1699 —
Unterthanen, und belaͤuft sich im Durchschnitte
auf 1400 fl.
Die provisorische Steuer beträgt 58 fl.
37 kr.
6) Die Pfarrei Oberneuching.
Durch Emeritirung des Pfarrers Rieg
ist die Pfarrei Oberneuching, in der
Dißzöse Freising, kandgerichts Ebersberg,
und St#ftungs-Administrazions, Distrikts
Wasserburg in Erledigung gekommen.
Sie enthält in einem Umkreise von 4 Stun-
den 548 Seelen, eine Filial und eine Schule.
Der Pfarrer häált keinen Hilfpriester.
Das pfärrliche Einkommen bestehet aus dem
Widdum in 444fl. 53 kr.
Zehet 535, 28 -
grundherrlichen Ertraͤgnisen 22 227--
Stoll 4447„
Zusammen in 1317· 13.7
Die Ausgaben sind 112 fl. — kr
(Beiträge zu Unterstüung Verwundeter und
Kranker des im Felde stehenden kdniglichen
baierischen Armee-Korps.)
Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Ein Ungenannter übergab zu diesem wohl-
thätigen Zwecke der unterfertigten Seelle soo#
Gulden unter nachstehender der Anweisung
beigefügten Note:
„ An meine braven Kameraden bei
der Armee!
„Die weisesten Absichten meines Königs
„erlaubten mir nicht, mit euch zu streiten,
1700
„und die unvertilgbaren Lorbern zu thei-
„len, die ihr dem Koͤnige, unserm Hertn,
„euch und euern braven Landsleuten neuer-
„dings an den Ufern der Duͤna erfochten.
„Waͤhrend ich ruhig im Zirkel meiner
„Familie lebe, und daher Muße habe, enere
„Tapferkeit, die sich aller Mühseligkeit un
„geachtet immer gleich bleibt, mit Verehrung
„ zu bewundern, drängte sich mir zum ersten-
„mal in meinem Leben der Wursch auf,
„keich zu seyn. — Der seligste Augenblick
„meines Lebens wäre dann dieser, woich meine
„Schcze mit euch verwundeten Brüdern thei
„len wuͤrde.
„Allein ich selbst bin arm, — datjenigt
„was ich Mein nennen kann, muß ich kärg-
„lich mit einem guten Weibe und einem hoff.
„nungsvollen Knaben theilen; — doch danke
„eich dieses Wenige nur der Grofmuth met-
„ nes Königs. —
„Nehmt diese für euch zwar geringe Gabe
„hin — dle Freudenthräne, die mir von der
„süssen Hoffnung belebt ins Auge tritt, cs
„möchte nur eine Minute eure Lage im Feld
„spirale erleichtert werden, ist der einzige aber
„reichste Lohn, den ich verlangt und schon
„erhalten.
Euer Bruder,
ein baierischer Offizier ausser Dienst.“
Man wird diesen Geldbetrag unverzuͤglich
nach der Intention des edelmüthigen Gebers
zur Vertheilung bringen, und seiner Zeit die
Verwendungs-Auszeize öffentlich bekannt
machen. München den. 4. Oktober 1812.