Full text: Quellen und Studien zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit. Traktat über den Reichstag im 16. Jahrhundert. (1)

, 1. Einleitung. 9 
geordnet“; „abgesondert“ gegen „abgefor dert“). Endlich findet 
sich nur in Lü ein Zusatz („hier oben ... vermeldet ist“), der 
trotzdem dem Urtext zuzuweisen sein dürfte. 
Scheinen hier die drei Überlieferungen als vollständig gleich- 
wertige Ableitungen des verlorenen Archetyps sich gegenüberzu- 
stehen, so herrscht anderseits wieder zwischen A und Leh ein 
unleugbarer Susammenhang, der sich in gemeinsamen Fehlern 
äußert. Jch stelle die drei Texte einander gegenüber: 
Cap. XII. 
Wann also das gantze Toncept verglichen, läßt man dasselb 
zweifach ingrossiren in der Meyntzischen Cantzley uff Dergament, 
und wo die Uey. May. oder gleich auch allein Ir Commissarien, 
item Churfürsten, Fürsten, Draelaten und Graffen selbst persönlich 
zugegen 
Lu 
so wird die Siegelung 
erstlich auff Ihre Kapserl. 
Majestät utroque casuge- 
stellt, welche oben in eine 
gedoppelteSchnur, damit 
der Abschied durch- 
zogen wird, allein 
sieglen. Hernacher 
wird die Schnur 
unter der Kapserl. Maje- 
stät Siegel von einander 
getheilet: Und auff der 
rechten Hand sieglen die 
Geistliche, nemlich von 
allen geistlichen Thur- 
A 
so wird die Siegelung 
erstlich uff die Kev. M. 
oder Ir Commissarium 
gestelt, welche oben an 
ein gedoppelt Schnur und 
der Kep. M. Sigill von 
einander getheilt und uff 
der rechten Hand sigeln 
die Geistl., nemblich von 
wegen der geistl. Thur- 
fürsten der Churfürst zu 
UMerntz, oder Jr. Fr. Gn. 
Abwesens, dero Räht 
einer oder ein anderer 
anwesender geistl. Thur- 
fürsten wegen der Chur= fürft 
fürst zu Mayntz, oder 
Ihrer Churfürstl. Gn. 
Abwesens, dero Räthe 
einer oder ein ander an- 
wesender geistlicher Chur- 
fürst. 
Leb 
so wirdt die Sieglung erst- 
lich auff die Kaj. Maj. 
gestellt, welche oben an ein 
gedoppelte Schnur under 
der Kaj. Maj. Sigill von 
einander getheilet und 
auff der rechten Handt 
siegeln. Die Geistlichen, 
nemlich von aller geist- 
lichen Thurfürsten wegen 
der Thurfürst zu Maintz, 
oder Ir Churf. Gnaden 
abwesendt, dero Rhat 
einer oder ein ander an- 
wesender geistlicher TChur- 
fürst. 
Durch Auslassung des in der Fassung von Lü gesperrt 
gedruckten Teiles (verursacht durch die Wiederkehr des Wortes 
„Schnur“) wurde der Sinn der Stelle vollkommen zerstört. Leh 
suchte hier durch die Interpunktion nachzuhelfen und zog das 
Derbum des folgenden Satzes hinauf. Dadurch erhielt die Stelle