Contents : Der König Friedrich II. von Preussen und die deutsche Nation.

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Friede  ringsum.  Doch  die  Zahl  genügt  nicht  mehr.  Monatelang
vor  dem  Tode  des  Vaters  verlangt  der  Prinz  neue  Soldaten  von
seinen  Verwandten  und  Nachbaren.  1)  Er  wendet  sich  zuerst  an
seinen  Schwager  von  Braunschweig.  Dieser  sträubt  sich.  Er  ahnt,
was  im  Werke  sein  könne.  Auch  scheint  er  es  nicht  verschwiegen
zu  haben;  denn  der  Prinz  erwiedert  halb  drohend:  „Ich  weiß
nicht,  wer  Ihnen  nützlicher  sein  kann,  ein  ruinirter  Kaiser,  dessen
Tod  Europa  in  einen  blutigen  Krieg  stürzen  wird,  oder  ein  benachbarter
  Schwager,  mächtig  im  Reiche,  dessen  Bündnis  Ihnen
bei  mehr  als  einer  Gelegenheit  nützlich  sein  kann.“  Der  neue
König  schickt  eine  goldene  Dose.  Das  macht  noch  den  Herzog
nicht  willfährig.  Er  versteckt  sich  dahinter,  daß  er  nicht  ein  geübtes,
  gekleidetes  und  bewaffnetes  Regiment  hergeben  könne.  Das
ist  nicht  die  Absicht  des  Prinzen.  Es  handelt  sich  nur  um  die  Zahl
von  Männern,  die  ein  Regiment  ausmachen.  Die  Kleidung  und
alle  anderen  Kosten  nimmt  er  auf  sich.  Er  fragt,  wie  nur  der
Herzog  ihm  das  abschlagen  könne.  Da  er  viele  Menschen  in  seinem
Lande  hat  und  vollzählige  Regimenter:  so  ist  es  eine  Kleinigkeit  für
ihn  1300  Mann  auszuheben  und  diese  Zahl  dem  künftigen  Könige
abzutreten.  Aber  wozu?  wofür?  Was  ist  die  Absicht  des  Prinzen?
Wofür  sollen  diese  Braunschweiger  Blut  und  Leben  lassen?  —
Für  diejenigen  selbst,  die  damals  Blut  und  Leben  lassen  sollten,
wäre  diese  Frage  eine  überflüssige  gewesen.  Aber  sie  war  es  nicht
für  den  Herzog  selbst.  Er  zögerte  und  widerstrebte,  so  lange  er
konnte.  Auf  seine  Frage  und  bestimmte  Angabe  des  Zweckes  erhält
  er  die  Antwort:  „Sie  werden  in  Kurzem  die  Gründe  erfahren.
  Unterdessen  mögen  Sie  überzeugt  sein,  daß  sie  gültig
sind.“  Wie  auch  vermochte  der  Kleine  dem  Großen  auf  die  Dauer

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1)  Oeuv.  XXVI.  p.  11.  —  XXVII.  2.  36.  f.  Nach  ·  der  n.  a.  zu  XXVII.
2.  Seite  38  haben  dem  Herausgeber  hier  mehr  Briefe  vorgelegen,  als  er  mitthellt.
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