290 Herman Hoffman
begeren, wollent uns zu vollendung solichs zugs vier guter notschlangen
und vier tunnen pulvers zu dem haufen schicken und uns damit nit
lassen. Das wollen wir freuntlich und gutlich umb euch beschulden
und verdienen.
Datum dinstags nach palmarum [11. April] anno etc. funfundzwaynzigsten.
Demnach die sachen des brieves halb an ain erbarn rate langen
wurde, von innern und eussern räten!) entschlossen, die hantwerker
solich des haufens boswillig, [23] arglistig schreiben und uffwickeln
horen zu lassen und darbey zu bewegen, was sie haimlich damit
einzufuren vermainten.
Solichs were darzu gut, so sich hinfurt dergleichen mer zutragen,
das es dester ehe von ainer gemaynde aim erbarn rate furpracht
und one wissen nichts mit den bauren gehandelt, dann sie
sunst, 80 es inen nit gelautprecht wurde, ain verschmahen darinn
haben mochten, und damit auch sollich oder dergleichen praticken
dester cher furkommen, warde fur gut angesehen, das der gemaynde
auch alsbalde furzuhalten, damit man in disen schweren emporungen
dest statlicher und mit ainer gemaynde wissen und willen zu abwendung
derselben emporung handeln mochte, sollte ain jedes hantwerk
oder gesellschaft zwen aus inen welen und ainem erbarn rate
zu ausschusz zuordnen, damit nit alwege not, ain iede sache an ain
sanz hantwerk zu pringen und sie zu bemuehen, dann die dinge
auch nit alle so langen verzuge zu beschicken erleyden, dardurch
etwas versaumpt werden mochte, Darbey liesz man auch den hantwerkern
furhalten, wcs bosen gemuts sich die bauren mit iren
schreiben an die gemaynde understunden in der stat Halle unfride,
unainigkait, miszhellung zu erwecken, welichs daun, so ir boslistig
praticken furgeen, zu merklicben und unwiderbringlichen verderben
an leybe und gut raichen wurde.
Uff solich furhalten liessen sich die gemaynden wider horen,
wievor bey aiın er- [24] barn rate zu pleiben, und mochten leyden,
das man den bauren stain schickte, ja in sie zu schiessen und inen
alles unglucke damit anzuthon, wolten sie gern darzu helfen. Darauf
1) Der innere Rat bestand seil 1559 aus 24, der äussere, von jenem
gewählte, aus 15 Mitgliedern. Die Darstellung OAHall 8. 162 f. erweckt
den Schein, als ob der äussere Rat erst seit 1552 bestehe, nach vorliegenden
Text ist er schon 1525 vorhanden; von wann er datiert, ist noch unermiltell.
Wahrscheinlich wurde er infolge der Umwälzung von 1510 ins Leben gerufen.
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