Full text: Illustriertes Realienbuch.

— 106 — L 
Ausdehnung: a) Den Baumstamm mißt man nach Länge, Breite und 
Höhe, ebenso den Inhalt des Wassereimers und den Luftraum des Zimmers. 
b) Länge, Breite und Höhe bilden die Ausdehnung aller Körper. Wir 
messen dieselbe mit dem Meter (m) und dessen Teilen em und mm. Mit 
seinen Quadraten messen wir Flächen, mit seinen Würfeln Körper. 
c) Welche Handwerker müssen im Gebrauch des Maßes besonders ge- 
übt sein? (Schneider, Tischler, Zimmermann.) In welchen Gewerben kommen 
große Maße, in welchen kleine zur Anwendung' (Bierbrauerei, Apotheke.) 
Undurchdringlichkeit. a) Ein leeres Glas wird umgestülpt in ein ge- 
fülltes Waschbecken getaucht. Es ist einige Kraft beim Niederdrücken er- 
37 forderlich; obgleich das Glas tief im 
Wasser steht, füllt es sich doch nur wenig. 
UAuf eine leere Flasche wird ein Trichter 
gesetzt und der Rand verkittet. Gieße ich 
Wasser in den Trichter, so läuft nur wenig 
in die Flasche. 
b) Glas und Flasche sind nicht leer, 
wie es scheint, sondern mit Luft gefüllt. 
In dem Raume aber, den ein Körper ein- 
nimmt, kann nicht gleichzeitig ein anderer 
sein; einer muß den andern zuvor ver- 
drängen. Diese Eigenschaft aller Körper 
heißt Raumerfüllung oder Undurchdring- 
lichkeit. Die Größe des Raumes, den ein 
Körper ausfüllt, heißt sein Volumen. 
c) Warum läuft ein volles Glas über, 
wenn ich den Finger hineintauche? Warum 
fließt das Wasser in die Flasche, wenn ich 
den Trichter lüfte? Warum pfeifen die 
Kugeln auf ihrem raschen Wege durch die 
Luft? Warum sitzen die Taucher trocken in 
dder Taucherglocke (die auf den Meeresgrund 
gesenkt wird, um dort versunkene Schätze 
·.-.. · zu heben), obwohl die Taucherglocke unten 
121. Taucherglocke. offen ist? 
2. Porosität. a) Ich befeuchte einen trockenen Schwamm und sehe ihn 
dadurch sichtlich anschwellen. — Ich feuchte einen Bogen Papier an, klebe ihn 
mit dem Rande auf ein Reißbrett, lasse ihn trocknen und sehe das zuvor 
faltige Papier glatt auf dem Brette sitzen. 
b) Der Schwamm und das Papier haben zwischen ihren Teilchen 
Zwischenräume oder Poren. Wenn das Wasser in diese eindringt, werden 
sie ausgedehnt und die Körper dadurch größer. Durch die Verdunstung des 
Wassers zieht sich der Bogen wieder zusammen. Alle Körper sind porös, d. h. 
haben feine Poren, dichte Körper ganz feine, lockere Körper große Poren. 
c) Durch die Poren der Gefäße dringt, dem Auge unsichtbar, der Sauer- 
stoff der Luft und verdirbt die Vorräte in denselben. Wir glasieren darum die 
Gefäße, um die Poren zu verstopfen. Sogar durch die Poren der Eier dringt 
der Sauerstoff und nährt das junge Vöglein oder bringt das Ei zum Faul- 
werden. Wie schützt man sie dagegen? Warum wischt ein Löschblatt die 
frische Schrift nicht aus? Warum guellen Thüren und Fenster bei feuchtem 
und klaffen bei trockenem Wetter? Warum werden im Sommer die Gefäße leck, 
und wie macht man sie wieder wasserdicht? Wie krümmt der Böttcher die Faß- 
dauben? Warum zerspringt ein Faß, wenn es dicht mit trockenen Erbsen ge- 
  
  
  
       
  
n 
W 
  
  
   
  
1/N 
*