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ein Ei auf starkem Salzwasser, sinkt aber in süßem Wasser unter? Warum
schwimmt eine Kanonenkugel auf einem Gefäß voll Quecksilber? Warum kann
ein Hund einen untergesunkenen Menschen oder Stein leicht bis an die Ober-
fläche des Wassers, aber nicht herausbringen? Wie ist das Schwimmen des
Menschen möglich, und welche Regeln sind dabei zu beobachten? Wodurch be-
wegen sich die Fische im Wasser auf und ab?
IV. Gleichgewicht und Bewegung kuftförmiger Körper.
17. Spritzbüchse. Druck= und Saugpumpe. Die Spritzbüchse ist eine
Röhre (z. B. von ausgehöhltem Holunderholze), die vorn durch einen fein
durchbohrten Holzkern geschlossen ist, und in der eine Stange mit einem eng
schließenden Kolben (z. B. einem Schwarzdornstöcklein mit dichter Faden-
umwicklung am vorderen Ende) sich hin und her bewegt. Ich stoße den
Kolben bis an den Kern, tauche die Röhre mit dem vorderen Ende ins
Wasser und ziehe dann den Kolben zurück. Zwischen dem Kolben und dem
Kerne entsteht dadurch ein luftverdünnter Raum, der sich infolge des Luft-
druckes auf die Wasseroberfläche durch das Löchlein mit Wasser füllt; denn
die Luft leidet keinen leeren Raum. Stoße ich den Kolben wieder hinein,
so wird das Wasser zusammengepreßt und entweicht durch die Offnung vorn
in einem kräftigen Strahle. — Die Druckpumpe (Fig. 134) ist ähnlich ein-
gerichtet, nur ist sie größer, hat statt des Löchleins eine bewegliche Klappe
(Ventil) im Boden des Brunnenrohres, eine besondere Ausflußröhre an der
Seite und einen einarmigen Hebel (Pumpenschwengel) zum Auf= und Ab-
bewegen der Kolbenstange. Geht die Kolbenstange aufwärts, so entsteht ein
im Rohre; der Druck der Luft auf die äußere Wasser-
fläche öffnet das Ventil nach oben m
und füllt die Brunnenröhre mit
Wasser. Geht der Kolben ab—
wärts, so preßt er das Wasser
zusammen, schließt dadurch das
Bodenventil und drängt das
2 Wasser durch eine Seitenröhre
stoßweise hinaus. Man wendet
sie an, wenn das Wasser über
10 m gehoben werden muß. —
Die Saugpumpe (Fig. 135) ist
ähnlich, nur hat sie auch im Kol-
ben ein Ventil, das sich nach oben
öffnet, sobald der Kolben abwärts
auf das Wasser im Brunnenrohre
drückt. Dadurch tritt das Wasser über den Kolben im Brunnenrohre und
wird von dem aufwärts gehenden Kolben bis an die Ausflußröhre gehoben.
Der Pumpenschwengel ist zweiarmig mit ungleichen Armen.
18. Heronsball und Feuerspritze. a) Ein weitbauchiges Glas (Fig. 136)
wird zur Hälfte mit Wasser gefüllt, ein genau darauf passender Kork durch-
bohrt, eine feine Glas= oder Thonröhre hindurch bis fast an den Boden des
Glases gesteckt und durch Siegellack der Kork luftdicht verschlossen, dann durch
das Röhrchen in das Glas geblasen und die Offnung frei gegeben: ein kurzer
Wasserstrahl spritzt daraus in die Höhe.
b) Über dem Wasser ist Luft. Diese wird durch das Hineinblasen ver-
dichtet und elastischer und drückt das Wasser in einem Strahle aus der Röhre
135. Saugpumpe.