Full text: Illustriertes Realienbuch.

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13. Ordn. Wale. Riesige Fischsäugetiere im Meere mit nackter Haut, 
2 Arm= und einer wagerechten Schwanzflosse (Walfisch). 
ILI. Klasse. Die Vögel. 
Die Vögel haben rotes, warmes Blut, atmen durch Lungen, sind mit 
Federn bedeckt, haben als Vorderglieder 2 Flügel zum Fliegen, legen Eier mit 
Kalkschalen und brüten sie meist durch ihre eigene Körperwärme aus. Nach dem 
Hauptaufenthalte unterscheidet man Luft-, Land= und Wasservögel, nach der 
Entwickelung Nesthocker und Nestflüchter. Erstere kommen nackt und blind 
aus den Eiern und müssen von den Alten gefüttert (geätzt) werden, bis sie 
flügge sind. Letztere kommen mit einem Flaumenkleide aus den Eiern und 
suchen sich selbst ihre Nahrung. Die Standvögel bleiben das ganze Jahr bei 
uns. Die Strichvögel streichen auf einem größeren Raume nach Nahrung 
umher. Die Zugvögel verlassen uns im Herbst, weil der Winter ihre Nahrungs- 
quellen (Insekten, Wassertiere) durch Schnee und Eis verstopft. Die Federn 
bestehen aus der hohlen Spule mit der blutgesüllten Seele, dem markigen 
Schafte und der bärtigen Fahne. Auf der Haut liegen die zarten Flaum- 
federn oder Daunen, darüber in Feldern die Deckfedern. Die Schwung- 
federn sind in den Flügeln, die Steuerfedern im Schwanze. Die Vögel 
5len ihre Federn durch das Fett der Schwanzdrüse ein und mausern sich 
jährlich, d. h. wechseln ihre Federn. Sie nützen durch Fleisch, Eier, Federn, Mist 
(Guano), Vertilgung von Insekten und Aas; viele erfreuen uns durch Gesang. 
1. Ordn. Raubvögel. Kräftig gebaute Luftvögel und Nesthocker; Schnabel 
hakig gekrüummt und oben am Grunde mit Woachehaut überzogen; Füße mit 
starken, gebogenen Krallen; leben meist von Wirbeltieren und werfen Gewölle aus. 
a) Falken (Steinadler). b) Geier (Lämmergeier). c) Eulen (Uhu). 
2. Ordn. Gangvögel; Schrei= und Singvögel. Luftvögel und Nest- 
hocker; die Singvögel mit einem Singmuskelapparate am Kehlkopfe, einem 
Schnabel ohne Wachshaut, künstlichen Nestern und vorwiegender Insektennahrung. 
a) Großschnäbler (Raben). b) Kegelschnäbler (Buchfink). c) Pfriemen= 
schnäbler (Drosseln). d) Spaltschnäbler (Schwalben). e) Dünnschnäbler 
(Wiedehopf). 
3. Ordn. Klettervögel. Nesthocker und Luftvögel mit starkem Schnabel, 
langer Zunge, steifem Schwanze und Kletterfüßen; letztere haben zwei scharf- 
krallige Zehen nach vorn und zwei nach hinten (Spechte). 
4. Ordn. Tauben oder Girrvögel. Nesthocker und Luftvögel; Ober- 
schnabel am Grunde blasig aufgetrieben; Nasenlöcher von einer klappenartigen 
Schuppe bedeckt. Ihre Spaltfüße haben vorn drei völlig getrennte Zehen, 
während die vierte Zehe nach hinten steht (Gaustaube)h). 
5. Ordn. Hühner. Erdvögel und Nestflüchter; schuppige Beine mit 
höherstehender Hinterzehe, kurze Flügel, großer Schwanz, kräftiger, vorn gebogener 
Schnabel; scharren nach Futter (Rebhuhn). 
6. Ordn. Laufvögel. Große Erdvögel und Nestflüchter mit starken 
Beinen und kurzen Flügeln (Strauß). 
7. Ordn. Wat-, Stelz= oder Sumpfvögel. Wasservögel und meistens 
(bis auf Störche und Reiher) Nestflüchter; Hals lang und dünn; Schnabel lang 
und gerade. Watbeine lang und beim Fliegen nach hinten gestreckt (Storch). 
8. Ordn. Schwimmvögel. Wasservögel und meist Nestflüchter; Gefieder 
wasserdicht; Beine kürzer als der Rumpf und an der hintern Körperhälfte; Zehen 
mit Schwimmhäuten; Schnabel mit nervenreicher Wachshaut (Gans). 
III. Klasse. Die Reptilien oder Kriechtiere. 
Sie sind Wirbeltiere, haben rotes, wechselwarmes Blut, atmen durch 
Lungen, sind mit Schuppen oder Schildern bedeckt, haben 4, 2 oder keine Beine, 
pflanzen sich durch pergamentschalige Eier fort, und die lungen Tiere sind beim 
Ausschlüpfen gleich den alten ähnlich. Man unterscheidet 3 Ordnungen: a) Schild- 
kröten (Griechische Schildkröte, eine Land-, Europäische Sumpfschild= 
kröte, eine Süßwasser-, Riesenschildkröte, eine See-Schildkröte). b) Ei- 
dechsen (Krokodil. Eidechse). c) Schlangen (Kreuzotter).