Full text: Was hat Preußen für Deutschland geleistet?

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hielt als den kirchlichen Fanatismus. Und das um so mehr, 
als dieser Fanatismus nicht nur im Interesse der romanischen 
und katholischen, sondern auch der als Lutheraner und Calbvini—- 
sten getrennten deutschen Dynastien weit mehr erkünstelt, als 
natürlich war. 
Johann Sigismunds Nachfolger Georg Wilhelm war ein 
schwacher Regent, den Intriguen und Schrecken des dreißigjähri- 
gen Krieges nicht gewachsen, weshalb Brandenburg schließlich ein 
Werkzeug Schwedens wurde. Nach seinem Tode 1640 hatte 
sein Sohn Friedrich Wilhelm, der sich nachher den Ehren— 
titel des großen Kurfürsten erwarb, nicht wenig Sorge und 
Mühe, zugleich mit dem deutschen Gesammtinteresse sein eigenes 
zu wahren. Schweden hatte seinen Vater durch Versprechungen 
geködert. Christine, die einzige Tochter Gustav Adolfs, Erbin 
der schwedischen Krone, sollte den jungen Kurprinzen heirathen, 
um ein großes, aber nicht mehr deutsches, sondern schwedisches 
Reich an beiden Seiten der Ostsee zu gründen. Aber Christine 
wollte überhaupt nicht heirathen und der berühmte Minister 
Oxenstierna, der in ihrem Namen Schweden regierte, hatte keine 
Lust, sie einem so feurigen und talentvollen Prinzen zu ver- 
mählen, der Pommern mit Brandenburg vereinigt und keine 
schwedische, sondern deutsche Politik getrieben haben würde. Also 
empfing ein armer Prinz von einer pfälzischen Nebenlinie die 
schwedische Krone, welche Christine niederlegte, wurde gänzlich 
das Werkzeug des schwedischen Adels und schadete dem Branden- 
burger so viel als möglich. Vorpommern und die Bisthümer 
Bremen und Verden blieben im schwedischen Besitz; das übrige 
Herzogthum Pommern, dessen slavische Dynastie am Aussterben 
war, wurde trotz dessen Erbrecht dem Brandenburger vorenthal- 
ten. Doch nutzte diese Gehässigkeit Schwedens dem großen 
Kurfürsten insofern, als Polen, schwer bedrängt von Schweden, 
um ihn auf seine Seite zu ziehen, ihm das Herzogthum