Aummer 252
Rosenheimer Anzelger
Donnerstag,) 8. November 1912
ter len. Frau Collon ist häufig zusammen
mi dent krüheren Bescher des berüchtigten
#nacgenesies am Riesenweg gesehen worden.
Anderseits wird auch gesagt, daß Collon, der
acbenso wie seine Fcau, ein leidenschaftlicher Spieler
war, seine zerrütteten Vermögensverhältnisse
durch einen Selbstmord habe in Ordnung
bringen wollen, indem er dadurch seiner Frau
die Auszaliung einer Lebensversicherung er-Mmöglichte.
Sicherlich haben eine oder zwei Personen
uu dieser Angelegenheit Selbstmord be-Nangen.
Es handelt sich eben nicht nur um
Epianage Legen Deutschland, sendern auch um
eine soiche gegen die Schweiz, die dem Betrefsenden
eine Veslrafung wegen Landesverrals
eingelragen haben würde.
Vern der zumänischen Front.
Zun einer Seltionssitzung des Petersburger
Atrd. ter und Soldatenrates erslattete eine Abordunng
von der rrumänischen Front einen
Verit über die Stimmmung unter den Truppen,
der in folgende Worte ausllang: „Der
gane Frontabschnitt ist ermüdet und zu weiteren
Kämpfen nicht bereit: die Soldaten fordern
sofortigen Friedensschluß. Wenn in der
nachsien Zeit tein Friedensschluß erfolgt, verlassen
die Soidaten eigenmächtig die Schützengräben.
Sie weigern sich jetzt schon zu schießen.
In einigen Wochen werden die Soldaten
die W vafi sen niederlegen und den Frieden verkünden.“
J½ Anschluß an diese Mitteilung fanden
in der Selt onssitzung leine Debatten statt.
Die D weniersen nahmen den Bericht, der ins
Minister-Komitee weitergeleitet wurde, im voller
Ruhe zur Kenntnis.
i.
Nilolauce, wo bist du?
Der Kraluner „Dzas“ meldet nach dem ossfi-5
ren boen Arbeiler und Soldatenrates,
##dedm die ameritanische Kommission,
jn N. Lm id Desuchte und über Wladiwostoĩ
nit den mge ded ameritanischen Roten
Krcuzes vbie Nütfrei se, angetreten habe, den
Jaren mei —EI— entführ.
le unnd * Amerika brachte. Daraufbin sei
soferi n bee Untersuchungslommission
aus Peiersburg nach Sibirien entsandt worden,
die diese A 656% egenheit unlersuchen u. schleunigst
daruber Uerichlen soll. Vorerst darf man
hinter die Meldung cin Fragezeichen machen,
wenn aumo die Mügliähcit ihrer Nichtigleit nicht
von der Dand zu weisen isl.
Rohyeiten der amerilani schen
Kriegeheber.
Oer Kßf gegen die Friedensbewegung hat
zur itn einen Bunder, der sog. „Weißen
Müze“, » fulrl. Am Somtag schlepplen Mitelicber
UGVeesellschaft den Pazifisten Dr.
riom, einen Führer des „Vollsin
Gincinnatti bei einer großen
. vor
Friedemeversummiung hätte sprechen sollen, fort.
Er warde mit Gewall 20 Meilen weit in die
wo er ausgepeitscht und liegen
geiaf 1 Wurde. Dr. Bigelow, der einer der
angeschen 9 wilen in Amcrika angehört
und po. it sc einc bedentende Nolle spielt, besindet
sich sthwer lrank in einem Spilal in
Kincinnali.
Einöde 999 ¾z:4,
Am den Fieden.
Zur Papstnote.
In einem seür bedeutsamen Briefe laßt der
Hellige Bauer durch den Kardinal-Staatsselre.
tär, dem Mitir. Chesnelong, Erzbischof von
Sens, nychlmin, bie papstliche Note vom 1. August
1817 rliten. Der Kardinal Staatosekreiär
lußt darin seine Ueberraschung zum Ausdruck
lonimen, mit der er beobachtet habe, doß
die Abneigung gegen den Friedensschritt des
Papstes besonder in Frankreich so slark sei, da
doch nichts weniger als von ciner Begünstigung
der Zentralmächte die Rede sein lönne. Wenn
jemand begünstigt sei, dann sei es gerade
Frankreich und Belgien an erster Stelle. Vollig
falsch sei die Behauplung, die Note sei von den
Zentralmar öten beeinflußt. Immer wieder werde
die Forr#erung gesiellt, der Papst möge doch
erst in seiner Cigenschaft als obersler Richter
in Sachen der Moral und der Gerechtigkeit
einmal darüber entscheiden, wer am Kriege
schuld sei. Nun aber habe der Heilige Vater
aus Teilnahme jur die leidende Menschheit das
Vermittleramt ubernommen, cum die Kriegführenden,
von denen iede die Echuld der Gegenpartei
zuweist, zur Cimselsung des entsetzlichen
Mordens und zur Anbahnung des Friedens
zu bewegen. „Kamm'’ es da — ftägt der Kardinal
der Rolle des Vermiltler? zukommen,
darüber zu entscheiden, welche der beiden anwesenden
Parteien schuldig sei und umecht habe?
Wärde er damit erreichen, die beiden Parteien
zu dem von ihm beabsichtigten Ziele les
führen?“ Diese Frage enthält schon die Antwort;
es liegt auf der Hand, wie es sich schon
#Us den allerei#achstem Tagesstreitggreiten
deihen läht, daß — der zwischen den
Streitenden vermitteln will, nicht zum vorne
rein die eine oder andere der Porteien ver-Mcteilen
kann. 4 , ν
ordnung sei in
“
4 zien wird das Ko
Bulgariens Kriegsziele.
In der letzten Sobranje-Sitzung gab Minister.
prösident Radoslawow über die Kriegsziele
Buchatien bei t Hervorhebung der
Dobrudscha unter tärmischem Beifall folgende
Erllärung ab: Um jeden Zweifel zu beseitigen,
wolle er Kiierlich erklären, daß „alle Geblete,
wo bulgarisches Blut geflossen ist, Bulgarien gehören
werden“.
Bonsiche Nansschun.
Die Regierungskrise in Berlin.
Die Negierungslrise hat neuen Konfliktssloff
erhalten. Es ist. milgeteilt worden, daß d#.
Vertreler der vier Parteien, also des Zentrums,
der Nationalliberalen, der Fortschrittlichen
Volkspartei und der sozialdemotkratischen
Mehrheitsgruppe aufs neue dem Reichskanzler
gegenüber den Wunsch ausgedrückt haben, daß
neben dem Grafen Hertling ein fortschrittlicher
Parlamentarier zum Vize lanzler ernannt und
vor allem, daß ins uß. Staatoministerium
ein fortsch ritlicher A. zeordneter berufen werden
möge. Der Kaiser hatte die Ernemmung des
Landtagsabg. Dr. Friedberg zum Vizepräsidenten
des preuß. Staaleministeriums bereils unterschrieben.
In den Kreisen der vier Mehrheitsparteien
glaubte man, Grund zu der Annahme
zu haben, daß Dr. Friedberg den Posten
annehmen, aber seinerseito gleichgeitig den
Wunsch der Mehrheitsparteien auf Berufung eines
Fortschrittlers in das preuß. Ministerium
vertreten und zur Voraussetzung für seine Mitarbeit
machen werde. Zur Ueberraschung ailer
Beleiligten und nicht zuletzt seiner Parteifreunde
im Reichstag hat Friedberg sich anders
besonnen. Er lehnte ab, da er von der Verufung
eines sortschrittlichen Wchgeordneten i in die preu-Pische
Regierung nichts wissen will; auch bei der
Negierung soll es starken Widersland dagegen
geden. Damit ist also ein neuer Kouflikt gegeben,
und es erheben sich bereils Vorwürse
gegen Friedberg und von liberaler Seite auch
gegen die Regierung. Man lbeicht, won einer
neuen unhaltbaren Cage. Die „M. N. N.“ sagen:
„Nachdem der Verluch einer hoert ehale
von Parlamentariern an leitende Stellen im
Peiche und in Preuhen durch die ablehnende
Haltung des Grafen Hertling gegenüber der
Fortschrittlichen Volkspartei gescheitert ist, ist
eine neue Lage geschoffen, die den Parteien die
Erciheit ihrer Cutschließung gegenüber der gegenwärtigen
Regierung #rassebbt. Die einzelnen
Fraktionen werden demnächst zu dieser
neuen Lage Stellung nehmen.“ Reichskanzler
Graf Hertling hat seine beabsichtigle Reise nach
München bis auf weiteres aufgeschoben. Generaiseldmarschall
von Hindenburg und Generalduarikcrmeister
Ludendorff sind gestern abend
nach dem Großen Haup hulnee zurüdgekehrt.
Boverischer Laudiag.
Neuerungen in der Rechtspflege.
Anünchen. 6. Nov. In der heuligen Situng
des Finanzausschusses gab Justizminister von
Thelemann auf einen Antrag Thimm (Soz.
belannt, daß er auf tunlichste Abkürzung der
Zivilprozesse dringen werde. Eine Aenderung
des Gerichtskosiengesetzes und der Zivilprozch=Aussicht,
Der Anwaltszwang
lönne nicht vollständig beseiti gt werden ohne
große Schädigung des Anwaltsstandes. Die
Kriegsnotgesetze werden nach dem Kriege alsbald
aufgehoben. Das Sühneverfahren wird
noch weiter ausgebant. Abg. Gießen (Ilib.)
verbreitet sich über die Einri tung des künftigen
Schiedsgerich tes und S huldeinziehungsversahrens,
mit welch oterem ein Versuch gemacht
werden müse. Der Zwangsvergleich
auherhalb des Konlurses habe sich ebenfalls
bewährt. Schiießlich wurde der Antrag Thimm
angenommen. *--Wien,
6. Nov. Erst jetzt erfährt man, daß
bei dem Kaiserhoch des „Präsidenten Groß im
Abgeordnetenhause die Tschechen sitzen geblieben
sind. Daraufhin rief M Elöckner den
Tschechen zu, sie sollten doch wenigstens „die
dae hoch halien", darin hätten sie ja Ue-
MWiien, 6. Nov. Ucber die Kohlenlager Westgalizien“
ist bis jeht folgendes bekannt gewor-Nach
den vorgenommenen Sckhätungen
werden die Kohlenvorräte in den 770 Quadratlilometer
messenden Hebieten den Bedarf von
Galizien mindeslens 1 Jahre decken: dabei
liind die Flöze in einer Tiefe von mehr als 1000
Meter uuberücdsichtigt ge lieben. Auf Grund
von Bohrungen wurden auf einem Gebiet von
400 Quadratlilometern die bis 800 1000 Me
ter tief anstehenden auf 113 Millionen Tonnen
chätzt; der Rest des Gebietes ist durch Bohngen
noch nicht zuerssucht worden. Für ganz
Lesinepnoen auf rund
Millionen Tonnen geschätzt. Die Kohle ist
von guter Beschaffenheit; ihr Heizwert beweg!
sich zwischen 5500 und 7000 Kilogramm-MWärmeeinheiten,
sodaß sie den besten brschusuchen
und Ostran#ex-Kohlen gleichzustellen it.
ges
HMnhsser Neuisleitn.
München, 6. Nov. Wie die nun abgeschlos.
sene, genaue Abrech: nmung ergeben hat, wurden
am Allerbeiligenfeste mit der Straßenbahn rund
00 Fahrgäste be sördert. Damit wurde die
höchlte ucertegten seit Bestehen der Strabenbahn
erreicht. Die Einnahme mit 68 500
Mark übersteigt noch die vorjährige Reineinnalme
am gleichen Tage um rund 5000 Mk.
Der Magistrat sprach dem Sllabenbahnpersonul.
das an diesem Tage eine schwere Aufgabe zu
erfüllen hatte, Dank und Anerlennung aus und
dankte besonders auch dem stellv. Generalkommando
für die Freigabe von im Heeresdienst
slehenden Straheikbahnern für diesen Tag.
Sayerische Nachtisken.
Aus der Pfalz, 6. Nov. Die Harzgewin-Jahre
gute Erträgnisse, trotzdem sich der Arbei-##rangei
sühlbar machte. Das Wetter war der
Hanbi ldung sehr gänttig: auch gelang es
durch eine Anzahl wertvoller technischer
Neuerungen bei der Harzgewinnung die Erträge
#zu sleigern. Vor allem in dem nächsten Jahr
mird der Erlrag der Harsgewinnung noch erhôlt
werden können, wenn die Neuerungen erit
ailgemein eingeführt sind.
RNegensburg, 6. Nov. Ein in der Neuhausulraße
wohnender Offizier erschoß in seiner
Wohnung aus Unvorsichtigleit seinen Freund,
einen hiesigen Chorsänger und Musiker. Der
Offizier wollte in Gegenwart seines Freundes
den Revolver beiichtigen. Plötzlich krachte ein
Schuß, der den GChorsänger in die rechie
Schläfegegend traf. In das Krankenhaus verbracht,
verstarb er an den Verkehungen.
Remmingen, 6. Nov. Ein äußerst gefährlicher
Eindrechker wurde hier verhaftet, der
in einer Reihe banerischer und württembergischer
Orte sich unter falschem Namen einmietete und
die vorübergehende Abwesenheit der Wohnungs.
inhaber brnüßte. Bargeld, Wäsche u. Schmuck
von erheblichem Werte zu seehlen. Der Verhaftete
ist der schwerbestrafte 35 Jahre alte Schlosser
Wilhelm Funk aus Köln. Ein Teil der
Beute isi wieder beigebracht.
Kufstein, 6. Nov. Ein tragischer Vorfall
ereignete sich im hiesigen Gerichte „gebäude. Der
Schuhmackermeister W- Gruber war als Beklagter
vorgeladen. Nach Lage der Sache scheint
er seine Verurteilung vorausgesehen zu haben
und deshalb in ziemliche Wa geraten
zu sein, denn er erklärte dem Richter, daß es
itm schlecht sei. Bald darauf w er vom
Stuhl und war tot.
Innsbruck. 6. Nov. Auf dem Berg Jsel,
dem aus den Kämpfen der Tiroler gegen die
Franzosen belannten Vergstock, sollen nach dem
Kriege, bauliche Veränderungen vorgenommen
werden. Man plant eine Erweiterung der Anlagen,
deren Mittelpunkt das Andreas-Hofer-Denlmal
bilden wird. Ferner denkt man an die
Errichtung eines vergrößerten Kaiser-Jäger-Muscums,
einer Ehrenhalke und eines modernen
Wirtschaftsgebäudes. Auch die Shhaffung
eines großen Kaiser-Jäger- Whs ist
ins Auge gefaßt. Der Wettbewerb für dieses
großzügige Millionenprojekt soll in erster Linie
für obn che Architelten und Künstler offen sein,
die als Kaiser- Jäger unter den Waffen stehen.
35verlches Oberimnt.
Bas Aibling, 6. Nov. Nächsten Sonntag
(11. Nov.) findet altkatholischer Gottesdienst
statt. Er wird in der evangelischen Kirche abgehalten
und beginnt um 10 Uhr. Anläßlich der
400 fährigen Jubelfeier der Reformation wird
in der Predigt der Reformation und ihres Urhebers
gedacht. (.
Bad Albling, 6. November. Die Bezirksversammlung
der Veteranen= und Kriegerver.
eine sand in Ellmosen statt; 18 Vereine waren
dazu erschienen. Obmann Dorrer gab in seiner
Erbffmungsanfprache einen Ueberblick über die
Ereignisse an den Fronten und gedachte der
großen Opfer unserer Felbgrauen. Aus dem
Jahresbericht ist zu entpehrten, daß sämtliche
Vereine des Bezirkes dem Bayer. Veteranenund
Kriegerbunde angeschlossen sind. Die Mitgliederzahl
beträgt 2226 Mam, darunter 2106
Fei#dzugssoldaten und Gediente. Weiter zählt
der Verband 77 Ehrenmitglieder. Das Mer-Mmögen
ailer Vereine beträgt 20 516 Mark in
Inventar. Für Kameraden wurden J346 Ml.,
für Sierbegelder 734 Mark, für Beerdigungskosten
307 Mark aufgewendet. Im Verkaufe der
Versammiung hielt Ohmann-Stellvertreter Oppelt
einen Vortrag. über seine Elebnisse als
Sergeant in einem Armierungsbanaillon an der
MWoesifront. Voritand Wiesböd des Boreins Vagen
erzählle serner über Land und Leute von
Numänien. Die Bezirksversammlung im Jahre
1918 wird in An bei Aibling abgehalten.
nung im bsälzischen Wasgau brachte in diesem
wasserburg, 6. Nov. Die Bauernehre erhält
im Umgang mit den gefangenen Feinden
vielfach Löcher, so sehr man vor dem Krieg
auf sie stolz war. Und erst die Bauernehre der
bolden Weiblichkeit! Der „Wasserburger Anzeiger“
berichtete, - ein Franzose in Grasweg
eine Bauerstochter um der Liebe willen
einfach niederstach. Jetzt erfährt man, daß beide
gemeinsam in den Tod gehen wollten. Er
bhat das Mädchen, das sich von ihm Mutter
sühlie, nicht nieder estochen, sondern ihm einen
Schuß in den Kopf beigebracht, worauf er die
Wuffe gegen sich richtete und dann floh. Es
handelt sich um die Rotbauerstochter, deren
erste Sorge nach überstandener Bewußtlosigkeit
wieder ihrem „Franzl“ galt.
Hrien. 7. Nov. Bei den Verwundeten.
Die Prinzessinnen Wiltrud und Gundelinde stattelen
dem Vereinslazarett vom Roten Kreuz
im Distrittslrankenhaus ein Besuch ab und unterkielten
sich eingehend mit den Verwundeten,
welche mit Liebesgaben beschenlt wurden. Auch
für die Zivilkranken hatlen die Königstöchter
manch freundliches Wort.
Traunstein, 6. Nov. Die Pfarrgemeinde
Anger lieferte größere Mengen eingelochte Bceren
und eingemachtes Obst für unsere verwundeten
und kranken Krieger. Die Reichenhaller Lazarette
erhielten 120 Liter eingemachte Früchte
und auch nach München wurden solche in reichlicher
Menge gesandt.
oelluschrichlen.
Jum Ausbauder Inn-Wasserkräfte.
Die Prelse bespricht die amtl. Mitteilung über
den Ausbau der Wasserkräfte des Jun und der
Isar. Der „Baner. Kur.“ sagt dazu: Damit
ist enolich wirllich ein entscheidender Schritt
zur Ausnützung unserer Niederdruckwasserkräfte
getan. Wi r ersüllen aber nur eine Ehrenpilicht,
wenn wir festjlellen, daß es dem Abg. Osel und
seiner rast und selbitloien Arbeit wesentlich mit
zu verdanken int, daß wir so weit sind. Seinen
Untegungen folaten die Banlen, als sie die
Arbeilogeneinschaft bildeten und sein Referat
im Ministerium des Innern im April dieses
Jahres gab unter lebhaftester Unterstügung
des Ministers des Imern, Dr. von Breltreich,
schließlich den letzten Anstoß zu der hocherfreulichen
Entwicklung auf den Weg über die Banlen,
besonders erfreulich, weil bunerisches Kapilal
mitverdienen darf. Unterm 11. Juli
1816 hat das Ministerium des Innern die ersten
VorschZ age des Abg. Ofel zur Geellschaftegründung
abgelehnt. Die Hauptsache ist: wic
treiben vernünstige Industrieförderung im Interesie
des Landes, aber keine Industrialisierung,
wie die „M. N. N.“ sagen. Die amtliche Mitleilung
Hhätte übrigens betonen sollen, daß die
leberlandversorgung unter der Ausnütung der
Wasserkräste durch die Grobindujtrie absolut
nicht leidet.
—
Rosenheim, 7. November.
Ueberfsiedelung. Oberinspekior Ludwig
Mader, der Vorftand der K. Bahnstation
Lindau-Stadt, hat am 1. November Lindau
verlassen, um in Rosenheim den nach über 44
Dienstjahren und im Alter von fast 69 Jahren
gewiß wohlverdienten Ruhestand zu genießen.
Herr Mader, der nach dem Besuch des Lyceums
in Passau und der Technischen Hochschule in
München 1873 als Fraltitant in den Eisenbahndienst
trat, der ihn nach Nürnberg, Kufstein,
Weiden, Nosenheim und Oberkotzau führte,
kam als Oberinspektor am 1. Dezember 1909
als Vorstand zur Bahnstation Lindau-Stadt, wo
er sich durch seinen hervorragenden Diensteifer
und sein liebenswürdiges Entgegenkommen aligemeiner
Beliebtheit erfreute und seinem *½
bhen Personal ein wahrer Vater war.
Auf dem Felde der Ehre gefaklen:
Georg Haneder, Postpadmeister aus Westerham,
Soldat in einem IJnf.-Reg.;: Franz X. Göppenhamer
aus Vad Aibling, Soldat in einem Inf.=Neg.;
Franz Warmehinger, Bauerssohn aus
Linden bei Amerang, Soldat in einem Res.=Inf.-Reg.,
Juhaber des Militärverdienstkreuzes
3. Kl.; Joseph Spötzl, Reiserersohn aus
Hunzenrais gan, Emmering Gefreiter in einem
Inf.,Neg., Juhaber des Eisernen Kreuzes 2.
Klasse und des Militärverdienstkreuzes 3. Kl.
Gendarmeriedienst. Der Vizewacht ·
meister Heinrich Hagel in eisendorf wurde in
den Ruhestand versetzt. Versetzt wurden die
Gendarmeriesergeanten Heinrich Götzer von
Aibling nach Pörrubach und Karl Lang von
Pasing nack Teisendorf, die Gendarmen Joh.
Sckilling von Sauerlach nach Hundham und
Friedrich Karl von Hundham nach Sauerlach.
Diebstähle. Entwendet wurden von einer
Kelterei in der Kaiserstraße ein Ballon Weinessig;
aus einem Aunwesen in der inneren Mangjallstraße
zwei dunkelgraue belgische Mjesenlessinnen;
ein Fahrrad (Marke „Opel“ ohr einem
chafthaus in der Nähe des VGobrhofes; vor
dem Bahnhof ein Kinderreiterwägelchen. an
dessen Stelle ein altes lleineres hinterstellt wurde,
welches auf der Polizewaqhe besichtigt werden
kann. —————