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dieser Plan jedenfalls moralisch als beseitigt anzusehen sei,
daß es sich für Preußen nur noch um Spezialvorteile handle,
die es in den Herzogtümern erlangen wollte; Preußen lasse
die Oldenburger Kandidatur aus Rücksicht für Rußland nicht
ganz fallen. Auch äußerte Bismarck gegen Karolyi, daß eine
Verzögerung der Lösung das Gute habe, daß auf diese Weise
dem demokratischen Geiste in den Herzogtümern einigermaßen
entgegentreten werde.
Berlin, den 14. Dezember 1864.
Unterredung mit dem Landrat von Ahle-
feldt—Olpenitz, betreffend die schleswig-
holsteinische Frage.“)
Bismarck bemerkte, daß er gegenwärtig mit Oesterreich
über Konzessionen unterhandle und sich vorher mit demselben
zu einigen wünsche, was auch dem Herzog angenehm sein werde.
Sobald diese Einigung erreicht sei, versprach er Ahlefeldt
eine Mitteilung zu machen.
Berlin, den 16. Dezember 1864.
Unterredung mit dem Tänen Julius
Hansen, betreffend die schleswig-holsteinische
Frage.“")
Julius Hansen, welchem Biemarck gelegentlich seiner
Durchreise durch Paris, Ende Oktober 1864, eine Besprechung
der dänischen Frage in Berlin in Aussicht gestellt hatte, suchte
schriftlich um eine Audienz bei dem Ministerpräsidenten nach
.) Nach der Instruktion Herzogs Friedrich für Landrat
von Ahlefeldt d. d. 31. März 1865 bei Samwer S. 450 und
756.
*% Hansen „Les coulisses de la diplomatie', Seite 40;
ogl. auch Hansen „A travers la diplomatie’', S. 23—25.