Contents : Reden und Aufsätze aus dem Kriege.

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früher  von  mir  angezeigten  Richtlinie  abbringen  lassen.  Das  ıst
in  keiner  Weise  der  Fall.  Ich  habe  niemals  den  Satz  aufgestellt,
dass  wir  den  Krieg  auf  eine  beliebige  Dauer  führen  könnten,  ohne
neue  Einnahmequellen  zu  erschliessen.  Was  ich  vor  einem  Jahre
erklärt  habe,  war  lediglich,  dass  wir  von  neuen  Steuern  glauben
absehen  zu  können,  solange  es  uns  möglich  ist,  unseren  ordentlichen
  Etat  einschliesslich  des  Schuldendienstes  auch  ohne  neue
Einnahmen  zu  balancieren.  Diese  Möglichkeit  war,  als  ich  vor
einem  Jahre  hier  sprach,  noch  gegeben.  Heute  ist  sıe  es  nicht
mehr,  und  hieraus  haben  wir  die  Konsequenzen  zu  ziehen.  Wenn
wir  das  tun,  wenn  wir  die  Konsequenzen  ziehen,  heisst  das  nicht
etwa,  dass  wir  uns  dabei  etwa  auf  die  Wege  der  englischen  Finanzpolitik
  begeben.  An  sich  würde  ich  mich  gar  nicht  scheuen,
dies  zu  tun,  sobald  ich  die  Ueberzeugung  gewonnen  hätte,  dass
diese  Wege  die  richtigen  sind,  und  dass  sie  gangbar  sind.  Man
soll  auch  vom  Feinde  lernen,  aber  nach  beiden  Richtungen,  wie
man  es  machen  soll  oder  nicht  machen  soll,  oder  in  diesem  Falle,
was  man  machen  kann  und  was  man  nicht  machen  kann.  Der
englische  Schatzkanzler  hat  in  den  ersten  Kriegsmonaten  eine
Finanzpolitik  verkündet,  nach  der  ein  erheblicher  Teil  der  Kriegskosten
  nicht  aus  Anleihen,  sondern  aus  Steuern  gedeckt  werden
soll.  Er  hat  sich  dabei  auf  die  alte  britische  Tradition  berufen,
unter  anderem  darauf,  dass  die  Kosten  der  Napoleonischen  Kriege
zu  etwa  45  Prozent  aus  Steuern  gedeckt  worden  seien.  Um  dieses
Programm  wahr  zu  machen,  dazu  hat  dem  englischen  Schatzkanzler
  der  Atem  nicht  ausgereicht.  England  wird  bis  zum  Ende
des  Rechnungsjahres,  soweit  ich  sehen  kann  —  und  ich  glaube,
reichlich  glerechnet  zu  haben  —,  aus  Kriegssteuern  etwa  122  Millionen
  Pfund  herausgewirtschaftet  haben.  Das  ist  sehr  viel  und
bedeutel  eine  sehr  achtenswerte  Leistung  der  englischen  Steuerzahler.
  Aber  wenn  Sie  die  Summe  in  Vergleich  setzen  zu  den
Kriegsausgaben,  die  bis  zum  31.  März  des  Jahres  1  Milliarde
800  Millionen  Pfund  überschritten  haben  werden,  dann  werden
Sie  sehen,  dass  der  Ertrag  der  Kriegssteuern  von  Beginn  des  Krieges
an  bıs  Ende  März  dieses  Jahres  nicht  ganz  7  Prozent  der  gesamten
Kriegskosten  gebracht  hat.  Ueber  die  Verzinsung  der  Kriegsschulden
  hinaus  bleibt  also  kein  nennenswertes  Geld  verfügbar.