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vor. Auch dabei hilft vor Allem Reinlichkeit. Die arznei-
liche Behandlung hat der Arzt anzuordnen.
3. Von den Erkrankungen des Mundes.
8. 322.
Neugeborene Kinder haben auf dem hinteren Teil des
Zungenrückens regelmäßig einen zarten weißen Belag und
dben in der Gaumennaht einen gelben Streifen oder kleine
gelbe runde Drüsenknötchen.
Diese hellen Stellen finden sich nahezu immer bei
ganz gesunden Neugeborenen; die Hebamme muß dieselben
kennen, damit sie diese nicht mit Schwämmchen verwechselt.
Schwämmchen oder Soor sind eine Erkrankung, welche
auf einem Schimmelpilz beruht. Es bilden sich dabei
weiße, punktförmige Auflagerungen auf die Mundschleimhaut
und zwar vorzugsweise an den Stellen, an welchen sie nicht
abgerieben werden können. Sie finden sich demnach an
den Backentaschen, an den Hinterflächen der Lippen und an
den Rändern der Zunge. Die dazwischen liegende Schleim-
haut ist in der Regel lebhaft gerötet.
Ein Kind, welches mit diesen Schwämmnchen behaftet
ist, hat infolge der entzündeten Mundschleimhaut Beschwerden
beim Saugen. Auch erkrankt es leicht an Durchfall,
wenn es von den Schimmelpilzen in den Magen hin-
unterschluckt.
Oefteres Waschen des Mundes mit reinem Wasser
beseitigt in den leichteren Fällen die Erkrankung. Die
Hebamme darf sich aber nicht auf das Auswaschen des kind-
lichen Mundes allein beschränken, sondern sie hat die Warze
der Wöchnerin in gleicher Weise rein zu halten, sonst wird
von dort die Krankheit wieder auf das Kind übertragen.