1661
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(Die Strafe des Raubes betreffend.)
Wir Marimilian Joseph,
von Gortes Gnaden Kömg von Bajern.
Doa die noch bestehenden Provinzial-Geseze
Unsers Reiches rücksichtlich der gegen das
Verbrechen des Raubes anzuwendenden To-
desstrafe sehr von einander abweichen, indem
sie dieselbe entweder zu allgemein verordnen,
oder hingegen zum duhersten Nachtheile der
öffentlichen Sicherheit allgemein ausschliessen,
so haben Wir, um bis zur Einführung des
allgemeinen Straf-Gesezbuches einstweilen
dieser auffallenden Ungleichheit in Aburtheit
lung des Raubes zu begegnen, beschlossen
und verordnen hiemit:
daß der Raub alesdann unnachsichtlich mit
dem Tode bestrast werden soll, 1) wenn
von dim Räuber eine Perfon, um ihr die
Enrdeckung verborgener Habseligkeiten auszu-
pressen, gemartert worden ist; 2) wenn eine
Person durch an ihr verübte Mißhandlung
in Lebensgefahr versezt, lebensgefährlich ver-
wundet oder verstümmelt worden ist, oder
elnen unheilbaren bleibenden Nachtheil an
ihrer Gesundheit erlitten hat.
Alle frühern Geseze, so weit sie gegenwärt
tiger Verordnung widersprechen, sind für das
Zukünftige als aufgehoben zu berrachten.
München den 29. September 1314#.
Max Joseph.
Graf Reigersberg.
Luf#kbniglichen allerhdchsien Befehl
der Ecneral" Sekretär
Nemmer.
1662
Nekrolog.
Joseph Karl Georg Freiherr von Hut-
ten zu Stolzenberg wurde den 18. August
1740 zu Wuͤrzburg geboren.
Seln Vater Philipp Wilhelm Freiherr
von Hutten zu Stolzenberg war Hofmar,
schall und geheimer Rach zu Wüczburg,
auch Oberamtmann zu Karlsstade; seine Mutcz=
ter Karolina Dororhea eine geborne Gräsia
von Notenhahn.
Schon im Jahre 175 ; wurde er Domi-
zelar an dem Domstifte zu Bamberg.
Nachdem er in Wüczburg seine Studien-
Jahre zurückgelegt hatte, begab er sich nach
Wien, um sich da für Diplomatk, Staats-
kunde und Rechtsgelehrsamkeit auszubilden.
Der indeß ausgebrochene siebenjährige Krieg,
gab ihm Veranlassung, sich auch in den
Waffen zu versuchen. Zwei Jahre diente er
als Offizier unter dem österreichischen Kaval-
lerie Regimente Köwenstein.
Hierauf kehrte er nach Bamberg zu sei-
nem ersten Berufe zurück.
Unter der Leitung des als Weihbischof zu
Speier verstorbenen Andreas Seelmann,
damals Kanontkus am Kollegiatstifte zum
heiligen Gangolph in Bamberg, und des be-
rühmten Geschichrschreibers der Teutschen,
Ignaz Michael Schmidt, war er bemühr
den Kreis setner Kenutnisse noch mehr zu
erweitern, und vorzüglich mit den dchten
Grundsäzen des Kirchenrechtes sich vertraur
zu machen. Die Folzen dieser Bemühungen
u!)