Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1866. (57)

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K.  4.

Dem  Sozietatsdirektor  wird  ein  Vorstand  von  sechs  Mitgliedern  und
ebensoviel  Stellvertretern  beigeordnel,  welcher  unter  dem  Vorsitze  des  Direktors
nach  Stimmenmehrheit  der  Anwesenden  verbindende  Beschlüsse  für  die  Genossenschaft
  zu  fassen,  den  Direktor  in  seiner  Geschäftsführung  zu  unterslützen  und
das  Beste  des  Verbandes  überall  wahrzunehmen  hat.  Zu  einem  gültigen  Beschlusse
  ist  die  Anwesenheit  von  mindesiens  vier  Vorstandemitgliedern  erforderlich.

Bei  Stimmengleichheit  hat  der  Sozietätsdirektor  den  Ausschlag  zu  geben
und  demgemäß  die  Beschlüsse  des  Vorstandes  zu  regeln  und  auszuf  hren.

Wer  bei  irgend  einem  zu  beschließenden  Gegenstande  ein  persönliches  Interesse
  hat,  welches  mit  dem  der  Gesammtheit  des  Verbandes  kollidirt,  darf  an
der  betreffenden  Abstimmung  nicht  Theil  nehmen.

Zu  den  Obliegenheiren  des  Vorstandes  gehört  es  insbesondere,  im  Namen
der  Genossenschaft  Darlehne  aufzunehmen,  dieselben  im  Interesse  des  Verbandes,
diesen  Statuten  gemäß,  zu  verwenden  und  deren  Verzinsung  und  Amortisation
zu  vermitteln.  Auch  hat  derselbe  den  Rendanren  der  Verbandskasse  zu  bestellen
und  sich  wegen  seiner  Besoldung  mit  ihm  zu  verständigen.  Es  ist  nicht  ausgeschlossen,
  daß  ein  Mitglied  des  Vorstandes  dies  Amt  ebenfalls  übernimmt.

Die  Vorstandsmitglieder  haben  ferner  den  Sogzictätsdirektor  in  Bebinderungsfällen
  zu  vertreten.  Alljahrlich  findet  mindestens  einmal  eine  Vorstandssitzung
  in  der  Stadt  Kallies  start,  zu  welcher  der  Sozietätsdirekror  die  Vorstandsmitglieder
  einladet.  Dieselben  sind  in  Behinderungsfällen  gehalten,  die  Vorladung
  sofort  an  ihren  Stellvertreter  zu  befördern.

Die  Wahl  der  Vorstandemitglieder  erfolgt  für  die  Dauer  von  drei  Jahren
in  einer  vorschriftsmäßig  vom  Sozlerätsdirektor  einzuladenden  Generalversammlun
  des  Verbandes  nach  absoluter  Stimmenmehrheit  der  persönlich  anwesenden

enossen.

Scheidet  innerhalb  der  Wahlperiode  ein  Vorstandsmitglied  aus,  so  vollzieht
  der  Vorstand  die  hierzu  nöthige  Ersatzwahl  nach  absoluter  Stimmenmehrheit
  der  Vorstandswitglieder  und  ihrer  Stellvertreter.

Die  Mitglieder  des  Vorstandes,  den  Rendanten  ausgenommen,  verwalten
ihr  Amt  unentgeltlich;  baare  Auslagen  werden  ihnen  aus  der  Verbandskasse
erstattet.

F.  5.

Jeder  einzelne  Genosse  des  Verbandes  haftet  für  die  Rückzahlung  und
Verzinsung  der  Darlehne,  also  für  die  Amortisationsquoten  und  Zinsen  derselben,
sowie  für  die  anderweitig  aufzubringenden  Beiträge  und  für  die  Kosten  der
Unterhaltung  —  ckfr.  §.  2.  —  nur  nach  Verhältniß  der  ihm  gehörigen,  innerhalb
  des  Meliorationsverbandes  belegenen  Flächen.

Um  dies  Beitragsverhäliniß  vorldufig  und  vorbehaltlich  der  späteren  Ausgleichung
  festzustellen,  hat  der  Vorstand,  unter  Zuziehung  eines  ökonomischen
Sachverständigen,  ein  Kataster  anzufertigen,  in  welchem  die  Namen  der  zum
Verbande  rehörtgen  Besitzer  und  ihre  Flächen,  die  letzteren  auch  nach  ihrer

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