Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Bonntag,  22.  August  1818

 

salat  12  Fig  Spinat  20  Pfg.,  Rannen  8  Pf.,
Rettich  10—  12  Pig.,  Sauerkraut  18  Pfg.,  Sellerie
  25  Pg.,  Weißtraut  9  Pfg.,  Wirfing  10
Pfg.,  Jwiebel  25  Pfg.  pro  Pfund.  Die  Höchsipreise
  müssen  von  den  Verkäufern  deutlich  sichtbar
  angeschlagen  werden.

Gewerbebank  Nosenheim.
Halbjahresbericht  oom  30.  Juni  1915.

Der  Mitgliederzugang  beträgt  10  Beitritte
und  7  weitere  Geschäftsanteile,  mit  dem  Stand
vom  1.  Januar  1915  zusammen  demnach  123
Mglieoer  22  100  Mk.  Ceschäftsanteile  und

)Ml.  Gesamthaftsummen.  Abgang:  2
küsisain  mit  2  Anteilen.  8  rechtzeitig  eingelaufene
  Kündigungen  mit  8  Anteilen.

Der  Gesamtumsatz  erreichte  mit  2  216  071.57
Mark  mehr  als  das  Doppelte  im  gleichen  Zeit
raum  des  Voriahres.  Der  Ertrag  ist,  obwol:l
er  durch  die  Zinsverringerung  im  Februar  und
durch  wesentliche  Ausnützung  des  Zentralkassenlrediteo
  und  andere  Umstände  wesentlich  ermähigt
  wurde,  um  rund  145  Ml.  bar  mehr
ale  die  Hälfte  des  letzten  Jahresreinertrages,
so  daß  den  Mitgliedern  und  Geschäftskunden
weitere  Vergunftigungen  vorgeschlagen  werden
können.

Gemeinsame  Sihungen  des  Aufsichterates  und
Vorstandes  sanden  in  der  Berichtszeit  16  statt.
Die  Revision  der  Jahresbilanz  1914  durch  den
Aussichtsrat,  die  Durchprüfung  der  Sicherheiten
und  Bestände  wurde  vom  10.  17.  Februar
cingehend  vorgenommen.

Zum  Schluß  sagt  der  Bericht:  Nunmehr  seir
Jahresfrist  umbrausen  die  stürmischen  Wogen
de:  Weltlrieges  die  Grenzen  der  Kaisermächte.
Die  gewaltigen  Erschütterungen  unseres  Wirt.
schaftslebens  fanden  auch  unsere  Genossenschaft
auf  ihrem  Platze.  Bisher  waren  die  Wirlungen
  der  Ereignisse  für  unser  Gesamtergebnis
  vorteilbaft.  Kein  Grund  ist  vorhanden.
die  fortdauernde  Sieigerung  des  günstigen  Ergebnisses
  bis  zum  Jahresschlus,  anzuwoeifeln.
Besonders  die  in  unserem  Bezirk  dem  Handwerk
  zuflief  enden  Mi.it  braufträge  die  in  manchen
  Fällen  one  unser:  Existenz  nicht  oder
nur  sehr  schwer  vom  Kleinhandwerk  hätten  ausgesührt
  werden  können,  brrühren  unser  Geschäft
siark  und  ersetzen  im  Durchschnitt  bei  einigen
Berufsgruxpen,  was  an  Auftragsmangel  bei
anderen  Gruppen  zu  beklagen  ist.

Der  weiterblickende  Vollswirtschaftler,  dessen
Geist  unsere  Genossenschaften  beherrschen  muß
und  beherrscht,  wird  allerdings  mit  dem  Frieden
  auch  ermarten  müssen,  daß  diese  erhöhte

Tätigkeit  abflauen  wird.  Wohl  wird  noch  ge
raume  Zeit  die  Ersetzung  des  Vernichteten  und
die  Wiederaufrüstung  für  alle  Nälle  das  Arbeilsgel
  iet  behereschen;  dann  aber  muß  wieder
Kriedensarbeit  in  vollstem  Umfange  Gegenstand
unserer  Tätigleit  sein  und  Grundlag:  für  unsern
  Verdienit,  und  sie  wird  wieder  von  grö-#ter2r
  Dauer  sein,  als  unsere  jetzige  Kriegsarbeit.
  Der  auf  die  Zulunft  Schauende  wird
auch  gegenwärtig  dies  nicht  übersehen.  Schwer
lönnte  es  der  Geschäftsmann  später  empfinden,
der  jent  wegen  Militärarbeit  seine  Privatkund
schaft  ganz  und  gar  vernachlässigt.  Besonderer
Kürsorge  bedürfen  die  zur  Jeit  teilweise  oder
ganz  lahmgelegten  Berufe;  sie  zu  flützen  in
scwerer  Zeit  und  in  gesunde  Bahnen  zu  füh
ren  bei  Wiederaufleben  ihrer  Tätiglett,  i#l  nich:
zu  übersehende  Ausgabe.

Schädigun'en  unserer  Geno'senschaft  durch
Unlätigkeit  aufl.  #:#Betriebe  sind  bis  *W’d.
nicht  eingetreten.  Wiemeil  die  kommende  Zeir
uns  davor  bemahrt,  sann  heute  nicht  feligesiellt
  werden.  Eine  bestimmse  Befürchtung  ist  in
keinem  Falle  begründet.  Sör  muabweisbare
Fälle  stehen  dank  unserer  solide  un?  vorsichtigen
  Geschäftspolitik  drei  Reserven  zur  Verfügung.


So  ist  uns  auch  das  Gebiet  vaterländischer
Tätigkeit  in  dieser  hochbewegten  Zeit  streng
angewiesen.  Können  wir  ouch,  da  die  uns  zur
Verfügung  stehende  Zeit  voll  aufgeht,  nicht  an
anderen  vaterländischen  Werken  hervorragend
uns  beteiligen,  so  ist  das  vermehrte,  gewissenhaft
  stille  Wirken  an  praktischer  Mittelstandshilfe
  sicher  auch  dazu  angetan,  an  der  großen
Losung  „Durchhalten“  mitzuwirken  und  dodurch
  neben  dem  militarischen  auch  den  wirtschaftlichen
  Sieg  mitzuerringen.

Berguügungsanzeiger.

Lichtspiele  Helios.  Im  Hotel  „Deutscher
  Kaiser“  gelangt  Samstag  und  Sonntag
ein  hochinteressantes,  altuelles  Kriegsprogramm
zur  Vorführung.  „Der  Torpedokampf“,  „Die
Marine  als  Weltmacht“,  dürfte  gewiß  bei  jedermamn
  das  größte  Interesse  erwecken,  zumal
ein  Originalbild  über  die  aufopfernde  Tätigleit
  unserer  wackeren  Marine  vor  Augen  geführt
  wird.  Der  neueste  Kriegswochenbericht  im

 

 

Bild,  schiedene  landschaftliche  und  heitere
  Ne  mummern,  sowie  das  große  Zaktige
Schaufspiel  „Sein  letzter  Wille“  gestalten  das

Programm  bhöchst  abwechslungsteich.

 

Wetterbericht  für  Sonntag,  22.  August:
Neuerdings  Regenfälle.

 

 

Kelelvacheschlen.
Rosenheim,  21.  August.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Ludwig  Schmid,  Fahrikarbeiter  in  Neumühl,
Soldat  im  3.  Inf.-NReg.;  Jalob  Mayer,  Zimmermannssohn
  aus  Wofferbeerg,  Hochschuldiener
in  München.

Siegesjubel  herrscht  seit  Freitag  früh
wieder  in  Stadt  und  Land.  War  schon  am  Vormittag
  die  Freude  groß  über  die  Eunchne  der
lezten  polnischen  Festung,  so  erhöhte  sie  sich
am  Nachmittag  noch  wesentlich,  als  die  riesige
Beute,  welche  damit  in  di:  Hände  unserer  tapferen
  Truppen  fiel,  belannt  wurde.  Abends.  fand
auf  dem  Max-Josefs  Platz  festliche  Standmusik
statt.  Heute  Mittag  trug  Siegesgeläute  die
Kunde  von  dem  Ersolge  unserer  Wassen  weit
über  das  Land.  Teider  geht  an  der  Wirkung
viel  verloren,  wenn  die  Glocken  erst  am  Tage
nach  dem  Bekanntwerden  eines  Sieges  geläutet
werden.  Wir  konnten  bereits  lesen,  wie  spontan
sich  die  Siegesfeiern  in  Ulm  gestalten;  auch
in  München  erlönte  gestern  sofort  Glockengeläute.
  Es  wäre  sehr  zu  begrüßen,  wenn  "
auch  bier  so  gehandhabt  würde,  gleichviel.
welcher  Tagesstunde  der  Sieg  bekannt  wird.  D
Stimmung  ist  dadurch  gehobener,  die  Begeisterung
  größer  und  nachhaltiger.

Stadtobersekretär  Gg.  Adelmann
wurde  am  Donnerstag  nachmittag  im  Schwabinger
  Friedhofe  an  der  Seite  seiner  ihm  vor
wenigen  Tagen  im  Tode  vorausgegangenen
Gattin  zur  letzten  Ruhe  bestattet.  Mit  den
nächsten  Angehörigen  hatten  sich  zu  der  durch
Harmoniumme:  bisen  eingeleiteten  Trauerfeier  viele

Leidtragende  eingefunden,  darunter  aus  Rosenheim
  Bürgermeister  K.  Hofrat  Wüst  mit  den
Magistratsräten  Wolf  und  Zischgl,  Abordnungen
  des  Kollegiums  der  Gemeindebevollmächligten
  und  des  Armenpflegschaftsrates,  Ma-Astratebramte
  und  Vertreter  der  Bürgerschaft.
Die  lirchliche  Handlung  nahm  Stadtpfarrer
Geistl.  Rat  Erlacher  mit  dem  grosen  Geleite
der  Pfarrei  Schwabing  vor.  Der  von  warmer
Anerkennung  beseelten  Gedächinisrede  ist  solgendes
  zu  entnehmen:  Der  Verstorbene,  1854
in  Millrichstadt  als  Sohn  eines  Gastwirtes  gedoren,
  war  zuerst  am  Bezirksamte  seiner  Vaterstadt
  tätig,  ehe  er  1879  in  den  Dienst  der
Stadt  Nosenheim  trat.  Hier  wirkte  er  36  Jahre
lang  mit  vorbildlicher  Pflichttreue  und  machie
sich  besonders  um  die  Armenpflege  in  hohem
Maße  verdient.  Seine  unermüdliche  Tätigkeit
fand  Anerkennung  durch  Verleihung  des  Verdienstlreuzes
  des  Michaelsordens  und  des  Luitpoldkreuzes
  für  40  jährige  Dienstzeit.  Sein  Andenken
  ehrten  viele  Kranzspenden,  u.  a.  gemidmet
  vom  Stadtmagistrat,  Armenpflegschaftsrat
  Rosenheim  und  vom  hiesigen  Geincindebeamten-Verein.


In  den  Bekanntmachungen,  welche
der  Stadtmagistrat  Rosenheim,  in  Nr.  192  des
,  Rosenheimer  Anzeiger“  veröffentlichte,  ist  eine
Stelle  verhoben  worden.  Wir  machen  daher
darauf  aufmerksam,  daß  die  Bestimmungen  mit
dem  Betreff:  „Den  Verkehr  mit  Saatgut  von
Brotgetreide.  Gerste  und  Hafer“  an  die  Spitze
der  betr.  Bekanntmachungen  zu  siellen  sind.

Mehr  Vrot  und  besseres.  Wie  amtlich
  gemeldet  wird,  wird  das  Ausmahlungsver
nältnis  für  Vrotgetreide  von  jebt  ab  auf  75
vom  Hundert  herabgesetzt.  Die  Herabsetzung  bemirkt

  eine  Verbesserung  des  Brotes  und  ver
mehrt  die  abfallende  Kleie.  Die  zulässige  Ver
ehromenge,  welche  bioher  einschließlich  der
Mehlration  für  vermehrt  Ernährungobedürftig:
220  Gramm  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung  betrug,
  wird  auf  225  Gramm  festgesetzt.  Eine
wesentliche  Erhöhung  wird  voraussichtlich  ror
Beginn  des  Winters  eintreten,  wenn  die  Feststellung
  der  Getreidemenge  der  diesjährigen
Ernte  abgeschlossen  ist.

Erleschterung  der  Pahpflicht  im
Aueflugsverkehr.  Für  den  Ausflugsverkehr
  zwischen  Orten  im  Bereich  des  1.  Bayer.
Armerlorts  und  dem  österr.  Gebiet,  das  durch
die  Staatsbahminie  Bregenz-Arlberg-  Innsbruck-Wörgl-
  Bischofshofen-  Salzburg  begrenzt
wird,  i  nach  den  zwischen  den  deutschen  und
den  österr.  Militärbehörden  getroffenen  Vereinbarungen
  das  Bisum  einer  österreichischen
diplomatischen  oder  konsularischen  Vertreiung
nicht  mehr  nötig,  wenn  der  Ausflug  nicht  länger
als  acht  Tage  dauert

Silberne  Sochzeit.  Der  städtische  Gemeinde-Arbeiter
  Thomas  Sax  konnte  am  19.
August  mit  seiner  Gattin  das  Fest  der  silbernen
  Lochtit  begehen.  Nachträglich  unseren
Glückounsch!

Im  Streit.  Am  Momag  kam  es  an  der
Nosinstoane  außerhalb  Aibling  zwischen  einem
Bauern  aus  Berbling  und  einem  Kutscher,  der
ihn  von  Rosenheim  nach  Aibling  fuhr,  zu  einem
  Streit,  in  dessen  Verlauf  der  Kutscher
von  dem  Bauern  einen  solchen  Schlag  über
den  Kopf  erhielt,  daß  er  mit  seinem  Fuhrwerk
zum  Bezirksarzt  Dr.  Krebs  in  Aibling  verbracht
werden  nußte.  Erst  am  nächsten  Tage  konnte
er  -  Rosenheim  zurückkehren.

Ksen  Szut  elte
hen  *W  ktags  auf  de  #espielt,  ab.
Vor  einem  Vanernkuhrwerg,  welches  Obst  zum

25  s

 

 

Markte  brachte,  wurde  eine  Kuh  wild  und  ging
durch.  Das  Tier  rannte  den  Wagen  in  die
Reihen  der  Verkäufer,  ein  zweiter  Wagen  wurde
umgeworsen  und  die  Marktvorräte  stürzten  auf
die  Erde.  Als  die  Deichsel  des  Wagens  gebrochen
  war,  rannte  das  Tier  weiter,  Verkaufsslände
  und  Bänke  umwerfend,  sodan  Aopscl,
Virnen  und  Zwetschgen  auf  der  Erde  kollerten.
Erst  in  der  Königsstraße  konnte  das  Tier  angehalten
  und  beruhigt  werden.
·r  "

Standmusik  am  22.  August  1915,  von

11—12  Uhr  am  Kriegerdenkmal.
1.  Hindenburg-Marsch  von  Bomhard.
2.  Ouvertüre  zur  „Martha“  von  Flotow.
3.  „In  diesen  heiligen  Hallen“  von  Mozart.
4.  „Musikalisches  Allerlei“  von  Wilhelm.

 

"*
C.  Radetzky-Kucchuche

  Nacheschlen.
Gottesdienst  in  Fürstätt.  Für  unsere
Krieger  läßt  die  freiw.  HFeuernedr  Fürstätt  moraom
  Sonntag  in  Fürstätt  einen  Gottesdienst  ablalten.
  Er  beginnt  um  halb  8  Uhr.

Hhandel,  Judustcie  und  Gewerbe.

G.  m  Walzer,  von  Strauß.

 

 

Chemische  Fabriken  Heufeld.  Die
VCeneralversammlung  der  Bayer.  A.-G.  für

emische  und  landwirtschaftlich-chemische  Fabrikate
  Heufeld  vom  20.  August,  in  der  ein  Aktienlapital
  von  6861/X)  Mk.  mit  300  Stimmen
u  reten  war,  stimmte  dem  Antrage  der  Vern
  altung  zu,  auch  in  diesem  Jahre  von  der  Ausscohüttung
  einer  Dividende  abzusehen,  von  dem
rhandenen  Gewinn  zu  152  193  Mk.  einen
Betrag  von  71  692  Mk.  zur  Auffüllung  des
Reservefonds  auf  die  gesetzlich  vorgeschriebene
Köhe  von  157500  Mk.  zu  verwenden  und
8.7500.  Mk.  auf  neue  Rechnung  vorzutragen.
Ter  bisherige  Revisionsausschuf,  wurde  für
1015  16  einstimmig  wiedergewählt.  Aus  die
mnfrage  eines  Aktionärs,  ob  es  bei  dem  gün.
inigen  sinanziellen  Stand  der  Gesellschaft  nicht
angebracht  sei,  einen  rückständigen  Coupon  zur
Cinlösung  zu  bringen,  bemerkte  der  Aussichts
ratsvorsitzende  Justimat  H.  Frhr.  v.  Stengel.
daß  diese  Anfrage  durch  dis  Beschlußfassung
über  die  Verwendung  des  Reingewinnes  an
sich  schon  erledigt  sei.  Im  übrigen  sei  im  Berichte
  des  Aussichtsrates  schon  hervorgehoben,
daß  es  im  Interesse  der  Gesellschaft  gelegen
sei,  die  Mittel  zusammenzuhalten,  um  nach  dem
Kriege  gerüstet  zu  sein,  damit  sie  dann  nicht
mieder  mit  Bankkredit  arbeiten  müsse.

Der  Weltkrieg.

Der  heutige  Bericht  aus  dem  Großen  Hauptquartier
  befindet  sich  auf  der  ersten  Seite  dieser
Nummer.

 

Zur  Bewilligungdes  10-Milliarden-Kredits.


Berlin,  21.  August.  Der  Reichsschatzsekretär
  hat  dem  Reichstag  die  Annahme  der  Vorlage
  durch  seine  vorbildliche  klare  Begründung
leicht  gemacht.  Andererseits  hat  der  Reichstag
bewiesen,  daß  der  Geist  des  4.  August  1914
nach  einem  Jahre  in  der  dentschen  Volksvertretung
  noch  lebendig  ist.  Wie  die  Ereignisse
im  Felde  auf  die  Volksvertretung,  so  werden
die  Veschlusse  des  Reichstages.  auch  auf  die.
Kämpfer  im  Felde  zurückwirken.  Abermals  ein
zeichen  dafür,  daß  Deutschland  die  Kraft  zum
Durchhalten  und  den  Willen  zum  Siege  hat,
heute  noch  so  selbstbewußt  und  ungebrochen  wie
vor  einem  Jahre.  Es  zeigte  sich  auch  der  feste
Wille  der  ganzen  Volksvertretung,  für  die  Invaliden
  und  für  die  Angehörigen  der  Kriegsteilnehmer
  ausreichend  zu  sorgen,
Kleinlichkeit.  Der  Reicheschatzselretär  sand  schöne
und  tiesempfundene  Worte  über  die  Arbeitskraft
  unseres  Volles.  Seine  Schlußworte  über
die  Siegeszuversicht  unseres  Volkes  und  die
Heldenhaftigkeit  unseres  Heeres  sanden  Zustimmung
  vom  ganzen  Hause.
des  Reichslanzlers  solgte  die  Rede  des  Reichsschatzsekretärs,
  die  den  glänzenden  Stand  der
deutschen  Finanzen  darlegte  und  bewies,  daß
es  dem  deutschen  Volke  getrost  zugemutet  werden
  kann,  die  Mittel  einer  neuen  10-Milliar
denanleihe  auszubringen.  (Z.)

Zur  Vernichtung  des  „E  13“.

Stockholm,  21.  Aug.  Das  Auflaufen  des
englischen  Unterseebootes  „E  13“  bei  Saltholmen
  erweckt  hier  größtes  Ausschen.  Es  ist
wahrscheinlich,  daß  das  engkische  Untersceboot
von  Norden  durch  den  Oeresund  eingedrungen
und  dabei  purs  Widerstand  von  deutschen  Streitkräften
  gestoßen  ist.  Bestätlgt  sich  diese  Annahme,
  so  wäre  zum  erstenmale  der  Beweis  gelungen,
  daß  englische  Unterseeboote  die  H.
Flintrinne  benutzen  und  dadurch  gleichgeitig  die
schwedilsche  und  denische  Neutralitat  aufe
schwerste  verletzen.  (3.)  “
enhangen,  21,  Au  Tie  „Pollilken"“

gestern  En  Neutralstats:
28  ist  ernster  Art.  Eine  der  Hauptreohne

  jede

Nach  der  Rede

geln  des  Völkerrechts  ist  die,  dah  der  Krieg
nicht  auf  einem  fremden  S  regebict  geführt  wid
Hiergegen  verging  sich  der  Führer  des  de

schen  Torpedobootes  grob.  Es  ist  gune  al.
lich,  daß  Dänemark,  das  bisher  die  Pflichten
der  Neutralität  gewissenhaft  ersüllte,  jetzt  nicht
den  en  auf  sein  Seeterritorium  verlegt  sehen
will.  Daher  kann  mon  wohl  annehmen,

die  deutsche  Regierung  nichk  nur  mit  einer  Entschuldigung
  kommen,  sondern  auch  den  Führern
seiner  Schiffe  deutliche  Anweisungen  geben
wird.  (3.)

Englische  Anmaßung  in  Frankreich.

Rotterdam,  21.  Aug.  Nicht  genug  daran,
  daß  die  Engländer  sich  an  der  Westlüste
Framreichs  felliegten  end  alich  in  Dünkirchen,
Calais,  Dieppe  und  e  feste  Stühpunkte
schusen,  hört  man  fegte  —*.  sich  auch  an.  der
Küste  des  Mittelländischen  Meeres  und  zwar
in  Marseille  häuslich  niedergelassen  habe.  Das

Feldlager  von  Musser  bei  Marseille  bildet  ihre
dortige  militärische  Basis,  die  unter  dem  Befehle
  des  Obersten  Tinley  steht.  (Z.)

Ein  Rippenstoß.

Berlin,  21.  August.  Die  russischen  Votschafter
  in  Paris  und  London  erhoben  Vorstellungen
  über  die  andauernde  Untätigkeit  der
englischen  und  französischen  Streitkräfte  an  der
Westsront.  Sie  drängen  auf  die  Ergreifung  der
Offensioe.  (3.)

Die  belgische  Armee.

Haag,  21.  August.  Der  größte  Teil  der  belgischen
  Armee  ist  von  der  Front  zurückgezogen
worden.  Von  den  sechs  Divisionen  befindet  sich
nur  noch,  eine  im  Feuer  an  der  Front,  die  anderen
  sind  in  franz.  Städten  weit  ab  vom
Schuß  in  Garnison  geschickt  worden.  (3.)

Einstellung  des  englischen

eepostverkehrs.

Haag.  21.  August.  Infolge  starker  Vermehrung
  der  deutschen  Tauchboote  im  Kanal  hat
England  sveben  den  gesamten  Verkehr  von  Poslund
  Wertsendungen  mit  dem  Festlande  und
nit  Amerika  vorlaufig  aufgehoben.  (.).)

Auf  eine  Mine  gestoßen.

Amsterdam,  21.  August.  Der  holländssche
Fischdampfer  „Dmuiden  49“  ist  nordwesllich
Ameland  auf  eine  Mine  gelaufen  und  gesunken;
  die  Mannschaft  ist  gerettet.  (3.)

Aenderungen  im  russischen
Kabinett?
Kopenhagen.  21.  Augnst.  Petersburger
Zeitungen  teilen  mit,  daß  der  Dumapräsident
Nordjankow  an  einem  der  nächsten  Tage  vom
Zaren  auf  einen  hohen  Staatsposten  berusen
werde.  Es  sei  nicht  ausgeschlossen,  daß  Rodsjantlom
  vom  Zaren  an  die  Spitze  der  Regierung
gesetzt  wird.  (3.)
Italien  und  die  Türkei.

Rom,  21.  Aug.  Der  Ministerrat  ist  nach
der  Vormittags-Sitzung  nachmittags  noch  einnal
  vollständig  zusammengetreten.  Diese  zweite
Versammlung  begünstigte  die  Gerüchte,  daß  die
entscheidenden  Beschlüsse  hinsichtlich  der  türkischttalienischen
  Beziehungen  bevorstehen.  Der  Mieisterrat
  endigte  spät.  Bis  jetzt  erhielt  die
Bresse  keine  Mittcilungen  über  die  Sihzungen.

(3)
Der  neue  bulgarische
Kriegsminister.

Sofia,  21.  August.  Der  Nachfolger  des  zurückgetretenen
  Kriegsministers  Fitschew  -ist  der
neu  ernannte  General  Lekow,  ein  Bewunderer
der  deutschen  Armee.  Er  gilt  als  guter  Kenner
der  türkischbuarischen  Be  Neehungen.  Al  6  Abgeordneter
  hat  er  sich  in  #onstantinopel  Verdienste
  bei  den  letzten  Verhandlungen  erworben.
Im  Balkankriege  war  er  der  ahrer  des  Stabes
  der  Belagerungsarmee  von  Adrianopel.

Konstantinopel.  21.  Aug.  Die  Ernennung
  des  Obersten  Schekow  zum  bulgarischen
Kriegsminister  —  hier  die  durch  die  Lage
gebotene  hohe  Beachtung.  Schelomw  gilt  als
Anhänger  eines  bulgarisch-türcischen,  auf  douernder
  Grundlage  beruhenden  Einverftändnisses;
seine  Ernennung  findet  deshalb  soympathische
Aufnahme.  (3.)  "

Diegriechische  Krise.

Athen,  21.  Aug.  Die  Lösung  der  inneren
Krise  häng  im  wesentlichen  von  dem  Ergebnis
der  Besprechungen  zwischen  Venizelos  und  den
Vertretern  des  Vierverbandes  ab.  Die  Gesandten
  haden  sich  um  Instruktionen  an  ibrr
Regierungen  gewandt.  Venizelos  kénn  die  Negierung
  nur  übernehmen,  wenn  ihm  der  Vierverband
  wenigstens  vorläufig  eine  Polikfst  er-Mmöglicht,
  die  keine  territorialen  Konzes'imnen  2
wie  vorläufig  kein  Heraustreten  an,  der  Neutralität
  vom'  Griechenland  forderl.  Immerh
WMes  micht  ans#esc#ssen,  daß  sü#tt  Veuh#os  ent

 

anderer  Staatsmann  ans  Auder  gelangt.  G