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Prenßischen Truppen am bten April bei Möckern. Graf Wirggenstein führte
den Oberbefehl über das aus Russen und Preußen bestehende Heer. Nur etwa
10,000 Mann Preußen und 1200 Mann Russen kamen wirklich in's Gefecht;
für erstere höchst glorreich, denn sie schlugen nicht nur die Ueberzahl ruhmvoll
Frück, sondern zwangen sie auch, den Uebergang über die Elbe frei zu lassen.
Vor Allem war der Held dieses Tages der General York, neben ihm die
Generale Bülow und Borstell.
So ging denn durch dies Gefecht die Elblinie für Napoleon verloren;
doch an der Saale, bei Weißenfels, bewerkstelligte er die Vereinigung mit
dem Viceksnige und machte diesen Fluß zur Bafis seiner Operationen mit bedeutender
Uebermacht, denn sein Heer zählte 145,000 Mann. Seiner Uebernacht
bewußt, drängte er ungehindert vor, wohl wissend, daß er nur eigentlich
die Vorhut seiner Gegner unter dem Grafen Wittgenstein, Nachfolger des am
18ten April in Bunzlau verstorbenen Kutusow, und dem General Blücher vor
sich hatte, der wieder an die Spitze der preußischen Truppen getreten war,
während die sogenannte große Reservearmee gegen die Verabredungen von
Kalisch weit dahinter blieb; Napoleon dagegen hatte in Franken und Thüringen
sesten Rückhalt. Um so unerwarteter kam es ihm, daß er am 2ten Mai von
Süen her von Blücher und Wittgenstein angegriffen und zur Schlacht gezwungen
wurde. Napoleon verfügte über 120,000, seine Gegner etwa über
85,000 Mann. Im russischen Hauptquartiere war schon von einem Rückgangs
tber die Elbe die Rede gewesen, doch fürchtete man, vornehmlich preußischer
Seits, durch eine solche Maßregel einen schlimmen Eindruck auf die Stimmung
in Deutschland und beim Wiener Hofe zu machen. Deghalb hatten die beiden
Monarchen, welche sich bei ihren Heeren befanden, die Schlacht anbefohlen.
Den ersten Stoß des Feindes hatten auf ihren Wunsch die Preußen
auszuhalten; der Anmarsch eines großen Theiles der russischen Truppen wurde
durch ungeschickte Anordnung um sechs Stunden verspätet. Dessenungeachtet
war der kähne Angriff, obwohl auch die Feinde mit großer Hartnäckigkett
Mmpften, lange Zeit hindurch von Erfolg; mehrere wichtige Punkte wurden
von den Verbündeten genommen, Groß-Görschen blieb in ihren Händen.
Die Alesten Krieger konnten sich eines solchen Kanonendonners nicht entfinrun,
dem fünfzig deutsche Meilen im Umkreis wurde er gehört. Nach und nach
aber erlahmte die hingebende Tapferkeit gegen die allzugroße Uebermacht, da
bedeutende Truppenabtheilungen gar nicht zum Gefechte kommen konnten, und
als endlich am späten Abend die zahlreiche Cavallerie der Verbündeten, durch
welche fie ein Uebergewicht über den Feind hätten gewinnen können, herbeikam,
war der Kampf schon an den Hauptpunkten entschieden.
Der Verlust der Franzosen war sehr bedeutend, er bellef sich auf 15,000
Nann; die Verbündeten hatten nur 10,000 Mann verloren, unter ihnen 8000
Preußen; Blücher und Scharnhorst waren verwundet, Lepterer fand in Folge
diesos Kampfesn seinen Tod. Nichtsdestoweniger war man am nächsten Tage