Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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Wien, August 1664. 
Unterredung mit dem österreichischen Mi- 
nister Grafen Rechberg, betreffend ein 
gegen Frankreich gerichtetes Bündnis zwi- 
schen Oesterreich und Preußen.“) 
Graf Rechberg, dessen Ziel im Allgemeinen darauf ge- 
richtet war, das freundschaftliche Verhältnis Oesterreichs zu 
Preußen zu erhalten, sagte eines Abends, da er mit Bismarck 
zusammensaß: „Preußen und Oesterreich müßten zusammen- 
halten, dann kann ohne unsere Erlaubnis kein Schuß in Europa 
abgefeuert werden. “ 
Bismarck: „Ich gebe zu, aber unsere Lage im Innern 
drängt notwendiger Weise zu einem Krieg nach außen.“ 
Rechberg: „Napoleon ist in derselben Lage, und soweit 
ich die Dinge übersehe, wird er nicht lange die innere Opposi- 
tion ohne einen erfolgreichen Krieg beschwichtigen können. 
Dann gibt es Krieg in Europa und wir können Frankreich 
niederschlagen.“ Bismarck' willigte auf Rechbergs Drängen 
ein, Abmachungen für den Fall eines Angriffes Frankreichs 
zu machen. 
Baden-Baden, den 6. September 1864. 
Unterredung mit dem babdischen Minister 
Freiherrn von Roggenbach, betreffend die 
schleswig-holsteinische Frage.*) 
Bismarck: „Meiner Meinung nach spricht die preußische 
Staatsraison für die Annektierung; allein ich sehe wohl ein, 
*) Nach mündlichen Mitteilungen Rechbergs in Bd. II S. 552 
des Friedjung'schen Werkes: Der Kampf um die Vorherrschaft 
in Deutschland, 5. Auflage. 
*".) Hardeck an Samwer, 7. September 1864, bei Samwer 
a. a. O. S. 389.
	        
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