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Kindes, sowie durch Bewegungen und durch Betastung der
Gebärmutter werden die Nachwehen leicht hervorgerufen.
In allen Fällen, in welchen schon während der Geburt
mangelhafte Zusammenziehung der Gebärmutter beobachtet war,
kann man ihr Auftreten in den ersten Tagen des Wochen-
betts erwarten; nach 3—4 Tagen pflegen sie aufzuhören.
Die Hebamme hüte sich, daß sie nicht eine Ent-
zündung der Gebärmutter mit schmerzhaften Nach-
wehen verwechsele. Bei Nachwehen ist kein Fieber vor-
handen, auch ist der Druck auf die Gebärmutter nicht
schmerzhaft. Bei Entzündung der Gebärmutter schmerzt
dieselbe bei Berührung und steigt die Körperwärme. In
letzterem Fall wäre ein Arzt heranzuziehen.
Um die Nachwehen zu ermäßigen, lege die Hebamme
warme Tücher auf den Unterleib. Auch sorge sie vom
dritten Tage des Wochenbetts an für regelmäßige Leibes-
öffnung durch Klhystier.
S. 309.
Fauliger Geruch des Wochenflusses tritt dann
auf, wenn die Geschlechtsteile nicht gut zusammenschließen
und namentlich wenn Eiteile in der Gebärmutter zurückge-
blieben sind. Es ist dann große Gefahr vorhanden, daß
die Wöchnerin durch die dabei gebildeten giftigen Stoffe
angesteckt wird und ebensolche Gefahr, daß die Hebamme
diese Stoffe auf das Kind oder auf andere Wöchnerinnen
überträgt. Die Hebamme hole sich daher Verhaltungsmaß=
regeln vom Arzte ein, wie sie dabei zu verfahren hat und
beherzige auf das Sorgfältigste die Lehren, welche ihr oben
für den Fall der Verunreinigung ihrer Hände und Instrumente
mit fauligen Stoffen gegeben worden sind.