Full text: Illustriertes Realienbuch.

— 72 — III 
weiß. Die losen Schuppen liegen wie Dachziegel übereinander. Der Hering atmet 
wie alle Fische durch Kiemen. Seine Wasserflügel, die Flossen, bestehen aus 
hornigen Strahlen mit häutigem Zwischengewebe. Hinter den Kiemen stehen 
2 Brustflossen, weiter hinten 2 Bauchflossen, auf dem Rücken die Rücken-, unter 
dem Schwanze die Steißflosse, am Ende des Schwanzes die senkrechte Steuer- 
. flosse. — 3. Die Heringe leben 
in unzählbaren Scharen in 
— den nördlichen Meeren. Zu 
Hewissen Zeiten kommen sie 
7 ' aus der Tiefe des Meeres 
« · an die Küste von Norwegen, 
72. Hering ( nat. Größe). Holland und Deutschland, um 
in ruhigen und flachen Meeresbuchten zu laichen. — 4. Sie leben von kleinen 
Meertieren. — 5. Die Fischer fangen sie millionenweise, salzen sie in Tonnen 
ein und schicken sie überall hin. — 6. Geräucherte Heringe heißen Bücklinge. 
Obwohl jährlich Millionen von Heringen gefangen werden, so ist doch keine Ab- 
nahme zu spüren. Ein Rogener kann 50000 Eier absetzen. Die Milchner 
übergießen dieselben mit ihrer weißen Milch. Die ausschlüpfenden Heringe 
sind anfangs so klein, daß man sie kaum mit bloßem Auge wahrnehmen kann. 
Aber noch kleinere Tierlein bilden ihre Nahrung. Sie ist in solcher Fülle im 
Meere zu finden, daß die Heringe schnell wachsen und sich bald an den Herings- 
zügen beteiligen. Die reiche Heringsernte kommt zunächst den Meer-Anwohnern 
zu gute, liefert aber auch auf den Tisch des armen Mannes eine billige Speise. 
Aufgaben: Warum ist der Pflanzenwuchs des Nordens dürftig: Warum die Bevölke- 
rung dünn? Warum giebt es viele Pelztiere? Wie ist das Renntier der Wohlthäter des 
Nordens? Warum finden sich Wale und Heringe oft zusammen: Wie werden die Wale, 
Seehunde und Heringe gefangen und verwertet! 
Naturlehre: Eisbildung. Eisberge. Meeresströmungen. Wie entsteht das Klima? 
Lackmusflechte: Säuren, Basen und Salze. 
XI. Afrikanisches Tandschaftsbild. (Im Januar) 
I. Freiligraths „Löwenritt"! Giraffe (ein riesiger Zweihufer, vorn 
viel höher als hinten; Hals sehr lang, Fell gelbweiß mit rotbraunen Flecken). 
Gazellen und Antilopen (zierliche, rehartige Wiederkäuer). Gun (eine braune 
Antilope von Eselsgröße mit niedergebogenen Hörnern, Schweif und Mähne wie 
ein Pferd). Hyäne, ein hundeartiges, Panther, ein katzenartiges Raubtier. 
Aasgeier, schmutzigweiß, Kopf und Hals nackt. Sykomore (ein Maulbeer- 
Feigenbaum mit sehr festem Holze). 
II. Landschaft am oberen Nil. Der Fluß hat sumpfige Ufer. Nach Westen 
dehnt sich endlos die Sandwüste aus. Stattliche Dattelpalmen bilden eine 
schattige Gruppe. Im feuchten Boden wächst das Zuckerrohr. Auf einer 
Sandbank im Flusse sonnt sich das Krokodil. Im Sumpfe badet sich der 
Elefant. Auf den Bäumen klettern und schreien Affen. Durch den Wüsten- 
sand eilt der Riesenvogel Strauß. Als Schiff der Wüste trägt das Kamel 
schwere Lasten durch das pfadlose Sandmeer. 
85. Der Schimpanse. 
1. Der Schimpanse ist wie alle Affen ein Zerrbild des Menschen und ein 
Possenreißer unter den Tieren. — 2. Er wird meterhoch und hat einen 
schwarzbraunen Pelz. Der Kopf ist rund, die Stirn niedrig, das Gesicht fleisch- 
farbig und von dichtem Haar umrahmt. Die Ohrmuscheln sind den mensch- 
lichen ähnlich, nur viel größer; die nach vorn gerichteten Augen rollen un- 
ruhig umher oder blicken traurig. Die Nase ist eingedrückt, hat eine schmale