Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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Berlin, den 15. August 1866. 
Unterredung mit dem Hannoverschen Kul- 
tusminister von Hodenberg, betreffend die 
Zukunft Hannovers. 7) 
Am 11. August gelangte in Wien der Bericht über das 
unerfreuliche Ergebnis der Besprechung des Grafen Münster 
mit Bismarck zur Kenntnis des Königs Georg. Darauf ent- 
sandte derselbe den zufällig an demselben Tage in Wien ein- 
getroffenen Kultusminister von Hodenberg nach Berlin mit 
der Mission, die Worte Bismarcks zu konstatieren und ihn 
zu befragen, welches die angeblichen, ihm gänzlich unbe- 
wußten Verständigungsversuche sein sollten, und ob und 
wann man der von Bismarck in Nikolsburg dem Grafen 
Platen in Aussicht gestellten Antwort entgegensehen dürfe. 
Hodenberg traf wegen der noch gehemmten Eisenbahn- 
verbindung erst am 15. August in Berlin ein und hatte an 
demselben Abend 10 Uhr eine Unterredung mit Bismarck. 
Derselbe erklärte: „Die Annexrion Hannovers ist jetzt 
eine unumstößlich gewordene Sache; mit dem König Georg“) 
und dem Minister Platen kann man nicht mehr verhandeln;: 
ich werde dem letzteren antworten, wenn die Sache fertig ist. 
Nach der geographischen Lage und der bisherigen Haltung 
Hannorers kann Preußen dasselbe nicht länger in seinem 
Rücken in selbständiger Unabhängigkeit dulden; die Politik 
des Königs, die den Bestrebungen Preußens immer feindselig 
gewesen, hat erwiesen, daß Hannover niemals ein zuverlässiger 
Nachbar gewesen ist.“ 
  
*) Osk. Meding „Memoiren zur Zeitgeschichte“, Bd. II 
Seite 277 f. 
**) Nach Graf Vitzthum v. Eckstädt S. 348 sagte Bismarck 
zirka am 11. September 1866 in Berlin zu dem Gesandten Lord 
A. Loftus bei einer Besprechung der künftigen Lage des entthron- 
ten Königs: „es wird dem König Georg noch immer so viel 
bleiben als dem reichsten englischen Peer.“
	        
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