Full text : Amtliche Kriegsdepeschen Band 1 (1)

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Der  türkische  Vormarsch  im  Kaufasus.

Konstantinopel,  2.  Dezember.  Bericht  des  türkischen  Hauptquartiers.  Unsere
Truppen,  die  in  der  Zone  des  Tschorok  vorrückten,  haben  einen  neuen  Erfolg
davongetragen  und  heute  die  Stadt  Ardanutsch,  20  Kilometer  öfstlich  des  Tschorok.
flusses,  besetzt.  (W.  T.  B.)

Zusammenkunft  des  Deutschen  Kaisers  und  des  Erzherzogs

Friedrich.

Großes  Hauptquartier,  3.  Dezember.  Seine  Majeskät  der  Kaiser  hatte
gestern  in  Breslau  eine  Besprechung  mil  dem  Oberstkommandierenden  des
österreichisch-ungarischen  Heeres,  Seiner  Kaiserlichen  und  Königlichen  Hohe#t  dem
Erzherzog  Friedrich,  der  von  seiner  Kaiserlichen  und  Königlichen  Hoheit  dem  Erzherzog-Thronfolger
  Karl  Franz  Josef  und  dem  Chef  des  Generalstabes,  General
der  Infankerie  Freiherrn  Conrad  v.  Hoetzendorf,  begleitet  war.  Später  besuchte
der  Kaiser  die  VBerwundeten  in  den  TLazaretten  der  Stadt.

Obersie  Heeresleitung.  (W.  T.  B.)

VBon  der  Front  nichts  Neues.

Großes  Hauptquartier,  3.  Dezember,  vormittags.  Auf  beiden  Kriegsschauplähen
  hat  sich  nichts  Zesonderes  ereignet.
Oberste  Heeresleitung.  (W.  T.  B.)

Dewet  gefangen.

London,  3.  Dezember.  Eine  Meldung  des  Reuterschen  Bureaus  besagt:
Aintlich  wird  aus  Hrätoria  gemeldet,  daß  Dewet  gefangengenommen  worden  sei.
(W.  T.  B.)

Die  sozialdemokratische  Fraktion  gegen  Liebknecht.

Berlin,  3.  Dezember.  Der  „Vorwärts“  publiziert  nachstehende  Erkldrung:

Der  Vorstand  der  sozialdemokratischen  Reichstagsfraktion  stellt  fest,  daß  der

Genosse  Karl  TLiebknecht  entgegen  dem  alten  Brauch  der  Fraktion,  der  durch

einen  ausdrücklichen  Zeschluß  für  den  vorliegenden  Jall  erneuert  wurde,  gegen

die  Kriegskreditvorlage  gestimmt  hat.  Der  Vorstand  bedauert  diesen  Bruch  der
Disziplin,  der  die  Fraktion  noch  beschäftigen  wird,  aufs  tiefsfte.

Der  Vorstand  der  sozialdemokratischen  Fraktion  des  Reichstags.

Das  sührende  sozialdemokratische  Blatt  schreibt  seinerseits  dazu:  „Der  Brauch  der

Fraktion  bei  den  Abstimmungen  besteht  darin,  daß  entgegen  dem  Fraktionsbeschluß

nicht  gestimmt  werden  darf;  den  einzelnen  Fraktionsmitgliedern  sieht  frei,  den  Saal

zu  verlassen,  ohne  daß  es  den  Charakter  einer  Demonfstration  annehmen  darf.“  (W.  T.B.)