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dem König von Preußen gestellt habe, diese Vereinbarungen
genehmigen zu wollen. „Ich habe nur noch den Wunsch,
der mir durch das Kriegsministerium nahegelegt worden ist
und der darin besteht, es möchten Mitglieder der Subkom—
mission, bayerische und preußische oder auch andere, eine Reise
nach Landau machen, um dort zu beraten, ob es nicht zweck-
mäßiger sei, das bewegliche Material nach Germersheim zu
bringen und Landau ganz aufzugeben.“ Auf die deutsche
Frage zurückkehrend, erging er sich in einer längeren Dar-
legung der Gründe, weshalb Preußen gar nicht daran denke,
irgendwie die Selbständigkeit Bayerns oder der anderen süd-
deutschen Staaten zu beeinträchtigen. „Baden hat für
Preußen keinen Wert, und das Entgegenkommen Badens
kann von Preußen nicht berücksichtigt werden. Dort sind
Offiziere, aber keine Soldaten — politisch gesprochen. Da-
mit kann man nichts machen. Die. Entwicklung in Deutsch-
land wird sehr langsam gehen, und Preußen hat noch zu viel
im norddeutschen Bund zu tun, um sich darauf einzulassen,
heterogene Elemente in den Bund aufzunehmen oder mit
denselben einen Bund einzugehen, der den Kristallisations-
prozeß des norddeutschen Bundes nur stören würde. Im
übrigen würde ich jede Verbindung, die Bayern mir bietet,
annehmen.“ Die von Hohenlohe geäußerte Befürchtung,
Bayern sei, wenn ein Krieg ausbreche, immer verloren, gleich-
viel ob derselbe siegreich sei oder nicht, sei unbegründet: „Er-
stens wird Preußen nach dem Krieg, wenn er mit Hilfe Süd-
deutschlands geführt wird, nicht so niederträchtig sein, seinen
Bundesgenossen Bedingungen vorzuschreiben, die sie nicht
amehmen können, und dann wird der Krieg jedenfalls für
Preußen siegreich ausfallen, da Frankreich Preußen nicht ge-
wachsen ist.“ Bismarck führte das durch Aufzählung der
preußischen Truppen und durch Vergleichung mit den Fran-