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Spelze verläuft in eine lange Granne.
Die bräunlichen Samenkörner sind
4leänglich, unten spitz, oben stumpf. —
3. Der Winterroggen wird im Herbst
gesäet, überwintert unter dem Schnee,
½blüht im Juni und reift im August.
Die Mongolen sollen ihn mit aus
Asien gebracht haben. — 4. Seine
hohhlreichen Körner liefern uns das
5 Ö frtüüagliche Brot; auch Branntwein wird
daraus gebrannt. Das Noggenstroh
wvwird zu Geflechten verarbeitet. In
nassen Jahren entstehen Pilze an
einzelnen Körnern, so daß diese als
, « das schwärzliche, giftige Mutterkorn
» « gliedslang aus den Ahren heraus-
38. Gerste. 39. Veizen. 40. Hafer. 41. Roggen. wachsen. Doch bereitet daraus der
Gerk einert.) Apotheker heilkräftige Mittel.
Unsere übrigen Getreidearten sind: Weizen mit vierkantigen Ahren,
Gerste mit langen Grannen und 6 ungleichen Körnerreihen, Hafer mit ver-
zweigten Rispen, 2 langen Zwillingskörnlein und einer knieförmig gebogenen
Granne. Der Reis wird in übenschwemmten Niederungen Indiens, Chinas,
Oberitaliens u a. a. Orten angebaut, mit Sicheln Feschnitten in Garben ge-
bunden, die Rispen gedroschen und die Körner in Mühlen enthülst.
39. Die Kornrade.
1. Sie ist ein Unkraut unter dem Getreide und gehört in die Familie der
Nelkenblüter. — 2. Ihre Pfahlwurzel ist mit Fasern besetzt. Die ganze, 1 m
hohe Pflanze ist mit anliegenden Haaren bedeckt, die ihr eine graue Farbe geben.
Die lanzettlichen Blätter stehen paarweise gegenüber an den angeschwollenen
Gelenken und bilden am Grunde eine Scheide. Der lederartige Kelch ist eine
Röhre mit 10 Rippen und 5 langen Zähnen, die über die Blütenkrone hinaus-
reichen. Letztere ist fünfblätterig und oben matt purpurrot. Die Blütenblätter
sind eirund und mit einem langen „Nagel“ angewachsen. Es sind 5 Griffel
und 10 Staubgefäße vorhanden. Die Samenkapsel springt an der Spitze mit
5 Zähnen auf und ist voll schwarzer, runzeliger Körner. — 3. Die Rade säet
sich mit dem Wintergetreide aus, blüht etwas früher als dasselbe und reift mit
ihm. — 4. Der Same macht das Mehl grau und ungesund. — 5. Die blaue
Kornblume im Getreide war die Lieblingsblume Kaiser Wilhelms I. (Warum?)
In einem gemeinsamen Kelche stehen wie in einem Körbchen viele Rand= und
Scheibenblüten. Nur letztere tragen Samen. Auf dem Blumenboden stehen
viele Körnchen mit Federkronen, darauf die Staubbeutel, die zu einem Schlauche
verwachsen sind, aus denen der Stempel ragt. Die prächtigen Randblüten der
Korbblüter sind taub. Sie locken aber durch ihre Farbenpracht die Insekten
an, damit diese die unscheinbaren Scheibenblüten befruchten helfen.
40. Der Feuer= oder Klatschmohn.
1. Er leuchtet wie Feuer durch das Halmen-Meer. Seine Blütenblätter
werden von Kindern an die Lippen gepreßt und durch Saugen mit lautem
Klatschen zersprengt. — 2. Der steife, ½ m hohe Stengel ist mit zerstreuten
Borsten besetzt. Die Blätter sind fiederspaltig und behaart. Die 2 rauhen
Kelchblätter umschließen eng wie Muschelschalen die hängende, eirunde Blüten-