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der Krieg selbst wird vermieden werden, den ich vielmehr für
wahrscheinlich und nahe bevorstehend halte. Eben deshalb
wünsche ich um so mehr, mit dem Norddeutschen Bunde bald
zustande zu kommen, und zwar in einer die verbündeten
Staaten möglichst befriedigenden Weise. Ich werde mithin
auch die Wünsche sowohl der königl. sächsischen Regierung
als die der kleineren Staaten in Betreff der militärischen
Verhältnisse soweit zu erfüllen suchen, als dies mit dem allge-
meinen Interesse und dem Interesse Preußens vereinbar ist.
Die Militärkonvention, deren Aufrechthaltung Coburg wünscht,
ist freilich eine Warze auf der glatten Fläche.“
Verlin, den 0. Februar 1867.
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unterredung mit dem holländischen Gesanp=
ten in Berlin, Graf Bylandt, betreffend
Limburg.
Bismarck machte dem Gesandten gegenüber geltend, der
König wolle bei der bevorstehenden Eröffnung des Reichs-
tags des norddeutschen Bundes die Verantwortung nicht über-
nehmen, für sich eine ein ehemaliges Bundesland berührende
Frage zu lösen. Als Graf Bylandt darauf meinte, daß mit
Auflösung des Bundes das rein politische Band zwischen
Deutschland und Limburg gelöst sei, und daß die nieder-
kändische Regterung die Zuständigkeit des norddeutschen Par-
laments, einer ganz neuen Gewalt nicht anerkennen könne,
erwiderte Bismarck: „Das mag die Ansicht Niederlands sein,
aber das deutsche Parlament kann anderer Ansicht sein.“
Berlin, Mitte Februar 1867.
Aeußerung, betreffend die Annahme des
Entwurfs der norddeutschen Verfassung
durch den konstituierenden Reichstag.“)
Bismarck: „Ich befürchte nicht, daß der demnächst zu-
sammentretende Reichstag den Entwurf der Verfassung des
*) Wem gegenüber die Aeußerung fiel, ist nicht 5-ekannt.