Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

— 228 — 
l 
Nikolsburg, den 1. August 1866. 
Unterredung mit dem italienischen Gene- 
ral Govonc, betreffend die Zustimmung 
Italiens zum Wassenstillstand, das franzö- 
sische Vermittlungs-Anerbieten, die Ver- 
einigung Vencziens mit Italien, den Fort- 
bestand des preußisch-italienischen Bünd- 
nisses, Italiens Beteiligung an den Prager 
Friedensverhandlungen, das Zündnadel- 
gewehr.) 
Am 1. August begab sich Govone vor seiner Wieder-Ab- 
reise nach Berlin zu Bismarck. Da er in Nikolsburg weder 
den Grafen Barral noch irgend eine Mitteilung des Ministers 
Visonti-Venosta hinsichtlich der Zustimmung Italiens zum 
Waffenstillstande vorgefunden hatte, sagte er Bismarck, daß 
er nicht in der Lage sei, ihm irgend eine Antwort in dieser 
Frage zu geben, daß aber Graf Barral selbst vielleicht schon 
während seiner Abwesenheit den Wunsch Bismarcks befriedigt 
habe, was der letztere bestätigte. 
Darauf las Bismarck dem General Govone verschiedene, 
zwischen dem Kaiser Napeleon und dem König Wilhelm ge- 
wechselte Depeschen vor, beginnend mit dem ersten Vermitt- 
lungs-Anerbieten des Kaisers vom 5. Juli und reichend bis 
zum Abschluß des Waffenstillstandes. Bismarck setzte hinzu. 
daß das letzte kaiserliche Telegramm, welches er Govone indes 
nicht vorlas, von Preußen eine endgültige Aeußerung darüber 
forderte, ob es die französische Vermittlung ohne Weiterungen 
annehme oder nicht: „Frankreich stand im Begriff, loszu- 
schlagen, und wir waren zur Annahme gezwungen.“ — Darauf 
*) Nach dem Berichte Govones an den Minister des Aeußern 
Cav. Visconti-Venosta d. d. Berlin, 7. August 1866 a. a. O. 
Seite 268—271. Eine etwas verschiedene Version des Verlaufes 
der Unterredung findet sich a. a. O. S. 154—161.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.