Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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stützt zu werden, wiegt wohl ein Opfer auf. Preußen teilt 
jetzt in den Herzogtümern die Macht mit Oesterreich: wenn 
es Nordschleswig wieder abtritt, würde es die anderen Groß- 
mächte für sich gewinnen und könnte im Falle eines Bruches 
mit Oesterreich auf die Neutralität derselben rechnen.“ 
Bismarck: „Ja, ein Krieg zwischen Oesterreich und 
Preußen kann in einem oder in zwei Monaten ausbrechen. 
vielleicht in einem Jahre, was weiß ich? Uebrigens werde ich 
meine Sympathien der gegenwärtigen Regierung Dänemarks, 
welche konservativ ist, nicht versagen und ich werde alles tun, 
was ich kann, um dazu beizutragen, daß dieselbe aus ihrer 
schwierigen Lage herauskommt. Wir ziehen natkürlich eine 
konservative Regierung in Dänemark einer demokratischen vor. 
Wenn die Schweden sich der Teilnahme am dänisch-deutschen 
Kriege enthalten haben, so kommt dies daher, daß sie die Un- 
möglichkeit einer Verteidigung der Halbinsel Jütland einge- 
sehen haben, aber auch daher, daß die schwedische Aristokratie 
mit der dänischen Demokratie nichts zu tun haben will; sie 
hat an der norwegischen Demokratie genug. Dänemark wird 
in Schweden nur bei der königlichen Familie und den Univer- 
sitäten Sympathien finden. König Wilhelm wird in einigen 
Tagen an den König Christian IX. in Erwiderung auf den 
Brief, durch welchen der letztere seine Thronbesteigung an- 
gezeigt hat, schreiben und in den nächsten Tagen wird der 
neue Minister Preußens, Herr von Heydebrand und der Lasa 
nach Kopenhagen abreisen. Um auf den Gegenstand unseres 
Gesprächs zurückzukommen, so erkannte ich an, daß es in Nord- 
schleswig ungefähr 200.000 Dänen gibt, welche uns manche 
Nuß zu knacken geben werden, denn sie werden viel Spek- 
takel machen; aber der Augenblick zur Behandlung dieser 
Frage ist noch nicht gekommen. Sie wird ihre Lösung erst 
viel später finden. Sie sind noch jung, Sie wollen bald 
zu ihrem Ziele gelangen. Ich habe zu warten gelernt; Sie 
werden dasselbe tun müssen.“
	        
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