Full text: Rechtslexikon. 1. Band: A-K (1)

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scheidung eines anderen Senats abwei- 
chen, so entscheidet der Erweiterte Senat 
in der Besetzung mit zwei nichtstän- 
digen aus den vom Bundesrate gewähl- 
ten Mitgliedern, zwei ständigen Mitglie- 
dern, zwei richterlichen Beamten und je 
zwei Vertretern der Arbeitgeber und der 
Arbeitnehmer. Den Vorsitz führt in die- 
sem Falle der Präsident des RVA. Vgl 
auch Kais Verordn betr den Geschäfts- 
gang und das Verfahren des RVA vom 
19. Okt 1900, RGBI 983. 
Sofern für das Gebiet eines Bundes- 
staats ein Landesversicherungsamt er- 
richtet ist, $ 92 des UnfallVGes, $ 100 
des Ges vom 5. Mai 1886, RGBI 132, un- 
terliegen diejenigen VA, welche sich über 
das Gebiet dieses Bundesstaats nicht hin- 
aus erstrecken, der Beaufsichtigung durch 
das Landesversicherungsamt. Auf diese 
finden die Vorschriften der $$ 108—110 
entsprechende Anwendung. In den An- 
gelegenheiten der den Landesversiche- 
rungsämtern unterstellten VA gehen die 
in den 8$ 72, 91, 102, 127, 140, 156, 161, 
178 und, sofern auch die in Anspruch ge- 
nommene Berufsgenossenschaft der Auf- 
sicht desselben Landesversicherungsamts 
unterstellt ist, die im $ 23 Abs 3, 113 Abs 6 
und 128 Abs 3 des RVA übertragenen Zu- 
ständigkeiten auf das Landesversiche- 
rungsamt über, $ 111. 
Außer dem IG bestehen noch folgende Reichsgesetze, 
welche die Versorgung von Personen gegen die Folgen der 
Invalidität erstreben: 1. das Gesetz betr die Versorgung 
der Militärinvaliden vom Oberfeuerwerker, Feldwebel und 
Wachtmeister abwärts, sowie die Unterstützung der Witwen 
der im Kriege gebliebenen Milltärpersonen desselben Ranges 
vom 6. Juli 1865 (PrGS 777 und RGBl 67 125 $ 1 Nr ?); 
2. das Gesetz betr Erweiterung mehrerer Bestimmungen 
der Gesetze vom 6. Juli 1865 und vom 16. Okt 1866, vom 
9. Febr 1867 (PrGS 217 und RGBI 67 125 $1 Nr 9), 3. Gesetz 
betr die Bewilligung von lebenslänglichen Pensionen und 
Unterstützungen an Offiziere und Obermilitärbeamte der 
vormalig schleswig-holsteinischen Armee sowie an deren 
Witwen und Walsen vom 14. Juni 1868 (RGBl 335, vgl 
jedoch $ 35 und $ 77 der Gesetze vom 31. Mai 1906 und 
$ 55 des Gesetzes vom 17. Mai 1907); 4. das Gesetz betr 
die Pensionierung und Versorgung der Militärpersonen des 
Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine sowie die Be- 
will gen für die Hinterbliebenen solcher Personen vom 
27. Juni 1871 (RGBl 275, vgl Gesetz vom 4. April 1874 
und 22. Mai 1893, $ 77 Nr 1 des Offizierpensionsgesetzes 
vom 31. Mai 1906 und $ 76 Nr 1 des Gesetzes über die 
Versorgung der Unterklassen des Reichsheeres vom 31. Mai 
1906); 5. Gesetz betr einige Abänderungen und Ergänzungen 
des Gesetzes vom 27. Juni 1871 über die Pensionierung 
und Versorgung der Militärpersonen usw vom 4. April 1874 
(RuBl 25, vgl $ 77 Nr 1 des Offizierpensionsgesetzes vom 
31. Mai 1906 und $ 76 Nr 1 des Gesetzes über die Ver- 
sorgung der Unterklassen des Reichsheeres usw vom 31. Mai 
1906 und S 55 des Militärhinterbliebenengesetzes vom 
1 7. Mai 1907); 6. das (iesetz betr einige Abänderungen und 
Ergänzungen des Militärpensionsgesetzes vom 27. Juni 1871 
und 4. April 1874 sowie des Reichsbeamtengesetzes vom 
31. März 1873 und des (tesetzes über den Reichsinvallden- 
fonds vom 11. Mai 1877, vom 22. Mai 1893 (RGBl 171 
vgl $ 77 des Offizierpensionsgesetzes vom 31. Mai 1906 
und $ 76 des Gesetzes über die Versorgung der Unterklassen 
usw vom 31. Mai 1906); 7. das (iesetz betr die Gewährung 
von Unterstützungen an Invalide aus den Kriegen vor 
1870 und an deren Hinterbliebene vom 14. Januar 1894 
(RGBI 1071); 8. das Gesetz über die Pensionierung der 
Otüiziere einschließlich der Sanitätsoffiziere des Reichsheeres, 
  
Invalidenversicherungsgesetz — Jordan. 
der Kaiserlichen Marine und der Kaiserlichen Schutz- 
truppe vom 31. Mai 1906 (RUBl 565); 9. das Gesetz über 
die Versorgung der Personen der Unterklassen des Reichs- 
heeres, der Kaiserlichen Marine und der Kaiserlichen Schutz- 
truppe vom 31. Mai 1906 (RGBil 593); 10. das Militär- 
hinterbliebenengesetz vom 1?. Mai 1907 (RGBl 214). 
Die Kommentare z.IG von Biesenberger, Freund, 
Gebhard u. Düttmann, Graßmann, Isenbart u. 
Spielhagen, Menzen, Hal Ibauer, Fuchsberger, 
Redenbacher, Trutzer, Weymann, wosdike 
er. 
Inventar s. Erbanhaftung, Miete. 
Investiturstreit s. Bischöfe. 
Inzest s. Blutschande. 
Inzidentfeststellungsklage s. Fest- 
stellungsklage. 
Joachimica s. Allgemeines Landrecht. 
Johanniterorden, 1048 in Jerusalem 
gegründet, 1113 Ordensregel von Pascha- 
lis II.; seit Anfang des 12. Jahrhunderts 
Ritterorden, 1309 in Rhodos, 1530 mit 
Malta von Karl V. belehnt (souveräner 
Malteserorden bis 1798); das Kapitel der 
Malteser hat seit 1834 seinen Sitz in 
Rom. — Der J ist (nach diesem Vorbilde) 
als weltlicher adliger evangelischer Or- 
den 1812 in Preußen begründet worden 
und widmet sich der Unterstützung der 
Krankenpflege. Aufnahmefähig ist, wer 
adlig geboren ist. 
John, Richard Eduard, * 17. Juli 1827 
zu Marienwerder, habilitierte sich 1853 in 
Königsberg, wo er 1856 a. o., 1859 o. Pro- 
fessor wurde. 1868 siedelte er in glei- 
cher Eigenschaft nach Kiel, 1869 nach Göt- 
tingen über, wo er am 7. Aug 1889 7. 
Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: 
Über Landzwang und widerrechtliche Drohun- 
en, Göttingen 52; Das Strafrecht in Nord- 
eutschland seit den Rechtsbüchern, erster 
(einziger) Band, Leipzig 50; Die Lehre vom 
ortgesetzten Verbrechen, Berlin 60; Kritik des 
preußischen Gesetzentwurfs über die Verant- 
wortlichkeit der Minister, Leipzig 63; Kritik 
strafrechtlicher Entscheidungen des preußi- 
schen Obertribunals, Berlin 66; Über die To- 
desstrafe, Berlin 67; Entwurf nebst Motiven 
zu einem Strafgesetzbuche für den Norddeut- 
schen Bund, Berlin 68; Das Strafrecht in Nord- 
deutschland, Beurteilung des Entwurfs eines 
Strafgesetzbuchs für den Norddeutschen Bund, 
Berlin 70; Kommentar der deutschen Strafpro- 
zeßordnung, Erlangen 84—91. Borenr. 
Jordan, Sylvester, * 30. Dez 1792 zu 
Omes, habilitierte sich 1821 zu Heidel- 
berg und wurde im selben Jahre a. o., 
1822 o. Professor in Marburg. Aus po- 
litiichen Gründen 1839—45 in Unter- 
suchungshaft gehalten und von seinem 
Amte suspendiert (Selbstverteidigung in 
der wider ihn geführten Kriminalunter- 
suchung, Mannheim 44), nahm er 1848 
am Vorparlament teil, war dann als Geh 
Legationsrat Bevollmächtigter Kurhes- 
sens am Bundestage und lebte dann als
	        
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