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75. Der Quarz und die Glasbereitung.
1. Der gemeine Quarz ist ein harter, meist weißgrauer, durchscheinender
Stein. In pulverförmigem Zustande bildet er den Quarzsand oder die Kiesel—
erde. Er besteht aus Silicium und Sauerstoff, ist also Siliciumoryd oder Kiesel-
säure. Kieselsäure ist ferner der wasserklare Edelquarz, der in krystallisiertem
Zustande Bergkrystall heißt, der blaue Amethyst, der dunkle Feuerstein, der
schwarze Kieselschiefer, der bunte Jaspis, der vielfarbige Achat und der perl-
mutterschillernde Opal. — 2. Am Stahl giebt er Funken. Mit Soda schmilzt
er in Feuersglut zu einer Glasmasse zusammen. — 3. Der Quarz findet sich in
Wüsten und Meeren als Sand, an Flüssen als Kies, in Steinbrüchen als Sand-
stein, in Gebirgen als wasserheller 5
Bergkrystall (St. Gotthard). — 4. Der
Krystall wird zu Zieraten verarbeitet. .
Aus Feuerstein waren die Streitäxte *
und Opfermesser der Alten und die ————— 6
Flintsteine der Gewehre. Der Sand-
stein ist ein schönes Baumaterial. Der
Quarzsand ist zur Glasbereitung un- »
entbehrlich. — 5. In den Glas- THE
hütten setzt man reinen Quarzsand I "THJI?TI.·«·.«-.
mit Soda, Pottasche und anderen
Stoffen zusammen, pulvert und
schlämmt es. Die Masse, Fritte ge
nannt, setzt man in feuerfesten Glass
töpfen auf ein Gesims des starkge *
heizten Ofens, bringt sie sum Schmell Go
6bn und schäumt fleißig ab. Die reii. «-
lgsmSasse wird entweden Tafel- »
un piegelglas auf Tafeln mit — “ «
Rändern geggossen oder mittelst eiserner 54 Vergkystall.
Pfeifen, die hölzerne Griffe und Mundstücke haben, zu Hohlglas geblasen.
Die an der eingetauchten Pfeife hängende Giasmasse läßt sich wie Seifenblasen
aufblasen, schwenken, rollen und in Formen ressen. In Kühlöfen kühlt das
Glas langsam ab und erhärtet. Spiegelglas wird geschliffen und auf der
Rückseite mit Amalgam, einer Verbindung von Zinn und Quecksilber, belegt.
Die Lampenglocken erhalten ihren milchweißen Schmelz durch Zusätze.
76. Das Kochsalz.
1. Das Salz ist die notwendigste Würze unserer Speisen. Als Steinsalz
kommt es fest in mächtigen Lagern, als Sole aufgelöst in Quellen vor. —
2. Es ist weiß und fettglänzend, von krystallischer, d. h. regelmäßiger Form,
salzigem Geschmacke und zieht leicht die Feuchtigkeit der Luft an. — 3. Die
größten Steinsalzbergwerke Preußens sind Staßfurt und Erfurt. Darin werden
die Salzwürfel aus ihren mächtigen Lagern losgebrochen, zerstoßen oder zer-
mahlen. In den Salinen, d. h. Salzwerken, wird das Salz aus der hervor-
quellenden Sole, d. i. dem Salzwasser, durch Kochen gewonnen. Ist die Sole
zu dünn, d. h. zu wenig salzhaltig, so wird sie vor dem Kochen durch Pumpen
auf die Gradierwerke geleitet. Das sind bohe Haufen von Dornwellen, deren
Wände glatt beschnitten sind. Hier rieselt die Sole in Tropfen von Dorn zu
Dorn, setzt Kalk und andere Stoffe ab und läßt viel Wasser durch Sonne und
Luft verdunsten. Nachdem die Sole mehrmals diesen dornenvollen Weg gemacht
Volack, Naturbeschreibung und Naturlehre. 5