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Einwohnerzahl erreichen. In diesem „Zollparlament“ sollten
Majoritätsbeschlüsse über Zollfragen gefaßt werden.
Der Bismarck schließlich überreichte St. Hubertus-
Orden erregte bei ihm sichtlich Befriedigung, und er ersuchte
Bray, dem König von Bayern seinen Dank für die ihm ge-
wordene hohe Auszeichnung zu übermitteln.
Berlin, den 8. September 1866.
Unterredung mit dem Präßidenten des Ab-
geordnetenhauses Dr. v. Forckenbeck, be-
treffend die parlamentarischen Fragen.)
Bei einem Diner in Bismarcks Amtswohnung hatte
Forckenbeck seinen Platz zwischen Frau von Bismarck und dem
Minister von der Hendt angewiesen erhalten. Nach dem Essen
hielt ihn Bismarck über drei Stunden bis halb 12 Uhr allein
in seinem Arbeitszimmer zurück, die dornenvollsten Staats-
und Privatsachen mit einer ganz erstaunlichen Offenheit be-
sprechend. Die Hauptfragen bildeten die Vertagung des
Abgeordnetenhauses, die Gewährung einer allgemeinen Am-
nestie und die von de: Kegierung verlangten Millionen.
Berlin, im Herbst 1866.
Unterredung mit dem stellvertretenden Di-
rektor im Militärökonomie-Departement
des Kriegsministeriums von Stosch, be-
treffend den Abschluß einer Militärkon-
vention mit dem Königreich Sachsen.“)
Bismarck ließ Stosch, der den Entwurf ausgearbeitet
hatte, zu sich kommen, bat ihn Platz zu nehmen, und nahm
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*) Forckenbeck erstes Debut beim Kronprinzen und brim Gra-
fen Bismarck auf Grund bisher ungedruckter Briefe Forckenbeds
geschildert von Dr. M. Philippson „Deutsche Revue“, Oltober-
hest 1898.
**) Nach einer Aufzeichnung von Stosch Cf. Ulrich v. Stosch:
Denkwürdigkeiten des Generals und Admirals Albrecht von
Stosch. Seite 20.