftsbericht doch möglich, den Umlatz
gegen das Jahr 1912 wieder bedeutend
iu sieigern. Das Verhältnis zwischen den Preisen
dez Rohmaterialo und jenen der fertigen
Ware war während des ganzen Jahres nicht
günstig, da die Preise für Wolle und Kamelhaar
fortg esetzt sich erhöhten, und zwar is zu 25
bis 30 Proz., während die Gesellschaft mit
ihren Verlaufspreisen nicht Jtsperchen folgen
lonnte. Der nach 36 514 Mk. Abschreibungen
Lech A#lagen verbleibende Reingewinn beträg!
3 Mk., worin 26 070 Mk. Gewinnvor-00%
Ws jind. Es sollen 10 Proz. Dioidende
auf das einbezahlte Aktienkapital von
1312 500 Mk. P. r. k. verteilt, 34309 Mk. zu
Tantiemen, 20 000 Mk. zur Dotierung der Spe.
hlalreferve und 39036 Mk. zum Vortrag auf
neue Rechnung Verwendung finden. Im neuen
Ceschäftsjahr haben sich die Verlaufspreise gebestert;
mit Aufträgen ist das Unternehmen
reihlich versehen.
Aus Rechk und Gesetz
Wirtschaftskonzession. Zum Betrieb
der Schankwirtschaft ist die Erlaubnis des Bebeirleamt--
erforderlich. Schankwirt ist, wer Getränle,
seien es geistige oder nicht geistige, als
Genußmittel zum sosortigen Genusse an der
Verlaufsstelle gewerbsmäßig ausschenlt. Es bedarf
also auch der Ausschanl von Tee, Kassee,
Limonade, Mineralwasser usw. der Erlanbnis.
Bei nichtgeisiigen Getränken ist. ledoch die Würdigung
der beim Ausschank geistiger Getränke
zu prüfenden Bedurfniefrage ausgeschlossen, d
h. es kommt bei der Erlaubniserteilung vich
darauf an, ob ein Bedürfnis nach einer weileren
Ausschankstelle für nichtgeistige Getlranke
besteht.
Erbschaftssteuer. Die Erbschaftssteuerbeträgt
4 bezw. 6, 8 oder 10 Prozent der Eis -
schast, und zwar werden die höheren Prozen
jätze bei enifernterer Verwandtschaft Adth
Ein Steuersatz von 5 Prozent lönnte bei einer
Erb#chaft im Betrage von unter 20 000 Mk. nur
dann in Frage kommen, wenn der Erwerb für
lirchl, oder gemeinnützige Zwecke anfällt. Schenlungen
unterliegen im allgemeinen der gleichen
Besteuerung wie Erbschaften. Bis zu einem
Betrag von 500 Mk. tritt Steuerfreiheit ein.
Die Eltern des Erblassers bezw. Schenkers sind
von der Steuerpflicht nicht befreit.
Donnerstag, 30. Aprll 1913
Aus dem Gerichissanle.
Kol. Amtsgericht Nosenhelm.
Dienstog den 23. April.
Mit Einstellung des Hauptverfahreas eie1#
die Verhandlung in Sachen des bereits vorbetraften
Bäckers Wolfgang Nidol von Crubbotz
wegen gefährlicher Körperverletzung. Er stand
gleichzeitig mit dem Bäckergesellen August Goßner,
nunmehr in der Pfalz, bei Bäcermeisier
Jetob Kirmaier dahier zu bessen vollsten Zufriedenheit
in Diensten. Nichtsdesloweniger versuchte
Goßner, den Nickol, weil dieser nicht orhanisiert
war, bei seinem Meister und dessen
Ehefrau anzuschwärzen, daß er seinen Verpflichlungen
nicht nachtame. Nickol erfuhr davon,
machte aber dem Goßner leinen Vorhalt; erst
als er im März es selbst mit eigenen Ohren
horte. wie ihn Goßner „verkaufte“, siellte er
hu jofort zur Rede. Es kam dabei zu einem
Kinen Zusammensioß der beiden Widerfacher,
bei dem Goßner mit einer Kratzwunde an der
rechten Brustseite davon kam, aber auch von eem
Angellagten. am Halse gewürgt wurde, als er
sich zur Wehr jetzte. Nun gab Goßner bei
jeiner eidlichen Vernehmung in Kirchhimbolanden
an, er sei gleich darauf zur Polizei gelausen.
Dort habe er angegeben, er sei von
dem Angellagten mit einem Messer in die Brust
gestochen, am Hals gewürgt und mit einer
Eisenstange gegen die Magengegend qdeileßen
worden. Auch gab Goßner an, er sei diei Tage
arbeitelos gewesen. Durch Vernebmung des
Bötermeisters Kirmaier und des Schuywante
Schauer wurden die Unwahrheirten dieser A## aben
nachgewiesen. Rirmaier bekundete, datz
er mit dem Angellagten sehr zufrieden sei und
ihn nun schon drei Jahre im Dienste habe. Von
einer Arbeitsunfähigteit Gohners könne keine
Rede sein. Dieser habe noch fast 14 Tage bis
zu feiner Entlassung gearbeitet. Der Ange#agte
gab zu, daß er den Goßner gewürgt hatc, aber
er habe weder ein Messer gehabt, noch sei er mir:
einer Eisenstange auf den Zeugen losgegangen.
Schutzmann Schauer sagie aus, daßz Goß ner
wohl auf die Polizei gelommen sei und die
obengenannten Aussagen gemacht babe, doch
sfei dies mehrere Tage hernach gewesen. Die
Aussagen Goßners erwiesen sich also als vollitändis
unwahr, weshalb das Hauptverfahren
unter Ueberbürdung der Kosien aufs die Staalslasie
eingestellt wurde.
Ein unverbesserlicher Zechpreller ist der le.
Taglöhner Leonhard Urmann von Nirder:nocien,
der in letzter Zeit erst wegen solcher Aercgeben
eine 20tägige Gefängnisstrafse vom tiefi.
„#n Schöffengericht belam. Nach Neuih'l.
berscvand er wieder einmat in der Wirt“- 1
Jiegelberg unter Hinterlassung eines Vierre#s
Uu#nd einer Zechschuld von 36 Pfennig:# Er
will schon Gerd bei sich getragen, abrr### veripielt
fdaben. Wegen dieses neuen Vergebens
erkannte das Gericht auf 5 Tage Gefängnis.
Besser kam der schon vorbestrafte Taglöhner
Joief Hinterhuber von Kolbermoor weg, der
sich eines Notdiebstahles schuldig machte. In
jeiner Notlage entwendete er in Redenfelden
dem Fabrikarbeiter Georg Pauser ein Paar
Halbsnefel im Werte von 12 Mark. Dies teug
ihm 5 Mk. Geldstrafe oder einen Tazg (Orfän
nis ein.
Auf abschüssiger Bahn befindet sich der erst
20 Jahre W fedoch schon erheblich wegen
Elgentumedelilte vorbestraste Knecht Fr. Tav.
Madl, zurzeit in Kolbermoor. Er war früher
in Högling bedienstet. Am 5. Februar
kam er aus der Wanderschaft spät abends zu
dem Bauern Josef Michlbauer in Moos. Weil
er ganz erschöpft und durchsroren war. gewährten
sie ihm Unterkunft. Der Angeklagte erhielt
von seinen Gast gebern ein Paar Schuhe
im Werte ron 6 Mk., weil die seinigen schon
ganz dur hgearbeltet waren, un: außerdem noch
ein Dorleben von 1 Mark, weil er vormachte,
er sei von dem Kasereibesiser Zehermaier in
Oberaudcri gerungen, dieser habe ibm schon 6
Mark Drangeld geschickt, das Geld sei aber
durch die Transportkloften seines Kleiderkastens
nach Obcraudorf aufgez#ehr: worden. Ferner
versprach der Angeklante, das Darleben und
auch den Wert der Schube in Bälde zurückzuer
statten. Bei dem Oekonomen Bleideicke ent.
wendete Madl n der Nact vom 11. auf 12.
Februar, wo er übernachtete, ein Paar Schube,
einen grauen Filihut mit Gamsbart, einen
Stock mit Hirschborngriff, eine Tuchjoppe, ein:
Untersacke und eine Tabakspfeise. In der
Hauptverhandlung dediente der jugendliche
Gauner das Gericht mit den frechsten Lũgen.
Mit Rüchicht auf seinen bereits erheblich getrübten
Leumund verurteilte ihn das Gericht
wegen des Dichstahlo zu vier Wochen und weaen
des Betrugs zu drei Wochen Gesangni:,
die in eine Gesamtgefängniestrafe von sechs
Wochen zu vereinigen waren.
Noch schlechter scheint es mit dem Spengier
Andrece. Oefele ron hier zu stehen. Oefele wurde
in Oesterreich wegen Sittlichkeitoverbrechen
zu einer mehrmonatlichen schweren Kerkerstraf:
verurteitl ferner des Landes verwiesen. Auch
jonst ist er leine gerichtefremde Person. Seit fast
zwei Jahren steht er nun in Rosenheim in Diensten.
Er lebt mit der von ihrem Manne geschiedenen
Maurersfrau Maria Lackner in wilder
Ehe, bei der die Folgen nicht ausblieben. Zur
Anzeige gebracht, erhielt er einen Strafbesehl,