Full text : Das Friedensangebot der Mittelmächte.

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Dieser  Kampf  bedarf  der  begleitenden  Worte  nicht  mehr.
Die  Ziele  stehen  fest.

Aber  der  Geist,  der  aus  diesem  Austausch  von  beiderseitigen
offiziellen  Kundgebungen  spricht,  bedarf  der  zusammenfassenden
Würdigung.

Eine  solche  wırd  im  folgenden  versucht,  nicht  um  ein  letztes
Urteil  zu  fällen,  diese  Aufgabe  wird  spätere  Geschichtsschreibung
erfüllen,  sondern  um  im  großen  Augenblick  dem  großen  Geschehen
eine  Stimme  zu  leihen.  Dies  geschieht  hier  in  der  Ueberzeugung,
daß  der  doppelte  Notenwechsel  unter  den  Kriegführenden  und
zwischen  diesen  und  den  Neutralen  nicht  nur  als  der  bedeutsamste
diplomatische  Wortwechsel  seit  Beginn  dieses  Krieges,  sondern
zugleich  als  ein  kulturgeschichtliches  Wahrzeichen  erster  Ordnung
für  alle  Zeiten  aufbewahrt  zu  werden  verdient.  Die  beiden  großen
kulturgeschichtlichen  Strömungen,  welche  das  politische  Leben
Europas  und  der  ganzen  Welt  seit  Jahrzelinten,  bald  offen  hervortretend,
  bald  im  Geheimen  wirkend,  beherrschen,  treten  hier
mit  einem  Male  für  kurze  Zeit  in  eine  flammende  Berührung  und
stoßen  sich  ab,  während  die  Völker  Europas  und  mit  ihnen  die
ganze  Welt  mit  einer  nie  gekannten  Spannung  dem  Ausgang  des
größten  Waffenganges  in  der  Weltgeschichte  entgegenharrt.
Macchiavell  und  Antimacchiavell!  England,  der-Erbe  der  antiken
Weltherrschaftsidee,  die  sich  in  kürzester  Formel  als  „Herrschaft
über  alle  um  jeden  Preis  und  mit  allen  Mitteln®*  ausdrücken  läßt,
England  an  der  Spitze  der  beiden  von  ihm  für  diesen  Zweck  gebändigten
  Mächte  Rußland  und  Frankreich  und  7  weiterer  Hilfsvölker
  lehnt  nach  einem  Waffengang  von  2’/a  Jahren  das  Friedensangebot
  ab,  welches  der  siegreiche  deutsche  Kaiser  mit  seinen
Verbündeten  als  Vertreter  einer  höheren  Machtidee,  als  die  persönlich
  gewordene  wahre  Liebe  zum  Frieden  und  seinen  Menschheit
  fördernden  Segnungen  zum  Heile  der  blutenden  Welt  pemacht
  hat.

Wie  Macchiavellis  politische  Lehre,  von  der  romanische  und
englische  Staatskunst  aus  den  Quellen  des  Altertums  ihre  Grund-