Wilhelm I., deutscher Kaiser und König von Preußen (geb. 22. März 1797, gest. 9. März 1888).
Wilhelm der Siegreiche.
Von jenem Tag, da er aufs Schlachtroß stieg
Als königliches Urbild des Soldaten,
Bis heut', wo er nach all des Ruhmes Saaten
Das deutsche Heer geführt von Sieg zu Sieg —
Was hat er nicht gethan, was er gesollt?
Was sollt’ er anders thun, als er's gethan?
O. von Redwictz.
Im 7. Oktober 1858 wurde die Berufung des Prinzen von Preußen zur
Regentschaft urkundlich vollzogen — eine junge Kraft übernahm die oberste
Leitung der Staatsgeschäfte. Eine junge Kraft! Zwar nicht jung an Jahren,
denn der Prinzregent stand als Zweiundsechzigjähriger schon nahe der Schwelle
des Greisenalters — aber jung an Herz und Geist, bereit und entschlossen,
mit dem Wagemut und der Thatkraft der Jugend dasjenige zur Durchführung
bringen, was die gereifte und geläuterte Erfahrung des Alters ihn als zum
Wohl, zum Ruhm und zur Größe des Vaterlandes führend erkennen ließ.
Wenden wir, ehe wir dem Gange der Ereignisse weiter folgen, zunächst unsern
Blick zurück auf den früheren Lebensgang des allverehrten Fürsten, dem es
beschieden sein sollte, für Preußen und für Deutschland so Großes, so Herr-
liches und Unvergängliches zu leisten und zu schaffen.