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minium) oder schwer (Platin) sein. Die Verbindungen bestimmen sich nach
den darin enthaltenen Stoffen: Sauerstoffv erbindungen — Oryde
(Eisen +— Sauerstoff — Eisenoxyd oder Rost), Schwefelverbindungen —
Sulfide (Eisen — Schwefel — Schwefeleisen), Chlorverbindungen — Chloride
(Chlor — Natrium — Chlornatrium oder Kochsalz). Unter den Mineralien
sind nun folgende befonders hervorzuheben:
I. Die Kohlen
sind im Wasser unlöslich, deshalb auf der Zunge ohne Geschmack, verbrennen
aber im Feuer. II. Die Metalle
haben Metallglanz, sind als solche unlöslich im Wasser, geschmacklos auf der
Zunge und zerfallen in Leicht= und Schwermetalle, letztere in edle, welche
nicht rosten (Silber, Gold, Platin) und unedle (Eisen, Kupfer, Blei). Die
Metalle kommen entweder gediegen, d. h. rein, oder vererzt, d. h. mit anderen
Elementen chemisch verbunden, vor. Es giebt viele Erze.
I. Gediegene Metalle: Platin: stahlgrau; Gold: gelb; Silber silber-
weiß; Quecksilber: flüssig und zinnweiß; Eisen: grauschwarz; Arsen: stahl-
grau; Antimon: bläulichweiß; Wismut: rötlichweiß; Blei: bleigrau, schwer
aber weich; Kobalt: rötlichgrau, magnetisch; Nickel: mattweiß, magnetisch;
Kupfer: kupferrot. Letzteres giebt vermischt mit Zinn, Zink, Nickel: Kanonen-
metall, Messing, Bronze, Tombak, Neusilber.
2. Schwefelmetalle: sie werden eingeteilt in Glanze, Kiese und Blenden.
a) Glanze — glänzend, grau oder schwarz, seltener weiß oder tombakgelb
(Silber-, Blei-, Kupferglanzl. b) Kiese — metallglänzend, meist gelb, weißrot,
selten grau, schwarz, härter als die Glanze (Schwesel und Kupferkies).
c) Blenden — keinen Metallglanz, undurchsichtig, durchscheinend, aber auch
durchsichtig (Zinnober, Rotgültigerz, Zinkblende).
3. Oxyde: Magneteisenstein, 72% Eisen + 28% Sauerstoff; Rot- und
Braunciscustein 70—80% Eisen; gemeiner Braunstein 64% Mangan,
36% Sauerstoff; Zinnstein 79% Zinn, 21% Sauerstoff; Rotkupfererz
890% Kupfer, 11%% Sauerstoff. Gewinnung in Hüttenwerken, Schmelzöfen,
Verwendung der genannten Metalle. Nur eins ist unserm Körper vollständig
unschädlich, es ist das Eisen, am Golde aber hängt des Menschen Herz.
III. Erden
sind Mineralien, die im Wasser nicht oder schwer lösbar, im Feuer unver-
brennbar und unschmelzbar, leichter als die Metalle, 2—3 mal so schwer als
Wasser sind. Chemisch betrachtet sind sie Salze, d. h. chemische Verbindungen,
die, wenn sie im Wasser löslich sind, einen eigentümlichen Geschmack besitzen, den
man als Salzgeschmack bezeichnet. Viele sind sauerstoffreich; die bekannten sind:
1. Silikate, d. s. kieselsaure Salze, deren Hauptbestandteile also Kiesel und
Sauerstoff sind. Hierhin gehören von den Edelsteinen der grasgrüne Sma-
ragd, der rote Granat. Wichtig ist die blasse Porzellanerde, der weiße
Meerschaum, der gemeine Töpferthon; sie dienen zur Herstellung von feinen
Porzellangeschirren, Pfeifenköpfen, Zigarrenspitzen und Küchengeschirren zum
Hausgebrauch. Manche fleißige Hand ist damit beschäftigt und findet dadurch
ihren Erwerb, denn die Masse zu Porzellan= und Thonwaren muß zubereitet,
geformt, im Ofen geglüht, glasiert, in Weißglühhitze gebrannt, bemalt, vergoldet
und dann nochmals in Rotglühhitze gebrannt werden.
2. Karbonate sind kohlensaure Salze, von denen der krystallinische Mar-
mor und die erdige Kreide die bekanntesten sind. Beide bestehen aus kohlen-
saurem Kalk; namentlich der Marmor eignet sich durch Bearbeitung mit dem
Meißel als Material für Bildsäulen. 1
3. Sulfate sind schwefelsaure Salze. Gips ist das bekannteste; weiß,
wasseraufsaugend, benutzt zu Mörtel und Abgüssen von Statuen. Marien-
glas ist krystallisierter, blättriger Gips, Alabaster körniger. 1
4. Phosphate sind phosphorsaure Salze. In den Knochen, aber auch in
den Samen der Pflanzen finden sie sich. Deshalb müssen die Nahrungsmittel