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Bonntag, 22. August 1818
salat 12 Fig Spinat 20 Pfg., Rannen 8 Pf.,
Rettich 10— 12 Pig., Sauerkraut 18 Pfg., Sellerie
25 Pg., Weißtraut 9 Pfg., Wirfing 10
Pfg., Jwiebel 25 Pfg. pro Pfund. Die Höchsipreise
müssen von den Verkäufern deutlich sichtbar
angeschlagen werden.
Gewerbebank Nosenheim.
Halbjahresbericht oom 30. Juni 1915.
Der Mitgliederzugang beträgt 10 Beitritte
und 7 weitere Geschäftsanteile, mit dem Stand
vom 1. Januar 1915 zusammen demnach 123
Mglieoer 22 100 Mk. Ceschäftsanteile und
)Ml. Gesamthaftsummen. Abgang: 2
küsisain mit 2 Anteilen. 8 rechtzeitig eingelaufene
Kündigungen mit 8 Anteilen.
Der Gesamtumsatz erreichte mit 2 216 071.57
Mark mehr als das Doppelte im gleichen Zeit
raum des Voriahres. Der Ertrag ist, obwol:l
er durch die Zinsverringerung im Februar und
durch wesentliche Ausnützung des Zentralkassenlrediteo
und andere Umstände wesentlich ermähigt
wurde, um rund 145 Ml. bar mehr
ale die Hälfte des letzten Jahresreinertrages,
so daß den Mitgliedern und Geschäftskunden
weitere Vergunftigungen vorgeschlagen werden
können.
Gemeinsame Sihungen des Aufsichterates und
Vorstandes sanden in der Berichtszeit 16 statt.
Die Revision der Jahresbilanz 1914 durch den
Aussichtsrat, die Durchprüfung der Sicherheiten
und Bestände wurde vom 10. 17. Februar
cingehend vorgenommen.
Zum Schluß sagt der Bericht: Nunmehr seir
Jahresfrist umbrausen die stürmischen Wogen
de: Weltlrieges die Grenzen der Kaisermächte.
Die gewaltigen Erschütterungen unseres Wirt.
schaftslebens fanden auch unsere Genossenschaft
auf ihrem Platze. Bisher waren die Wirlungen
der Ereignisse für unser Gesamtergebnis
vorteilbaft. Kein Grund ist vorhanden.
die fortdauernde Sieigerung des günstigen Ergebnisses
bis zum Jahresschlus, anzuwoeifeln.
Besonders die in unserem Bezirk dem Handwerk
zuflief enden Mi.it braufträge die in manchen
Fällen one unser: Existenz nicht oder
nur sehr schwer vom Kleinhandwerk hätten ausgesührt
werden können, brrühren unser Geschäft
siark und ersetzen im Durchschnitt bei einigen
Berufsgruxpen, was an Auftragsmangel bei
anderen Gruppen zu beklagen ist.
Der weiterblickende Vollswirtschaftler, dessen
Geist unsere Genossenschaften beherrschen muß
und beherrscht, wird allerdings mit dem Frieden
auch ermarten müssen, daß diese erhöhte
Tätigkeit abflauen wird. Wohl wird noch ge
raume Zeit die Ersetzung des Vernichteten und
die Wiederaufrüstung für alle Nälle das Arbeilsgel
iet behereschen; dann aber muß wieder
Kriedensarbeit in vollstem Umfange Gegenstand
unserer Tätigleit sein und Grundlag: für unsern
Verdienit, und sie wird wieder von grö-#ter2r
Dauer sein, als unsere jetzige Kriegsarbeit.
Der auf die Zulunft Schauende wird
auch gegenwärtig dies nicht übersehen. Schwer
lönnte es der Geschäftsmann später empfinden,
der jent wegen Militärarbeit seine Privatkund
schaft ganz und gar vernachlässigt. Besonderer
Kürsorge bedürfen die zur Jeit teilweise oder
ganz lahmgelegten Berufe; sie zu flützen in
scwerer Zeit und in gesunde Bahnen zu füh
ren bei Wiederaufleben ihrer Tätiglett, i#l nich:
zu übersehende Ausgabe.
Schädigun'en unserer Geno'senschaft durch
Unlätigkeit aufl. #:#Betriebe sind bis *W’d.
nicht eingetreten. Wiemeil die kommende Zeir
uns davor bemahrt, sann heute nicht feligesiellt
werden. Eine bestimmse Befürchtung ist in
keinem Falle begründet. Sör muabweisbare
Fälle stehen dank unserer solide un? vorsichtigen
Geschäftspolitik drei Reserven zur Verfügung.
So ist uns auch das Gebiet vaterländischer
Tätigkeit in dieser hochbewegten Zeit streng
angewiesen. Können wir ouch, da die uns zur
Verfügung stehende Zeit voll aufgeht, nicht an
anderen vaterländischen Werken hervorragend
uns beteiligen, so ist das vermehrte, gewissenhaft
stille Wirken an praktischer Mittelstandshilfe
sicher auch dazu angetan, an der großen
Losung „Durchhalten“ mitzuwirken und dodurch
neben dem militarischen auch den wirtschaftlichen
Sieg mitzuerringen.
Berguügungsanzeiger.
Lichtspiele Helios. Im Hotel „Deutscher
Kaiser“ gelangt Samstag und Sonntag
ein hochinteressantes, altuelles Kriegsprogramm
zur Vorführung. „Der Torpedokampf“, „Die
Marine als Weltmacht“, dürfte gewiß bei jedermamn
das größte Interesse erwecken, zumal
ein Originalbild über die aufopfernde Tätigleit
unserer wackeren Marine vor Augen geführt
wird. Der neueste Kriegswochenbericht im
Bild, schiedene landschaftliche und heitere
Ne mummern, sowie das große Zaktige
Schaufspiel „Sein letzter Wille“ gestalten das
Programm bhöchst abwechslungsteich.
Wetterbericht für Sonntag, 22. August:
Neuerdings Regenfälle.
Kelelvacheschlen.
Rosenheim, 21. August.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Ludwig Schmid, Fahrikarbeiter in Neumühl,
Soldat im 3. Inf.-NReg.; Jalob Mayer, Zimmermannssohn
aus Wofferbeerg, Hochschuldiener
in München.
Siegesjubel herrscht seit Freitag früh
wieder in Stadt und Land. War schon am Vormittag
die Freude groß über die Eunchne der
lezten polnischen Festung, so erhöhte sie sich
am Nachmittag noch wesentlich, als die riesige
Beute, welche damit in di: Hände unserer tapferen
Truppen fiel, belannt wurde. Abends. fand
auf dem Max-Josefs Platz festliche Standmusik
statt. Heute Mittag trug Siegesgeläute die
Kunde von dem Ersolge unserer Wassen weit
über das Land. Teider geht an der Wirkung
viel verloren, wenn die Glocken erst am Tage
nach dem Bekanntwerden eines Sieges geläutet
werden. Wir konnten bereits lesen, wie spontan
sich die Siegesfeiern in Ulm gestalten; auch
in München erlönte gestern sofort Glockengeläute.
Es wäre sehr zu begrüßen, wenn "
auch bier so gehandhabt würde, gleichviel.
welcher Tagesstunde der Sieg bekannt wird. D
Stimmung ist dadurch gehobener, die Begeisterung
größer und nachhaltiger.
Stadtobersekretär Gg. Adelmann
wurde am Donnerstag nachmittag im Schwabinger
Friedhofe an der Seite seiner ihm vor
wenigen Tagen im Tode vorausgegangenen
Gattin zur letzten Ruhe bestattet. Mit den
nächsten Angehörigen hatten sich zu der durch
Harmoniumme: bisen eingeleiteten Trauerfeier viele
Leidtragende eingefunden, darunter aus Rosenheim
Bürgermeister K. Hofrat Wüst mit den
Magistratsräten Wolf und Zischgl, Abordnungen
des Kollegiums der Gemeindebevollmächligten
und des Armenpflegschaftsrates, Ma-Astratebramte
und Vertreter der Bürgerschaft.
Die lirchliche Handlung nahm Stadtpfarrer
Geistl. Rat Erlacher mit dem grosen Geleite
der Pfarrei Schwabing vor. Der von warmer
Anerkennung beseelten Gedächinisrede ist solgendes
zu entnehmen: Der Verstorbene, 1854
in Millrichstadt als Sohn eines Gastwirtes gedoren,
war zuerst am Bezirksamte seiner Vaterstadt
tätig, ehe er 1879 in den Dienst der
Stadt Nosenheim trat. Hier wirkte er 36 Jahre
lang mit vorbildlicher Pflichttreue und machie
sich besonders um die Armenpflege in hohem
Maße verdient. Seine unermüdliche Tätigkeit
fand Anerkennung durch Verleihung des Verdienstlreuzes
des Michaelsordens und des Luitpoldkreuzes
für 40 jährige Dienstzeit. Sein Andenken
ehrten viele Kranzspenden, u. a. gemidmet
vom Stadtmagistrat, Armenpflegschaftsrat
Rosenheim und vom hiesigen Geincindebeamten-Verein.
In den Bekanntmachungen, welche
der Stadtmagistrat Rosenheim, in Nr. 192 des
, Rosenheimer Anzeiger“ veröffentlichte, ist eine
Stelle verhoben worden. Wir machen daher
darauf aufmerksam, daß die Bestimmungen mit
dem Betreff: „Den Verkehr mit Saatgut von
Brotgetreide. Gerste und Hafer“ an die Spitze
der betr. Bekanntmachungen zu siellen sind.
Mehr Vrot und besseres. Wie amtlich
gemeldet wird, wird das Ausmahlungsver
nältnis für Vrotgetreide von jebt ab auf 75
vom Hundert herabgesetzt. Die Herabsetzung bemirkt
eine Verbesserung des Brotes und ver
mehrt die abfallende Kleie. Die zulässige Ver
ehromenge, welche bioher einschließlich der
Mehlration für vermehrt Ernährungobedürftig:
220 Gramm auf den Kopf der Bevölkerung betrug,
wird auf 225 Gramm festgesetzt. Eine
wesentliche Erhöhung wird voraussichtlich ror
Beginn des Winters eintreten, wenn die Feststellung
der Getreidemenge der diesjährigen
Ernte abgeschlossen ist.
Erleschterung der Pahpflicht im
Aueflugsverkehr. Für den Ausflugsverkehr
zwischen Orten im Bereich des 1. Bayer.
Armerlorts und dem österr. Gebiet, das durch
die Staatsbahminie Bregenz-Arlberg- Innsbruck-Wörgl-
Bischofshofen- Salzburg begrenzt
wird, i nach den zwischen den deutschen und
den österr. Militärbehörden getroffenen Vereinbarungen
das Bisum einer österreichischen
diplomatischen oder konsularischen Vertreiung
nicht mehr nötig, wenn der Ausflug nicht länger
als acht Tage dauert
Silberne Sochzeit. Der städtische Gemeinde-Arbeiter
Thomas Sax konnte am 19.
August mit seiner Gattin das Fest der silbernen
Lochtit begehen. Nachträglich unseren
Glückounsch!
Im Streit. Am Momag kam es an der
Nosinstoane außerhalb Aibling zwischen einem
Bauern aus Berbling und einem Kutscher, der
ihn von Rosenheim nach Aibling fuhr, zu einem
Streit, in dessen Verlauf der Kutscher
von dem Bauern einen solchen Schlag über
den Kopf erhielt, daß er mit seinem Fuhrwerk
zum Bezirksarzt Dr. Krebs in Aibling verbracht
werden nußte. Erst am nächsten Tage konnte
er - Rosenheim zurückkehren.
Ksen Szut elte
hen *W ktags auf de #espielt, ab.
Vor einem Vanernkuhrwerg, welches Obst zum
25 s
Markte brachte, wurde eine Kuh wild und ging
durch. Das Tier rannte den Wagen in die
Reihen der Verkäufer, ein zweiter Wagen wurde
umgeworsen und die Marktvorräte stürzten auf
die Erde. Als die Deichsel des Wagens gebrochen
war, rannte das Tier weiter, Verkaufsslände
und Bänke umwerfend, sodan Aopscl,
Virnen und Zwetschgen auf der Erde kollerten.
Erst in der Königsstraße konnte das Tier angehalten
und beruhigt werden.
·r "
Standmusik am 22. August 1915, von
11—12 Uhr am Kriegerdenkmal.
1. Hindenburg-Marsch von Bomhard.
2. Ouvertüre zur „Martha“ von Flotow.
3. „In diesen heiligen Hallen“ von Mozart.
4. „Musikalisches Allerlei“ von Wilhelm.
"*
C. Radetzky-Kucchuche
Nacheschlen.
Gottesdienst in Fürstätt. Für unsere
Krieger läßt die freiw. HFeuernedr Fürstätt moraom
Sonntag in Fürstätt einen Gottesdienst ablalten.
Er beginnt um halb 8 Uhr.
Hhandel, Judustcie und Gewerbe.
G. m Walzer, von Strauß.
Chemische Fabriken Heufeld. Die
VCeneralversammlung der Bayer. A.-G. für
emische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate
Heufeld vom 20. August, in der ein Aktienlapital
von 6861/X) Mk. mit 300 Stimmen
u reten war, stimmte dem Antrage der Vern
altung zu, auch in diesem Jahre von der Ausscohüttung
einer Dividende abzusehen, von dem
rhandenen Gewinn zu 152 193 Mk. einen
Betrag von 71 692 Mk. zur Auffüllung des
Reservefonds auf die gesetzlich vorgeschriebene
Köhe von 157500 Mk. zu verwenden und
8.7500. Mk. auf neue Rechnung vorzutragen.
Ter bisherige Revisionsausschuf, wurde für
1015 16 einstimmig wiedergewählt. Aus die
mnfrage eines Aktionärs, ob es bei dem gün.
inigen sinanziellen Stand der Gesellschaft nicht
angebracht sei, einen rückständigen Coupon zur
Cinlösung zu bringen, bemerkte der Aussichts
ratsvorsitzende Justimat H. Frhr. v. Stengel.
daß diese Anfrage durch dis Beschlußfassung
über die Verwendung des Reingewinnes an
sich schon erledigt sei. Im übrigen sei im Berichte
des Aussichtsrates schon hervorgehoben,
daß es im Interesse der Gesellschaft gelegen
sei, die Mittel zusammenzuhalten, um nach dem
Kriege gerüstet zu sein, damit sie dann nicht
mieder mit Bankkredit arbeiten müsse.
Der Weltkrieg.
Der heutige Bericht aus dem Großen Hauptquartier
befindet sich auf der ersten Seite dieser
Nummer.
Zur Bewilligungdes 10-Milliarden-Kredits.
Berlin, 21. August. Der Reichsschatzsekretär
hat dem Reichstag die Annahme der Vorlage
durch seine vorbildliche klare Begründung
leicht gemacht. Andererseits hat der Reichstag
bewiesen, daß der Geist des 4. August 1914
nach einem Jahre in der dentschen Volksvertretung
noch lebendig ist. Wie die Ereignisse
im Felde auf die Volksvertretung, so werden
die Veschlusse des Reichstages. auch auf die.
Kämpfer im Felde zurückwirken. Abermals ein
zeichen dafür, daß Deutschland die Kraft zum
Durchhalten und den Willen zum Siege hat,
heute noch so selbstbewußt und ungebrochen wie
vor einem Jahre. Es zeigte sich auch der feste
Wille der ganzen Volksvertretung, für die Invaliden
und für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer
ausreichend zu sorgen,
Kleinlichkeit. Der Reicheschatzselretär sand schöne
und tiesempfundene Worte über die Arbeitskraft
unseres Volles. Seine Schlußworte über
die Siegeszuversicht unseres Volkes und die
Heldenhaftigkeit unseres Heeres sanden Zustimmung
vom ganzen Hause.
des Reichslanzlers solgte die Rede des Reichsschatzsekretärs,
die den glänzenden Stand der
deutschen Finanzen darlegte und bewies, daß
es dem deutschen Volke getrost zugemutet werden
kann, die Mittel einer neuen 10-Milliar
denanleihe auszubringen. (Z.)
Zur Vernichtung des „E 13“.
Stockholm, 21. Aug. Das Auflaufen des
englischen Unterseebootes „E 13“ bei Saltholmen
erweckt hier größtes Ausschen. Es ist
wahrscheinlich, daß das engkische Untersceboot
von Norden durch den Oeresund eingedrungen
und dabei purs Widerstand von deutschen Streitkräften
gestoßen ist. Bestätlgt sich diese Annahme,
so wäre zum erstenmale der Beweis gelungen,
daß englische Unterseeboote die H.
Flintrinne benutzen und dadurch gleichgeitig die
schwedilsche und denische Neutralitat aufe
schwerste verletzen. (3.) “
enhangen, 21, Au Tie „Pollilken"“
gestern En Neutralstats:
28 ist ernster Art. Eine der Hauptreohne
jede
Nach der Rede
geln des Völkerrechts ist die, dah der Krieg
nicht auf einem fremden S regebict geführt wid
Hiergegen verging sich der Führer des de
schen Torpedobootes grob. Es ist gune al.
lich, daß Dänemark, das bisher die Pflichten
der Neutralität gewissenhaft ersüllte, jetzt nicht
den en auf sein Seeterritorium verlegt sehen
will. Daher kann mon wohl annehmen,
die deutsche Regierung nichk nur mit einer Entschuldigung
kommen, sondern auch den Führern
seiner Schiffe deutliche Anweisungen geben
wird. (3.)
Englische Anmaßung in Frankreich.
Rotterdam, 21. Aug. Nicht genug daran,
daß die Engländer sich an der Westlüste
Framreichs felliegten end alich in Dünkirchen,
Calais, Dieppe und e feste Stühpunkte
schusen, hört man fegte —*. sich auch an. der
Küste des Mittelländischen Meeres und zwar
in Marseille häuslich niedergelassen habe. Das
Feldlager von Musser bei Marseille bildet ihre
dortige militärische Basis, die unter dem Befehle
des Obersten Tinley steht. (Z.)
Ein Rippenstoß.
Berlin, 21. August. Die russischen Votschafter
in Paris und London erhoben Vorstellungen
über die andauernde Untätigkeit der
englischen und französischen Streitkräfte an der
Westsront. Sie drängen auf die Ergreifung der
Offensioe. (3.)
Die belgische Armee.
Haag, 21. August. Der größte Teil der belgischen
Armee ist von der Front zurückgezogen
worden. Von den sechs Divisionen befindet sich
nur noch, eine im Feuer an der Front, die anderen
sind in franz. Städten weit ab vom
Schuß in Garnison geschickt worden. (3.)
Einstellung des englischen
eepostverkehrs.
Haag. 21. August. Infolge starker Vermehrung
der deutschen Tauchboote im Kanal hat
England sveben den gesamten Verkehr von Poslund
Wertsendungen mit dem Festlande und
nit Amerika vorlaufig aufgehoben. (.).)
Auf eine Mine gestoßen.
Amsterdam, 21. August. Der holländssche
Fischdampfer „Dmuiden 49“ ist nordwesllich
Ameland auf eine Mine gelaufen und gesunken;
die Mannschaft ist gerettet. (3.)
Aenderungen im russischen
Kabinett?
Kopenhagen. 21. Augnst. Petersburger
Zeitungen teilen mit, daß der Dumapräsident
Nordjankow an einem der nächsten Tage vom
Zaren auf einen hohen Staatsposten berusen
werde. Es sei nicht ausgeschlossen, daß Rodsjantlom
vom Zaren an die Spitze der Regierung
gesetzt wird. (3.)
Italien und die Türkei.
Rom, 21. Aug. Der Ministerrat ist nach
der Vormittags-Sitzung nachmittags noch einnal
vollständig zusammengetreten. Diese zweite
Versammlung begünstigte die Gerüchte, daß die
entscheidenden Beschlüsse hinsichtlich der türkischttalienischen
Beziehungen bevorstehen. Der Mieisterrat
endigte spät. Bis jetzt erhielt die
Bresse keine Mittcilungen über die Sihzungen.
(3)
Der neue bulgarische
Kriegsminister.
Sofia, 21. August. Der Nachfolger des zurückgetretenen
Kriegsministers Fitschew -ist der
neu ernannte General Lekow, ein Bewunderer
der deutschen Armee. Er gilt als guter Kenner
der türkischbuarischen Be Neehungen. Al 6 Abgeordneter
hat er sich in #onstantinopel Verdienste
bei den letzten Verhandlungen erworben.
Im Balkankriege war er der ahrer des Stabes
der Belagerungsarmee von Adrianopel.
Konstantinopel. 21. Aug. Die Ernennung
des Obersten Schekow zum bulgarischen
Kriegsminister — hier die durch die Lage
gebotene hohe Beachtung. Schelomw gilt als
Anhänger eines bulgarisch-türcischen, auf douernder
Grundlage beruhenden Einverftändnisses;
seine Ernennung findet deshalb soympathische
Aufnahme. (3.) "
Diegriechische Krise.
Athen, 21. Aug. Die Lösung der inneren
Krise häng im wesentlichen von dem Ergebnis
der Besprechungen zwischen Venizelos und den
Vertretern des Vierverbandes ab. Die Gesandten
haden sich um Instruktionen an ibrr
Regierungen gewandt. Venizelos kénn die Negierung
nur übernehmen, wenn ihm der Vierverband
wenigstens vorläufig eine Polikfst er-Mmöglicht,
die keine territorialen Konzes'imnen 2
wie vorläufig kein Heraustreten an, der Neutralität
vom' Griechenland forderl. Immerh
WMes micht ans#esc#ssen, daß sü#tt Veuh#os ent
anderer Staatsmann ans Auder gelangt. G