Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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Hodenberg entgegnete: „Hannovers Haltung ist keine 
preußenfeindliche gewesen, es hat nur in seinen materiellen 
Interessen seine Selbständigkeit und seine Interessen gewahrt, 
nicht zum Kriege gereizt, nicht, wie viele im Lande verlangt, 
gerüstet.“ 
Bismarck: „Das hätte auch nichts genützt, wir wären 
nur früher eingeschritten.“ 
Hodenberg: „Wir haben keine besonderen Verpflich- 
tungen gegen Preußen oder Oesterreich bis zum Ausbruch des 
Krieges übernommen, sondern uns nur streng bis ans Ende an 
die Bundesgesetze gehalten. Hannover ist eben da, wo es 
Verpflichtungen gehabt, auch zuverlässig gewesen und es hat 
damit eine Garantie für seine Treue und Zuverlässigkeit auch 
für die Zukunft und für einen mit Preußen abzuschließenden 
Bündnisvertrag gegeben.“ 
Bismarck: „Ich stelle dies nicht in Abrede, der deutsche 
Bund ist ein Stück Papier gewesen, das nur dazu gedient hat, 
daß die deutschen Fürsten sich beständig den Bestrebungen 
Preußens widersetzt und gegen dieselben intriguiert haben. 
Die Gesinnungen der honnoverschen Regierung haben 
sich noch in den letzten Verhandlungen und militärischen Maß- 
regeln, worin sie sich durchaus schwankend und schwach gezeigt, 
als unzuperlässig dokumentiert.“ 
Auf den Einwand, daß aus solchen bei der gefährlichen 
Sachlage und den verschiedenen Ansichten im Lande erklärlichen 
Schwankungen, wenn damit keine Verpflichtungen verletzt 
würden, doch kein Vorwurf des Unrechts und kein Recht der 
Vernichtung gegen Hannover erhoben werden könne, erwiderte 
Bismarck: „Es hat sich bei diesem Kampfe um die Existenz, 
um die heiligen Interessen Preußens gehandelt, und wo es 
sich um die Existenz Preußens handelt, kenne ich keine Rücksicht. 
Die Abdankung des Königs Georg zu Gunsten des Kron- 
prinzen ist von der preußischen Regierung nicht anheimgestellt, 
sie kann auch nichts helfen; in Nikolsburg wäre es vielleicht 
noch Zeit gewesen, jetzt ist es zu spät. Die Schwierigkeiten
	        
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