Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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Sämtliche Dokumente wurden durch den gleichfalls erschienenen 
Herrn von Savigny verlesen und der Gleichlaut mit den 
genehmigten Entwürfen konstatiert. Dieselben wurden hier- 
auf von Bismarck und Savigny für Preußen, von Pfordten 
und Bray für Bayern unterzeichnet. Verschiedene Neben- 
fragen wurden in freundlichstem Tone besprochen und die 
baldige Herstellung der diplomatischen Vertretung in beiden 
Hauptstädten beschlossen. Bismarck wollte noch nicht Abschied 
nehmen, als ihm die nach vorgängiger Audienz bei dem 
König Wilhelm auf den folgenden Tag angesetzte Abreise 
der bayerischen Friedensunterhändler angekündigt wurde, und 
wünschte dieselben noch bei sich zu Tisch zu sehen, was, mit 
großer Freundlichkeit vorgeschlagen, nicht abgelehnt werden 
konnte. Die neuen Alliierten schieden mit dem Schlage 
12 Uhr. 
Berlin, den 4. September 1866. 
Unterredung mit den bayerischen Friedens- 
unterhändlern, dem Gesandten Grafen 
Bray-Steinburg und dem Ministerialrat 
Baron Lobkowitz bei Auswechslung der 
Ratifikation des Friedensvertrages.) 
Bei der um 11 Uhr stattgehabten Schlußberatung zwi- 
schen Bismarck und Bray, welcher Baron Lobkowitz vor- 
stellte, wurden sämtliche Verhandlungsgegenstände durch- 
gegangen. 
Auf Brays Elückwunsch zu der am vorhergegangenen 
Tage erfolgten Abstimmung im Abgeordnetenhause, wodurch 
in Preußen der innere Frieden gleichzeitig mit dem äußeren 
hergestellt worden, erwiderte Bismarck, daß er in der Tat auf 
eine so starke Majorität nicht gerechnet habe. Es wurde 
*) Aus dem Leben des Grafen Otto von Bray-Steinburg, 
„Deutsche Revue“, 1900 Bd. III S. 41.
	        
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