Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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mit jedem König von Hannover sind für die preußische Ak- 
tion zu groß, wie schon das Beispiel Sachsens lehrt, wo 
wahrscheinlich ein unhaltbarer Zustand hergestellt wird. Die 
Annexion ist das einzige Mittel, darüber hinwegzukommen.“ 
Auf den Hinweis Hodenbergs, die Annexion Hannovers 
werde sein Volk in die größte Verzweiflung, in die furcht- 
barsten Gewissenszweifel und in einen moralischen Widerstand 
drängen, von dessen Bedeutung der zehnjährige Widerstand, 
den Hannover der französischen Herrschaft am Anfange dieses 
Jahrhunderts entgegengesetzt, ein Vorbild gebe, erwiderte Bis- 
marck: „Ich verkenne diese Schwierigkeiten nicht, ich achte die 
Treue und Zähigkeit des hannoverschen Volkes, das ich kenne, 
ich habe Sympathien für dasselbe, bin selbst plattdeutsch er- 
zogen; ich bedauere, daß ein solcher Widerstand, den auch 
ich vorhersehe, stattfinden wird. Indessen wird das mit einer 
Generation zu Ende sein.“ 
Als Hodenberg Bismarck nochmals fragte, ob er wirklich 
die Absicht habe, auf keine Verhandlungen mehr einzugehen 
und die dem Grafen Platen versprochene Antwort nicht zu 
geben, bemerkte Bismarck, daß er sich eines desfalls gege- 
benen Versprechens nicht erinnern könne. Als Hodenberg dem 
gegenüber geltend machte, der Adjutant seines Königs, von 
Heimbruch, habe ihm noch vor wenigen Tagen dieses bezeugt 
und den Vorgang erzählt, erwiderte Bismarck: „Ich werde 
dem Grafen Platen persönlich antworten und ich bitte Sie, 
ihm dieses zu sagen.“ 
Berlin, den 16., 17., 20. und 21. August 1866. 
Vier Unterredungen mit dem bayerischen 
Ministerpräsidenten Freiherr von der 
Pfordten und dem baherischen Gesandten in 
Wien, Grafen von Bray-Steinburg, betref- 
fend den Friedensabschluß mit Bayern.“) 
Die bayerischen Unterhändler verwahrten sich am 16. Au- 
gust vor allem gegen jede Abtretungen in Unterfranken als 
*) Nach dem wiederholt zitierten Werke: Aus dem Leben 
des Grafen Otto von Bray-Steinburg.
	        
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