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Scheidewand und nach vorn gerichtete Nasenlöcher.
Das Maul ist breit und weit, aber ohne Backentaschen.
Das Gebiß ist dem menschlichen ähnlich und besteht
aus 8 Schneide-, 4 Eck= und 20 Backenzähnen; nur
stehen die Vorderzähne nicht senkrecht auf einander,
sondern schief nach vorn. Von den 4 langen
Armen reichen die beiden vorderen bis über die
Kniee; die 5 Finger haben platte Hornnägel auf den
Spitzen; einer ist als Daumen den 4 übrigen
entgegensetzbar. Der Schwanz ist verkümmert.
Der Gang der Affen, sowohl aufrecht wie auf
allen Vieren, hat weder Anmut noch Geschic. IIör
Körperbau weist sie auf das Klettern, Schwingen
und Springen in den Baumwipfeln an. — 3.
Der Schimpanse lebt in den Wäldern Guineas und...
an dem großen Kongoflusse im heißen Afrika, undl—
es wird behauptet, daß er sich eine Hütte aus Zwei- U —
gen baue; die Neger meinen, er sei ein Mensch und F · —-
wollenurnichtsprechen,weilersonstarbeitenmüsse.73sSchimpansewisNat-GEW-
— 4. Er pflückt Baumfrüchte, plündert Getreidefelder, nimmt Vogelnester aus
und macht Jagd auf Insekten. In der Gefangenschaft nascht er gern Süßigkeiten
und liebt berauschende Getränke. — 5. Das lustige Affenvolk belebt die Wälder
und ergötzt durch Possen, richtet aber in Feldern und Gärten Schaden an. Das
Fleisch wird von wilden Völkern gegessen und das Fell benutzt. — 6. Die Affen
sind gelehrig und zu allerlei Künsten abzurichten, z. B. Wache zu stehen, bei Tische
aufzuwarten und Geld auf einem Teller einzusammeln. Sie haben einen mensch-
lichen Ausdruck im Auge, entstellen aber das Gesicht durch unablässige Grimassen.
Ihr Wesen ist ein Gemisch von allerlei Unsitten. Neugierig tasten und zerren,
lüstern lecken sie an allem. Diebisch schleppen sie glänzende Dinge ins Versteck.
Falsch und tückisch spielen sie Freund und Feind boshafte Streiche. Nichts
heilt sie von ihrer Nachahmungswut, die sie häufig in Fallen führt.
. Der Orang-Utang oder Waldmensch im Südosten Asiens ist braunrot,
im Gesicht bläulich, hat lange Arme, aber weder Schwanz noch Backentaschen.
Der dunkelgraue zottige Gorilla in Guinea ist der größte und stärkste Affe.
Der gelbbraune türkische Affe wird oft von Bären= und Kamelführern zu uns
#ebracht. Die bösartigen Paviane oder Hundsaffen in Afrika haben blaue
acken mit Taschen, rote Nasen, nackte und rote Gesäßschwielen und Schwänze.
Der Brüllaffe in Südamerika ist suchsähnlich, hat eine knöcherne Schallblase
wie einen Kropf an der Kehle und einen langen Wickelschwanz. Die Konzerte
der Brüllaffen können Steine erweichen und Menschen rasend machen.
86. Der Löwe.
1. Der Löwe heißt wegen seiner Schönheit und Stärke „König der Tiere“.
— 2. Er ist eine gewaltige Katze von 2 m Länge und 1 m Höhe. Der kraft-
volle und geschmeidgge Körper ist mit einem glatten, fahlgelben Pelze bedeckt.
Dem Männchen wallt um Kopf und Hals eine Mähne wie ein Herrschermantel.
Der mächtige Kopf ist rundlich, die Schnauze stumpf und mit Schnurr-
haaren besetzt, die Zunge rauh, das Gebiß suechtbar. Die kurzen Ohren
sind rundlich und inwendig behaart. Das Sehloch der feurigen, durchdringen-
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den Augen zieht sich im Sonnenschein zu einem schmalen Spalt zusammen,
erweitert sich aber in der Nacht zu einem leuchtenden Kreise. Der Körper
ist langgestreckt und läuft von der breiten Brust nach den Weichen schmaler
zu. Die Beine sind gedrungen, die Tatzen gewaltig, die Zehen mit Ballen
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