Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

— 24 — 
vorher bei dem Minister Manteuffel, der mir ein Promemoria 
des Herrn von Usedom') vorgelesen hat, das von der Ansicht 
ausging, Preußen dürfe sich in der orientalischen Verwicklung 
nicht isolieren und müsse der österreichischen Konvention bei- 
treten. Ich habe die Abhandlung sehr elend und feige gefunden, 
sie hat aber gleichwohl Manteuffel irre gemacht.“ Danach 
verabredeten Bismarck und Gerlach die ferneren Operationen. 
Später trafen sich dieselben noch am selben Tage bei dem 
russischen Gesandten Baron Budberg. 
Berlin, Frühjahr 1854. 
Unterredung mit dem König Friedrich 
Wilhelm IV., betreffend Zielpunkte für 
Preußens Politik in der orientalischen 
Frage.“*) 
Bei der Besprechung des Vertrages vom 20. April 1854 
schlug Bismarck dem Könige vor, diese Gelegenheit zu be- 
nutzen, um die preußische Politik aus ihrer augenblicklichen 
sekundären und wie ihm schien, unwürdigen Lage herauszu- 
heben und eine Stellung einzunehmen, welche Preußen die 
Sympathie und die Leitung derjenigen deutschen Staaten ge- 
winnen würde, die mit ihm in unabhängiger Neutralität zu 
verbleiben wünschten. 
„Ich halte dies für erreichbar, wenn Preußen, sobald 
Oesterreich die Truppenaufstellung verlangt, freundlich und 
bereitwillig darauf eingeht, aber die Aufstellung der 66 000 
und faktisch mehr Mann nicht bei Lissa, sondern in Oberschlesien 
macht, so daß unsere Truppen in der Lage sind, die russische 
oder die österreichische Grenze mit gleicher Leichtigkeit zu über- 
schreiten, namentlich wenn wir uns nicht genieren, die Ziffer 
*) Der spätere Gesandte in Florenz. 
"“*.) Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen“, Bdll S. 97f.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.