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Wien, August 1664.
Unterredung mit dem österreichischen Mi-
nister Grafen Rechberg, betreffend ein
gegen Frankreich gerichtetes Bündnis zwi-
schen Oesterreich und Preußen.“)
Graf Rechberg, dessen Ziel im Allgemeinen darauf ge-
richtet war, das freundschaftliche Verhältnis Oesterreichs zu
Preußen zu erhalten, sagte eines Abends, da er mit Bismarck
zusammensaß: „Preußen und Oesterreich müßten zusammen-
halten, dann kann ohne unsere Erlaubnis kein Schuß in Europa
abgefeuert werden. “
Bismarck: „Ich gebe zu, aber unsere Lage im Innern
drängt notwendiger Weise zu einem Krieg nach außen.“
Rechberg: „Napoleon ist in derselben Lage, und soweit
ich die Dinge übersehe, wird er nicht lange die innere Opposi-
tion ohne einen erfolgreichen Krieg beschwichtigen können.
Dann gibt es Krieg in Europa und wir können Frankreich
niederschlagen.“ Bismarck' willigte auf Rechbergs Drängen
ein, Abmachungen für den Fall eines Angriffes Frankreichs
zu machen.
Baden-Baden, den 6. September 1864.
Unterredung mit dem babdischen Minister
Freiherrn von Roggenbach, betreffend die
schleswig-holsteinische Frage.*)
Bismarck: „Meiner Meinung nach spricht die preußische
Staatsraison für die Annektierung; allein ich sehe wohl ein,
*) Nach mündlichen Mitteilungen Rechbergs in Bd. II S. 552
des Friedjung'schen Werkes: Der Kampf um die Vorherrschaft
in Deutschland, 5. Auflage.
*".) Hardeck an Samwer, 7. September 1864, bei Samwer
a. a. O. S. 389.